Sonntag, 31. Januar 2016

Unterschlagung und verweigerte Inklusion

Die zwei überschriftlich erwähnten Skandale nehmen ihren Ursprung zwar mit großem zeitlichen Abstand, fallen aber in Lk 4, 21-30 wieder zusammen.

Den späteren Anstoß erregt die Einheitsübersetzung, die uns weißmachen will, man staunte in der Synagoge von Nazaret darüber, „wie begnadet er redete“, während es in Lk 4,22 mehr wörtlich als zeitgeistig übersetzt heißt:
Und alle stimmten ihm bei und wunderten sich über die Worte der Gnade, die aus seinem Mund hervorgingen.
durch welche Unterschlagung vollständig der Anklang an die noch frisch im Ohr tönende O-Antiphon vom 17. Dezember („O Weisheit, die du aus des höchsten Mund hervorgingst …“), die – wie ein Kommentar zu Sir 24, 1a.3a („Die Weisheit lobt sich selbst: Ich ging aus dem Mund des Höchsten hervor“) erläutert – „deutlich auf das schöpferische Wort, das vom Mund des Herrn ausgeht und in der Geschichte wirksam wird, verweist“, verloren geht.

Jesus wird also, als er die Erfüllung des Jesaja-Wortes „Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, Armen gute Botschaft zu verkündigen …“ predigt, nicht nur beifällig aufgenommen, sondern von seinen Zuhörern sogar [fast] als der erkannt, der er ist, nämlich das Ewige Wort.

Dann stolpert man aber in die Falle, die unseren zeitgenössischen Kumpel-Jesus-Genossen nur allzu bekannt sein dürfte: „Ist dieser nicht ein Sohn Josephs?“, oder wie man heute gelegentlich sagt: „War unser Mitbruder Jesus nicht ein Wanderprediger, der soziale Gerechtigkeit und beherzten Umweltschutz forderte, die geistlichen Dingen aber mit einer unbedingten Schwamm-drüber-Barmherzigkeit abtat?“.

Jesus aber antwortet ihnen: „Wenn man Gottes Wort auf rein menschliche Aspekte reduziert, nimmt man die Offenbarung nicht richtig an“, bzw. in der damaligen Sprechweise: „Kein Prophet ist in seiner Vaterstadt annehmbar“.

Jesu Anspruch „seit heilig wie ich heilig bin“, „besinnt euch, macht wieder gut, denn Gottes Herrschaft ist zum Greifen nahe, sie ist schon in euch“, „eure Einsicht sagt – ich aber sage, liebt eure Feinde“ ist halt nicht mit beifälligem Nicken zu frommen Worten und Kumbaya-Singen zu erfüllen. Das „Tu du die großen Dinge, die man von dir hört“ erfordert die vollständige Annahme von Gottes Wort.

Diese jesuanische Inklusionsverweigerung, der Ausschluss seiner nazarenischen Mitbürger von seinen Wunderheilungen, führt als Reaktion damals wie heute gerne dazu, dass man Jesus aus der Stadt hinausstößt – Flüchtlingen am Bahnhof die Hand schüttelt, aber vorher sein Bischofskreuz ablegt etwa, oder das Allerheiligste dazu indisponierten Personen austeilen will, um niemanden vor den Kopf zu stoßen, indem man an Jesu Weisung festhielte.
Aktuell bietet das hiesige Bistum Kurse zur "Flüchtlingsseelsorge" an:

Bei der Weiterbildung geht es um psychosoziale Beratung, um rechtliche Fragen sowie interkulturelles Kompetenztraining. Aber auch um Krisenmanagement - wie etwa den Umgang mit Aggressionen oder Ankündigung eines Suizids - und um "Aufmerksamkeit für das Religiöse". Dies sollen ein katholischer Pater und Vertreter jüdischen und muslimischen Glaubens vermitteln.
[Eine Teilnehmerin] kennt sich mit verschiedenen Religionen aus eigener Erfahrung aus. Die junge Frau war Christin, konvertierte aber zum Islam, als sie heiratete. "Aber irgendwie bin ich immer noch beides"
Diese menschliche Herangehensweise bleibt Stückwerk, wie Paulus (1 Kor 13,12) sagt: „Jetzt erkenne [gignosko] ich aus Stücken, dann aber erkenne ich an [epi-gignosko]“.

Der Einheitsübersetzer hat für epi-gignosko „durch und durch erkennen“. epi-gignosko ist aber kein steriles Wissen, sondern ein volles Verstehen; es enthält die Vorstellung der Zustimmung, damit des Gehorsams zu Gottes Wahrheit und Wille.

Gottes Auftrag an die Kirche ist wie der an Jeremia (Jer 1,17): „verkünde ihnen alles, was ich dir auftrage“. Es gilt auch die anschließende Warnung: „Erschrick nicht vor ihnen, sonst setze ich dich vor ihren Augen in Schrecken.“ Nicht unmittelbar verständlich, aber ein Versuch, das Wortspiel mit chathath zu übertragen.

chathath heißt eigentlich zerbrechen, dann den Mut brechen, erschrecken. Läßt man das Wortspiel beiseite, lautet der Vers: „Sei nicht mutlos vor ihrem Angesicht, damit ich dich nicht zerschmettere vor ihrem Angesicht“.

Der halbherzigen, zaghaften, Zumutbares auswählenden Verkündigung ist kein Segen beschieden – gerade damit wird jede Relevanz aufgegeben – die mutlosen Verkündiger werden vor den Augen der Völker zerschmettert.

Nebenbei: chathath scheint ein Lieblingswort von Jeremia zu sein, denn von den 69 Stellen im AT, an denen es vorkommt, sind 22 in Jeremia. Weitere 13 übrigens in Jesaja, der es auch die Verbindung mit „gürten“ hat, nämlich in Jes 8,9f:
Tobt, ihr Völker, und erschreckt! Und horcht auf, all ihr Fernen der Erde! Gürtet euch und erschreckt, gürtet euch und erschreckt! Schmiedet einen Plan, er geht in die Brüche! Beredet die Sache, sie wird nicht zustandekommen!
Also genau anders als das, was Jeremia gesagt wird: „Du aber gürte dich … Erschrick nicht vor ihnen“, damit der Auftrag gelingt, die Sache zustandekommt. Der Grund für den Unterschied ist in beiden Fällen derselbe: bei Jesaja „Denn Gott ist mit uns“ [und eben nicht mit den Heidenvölkern], bei Jeremia (Jer 1,19) „denn ich bin mit dir“.

Genau das ist auch bei Paulus (1 Kor 13,12) der Grund der Hoffnung auf das epi-gignosko: „dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin“. Der Grund allen Gelingens im heiligmäßigen Leben ist die vorausgehende Liebe Gottes, der uns angenommen und zu seinem Volk gemacht hat.

Bleibt zu hoffen, dass sich die deutschkirchlichen Bischöfe dieses Grundes erinnern, damit es nicht auch bei uns eines Tages heißt „Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg.“

Donnerstag, 28. Januar 2016

Bindungsunsichere Seelsorger?

Der Kreuzknappe weist auf einen Artikel des umstrittenen Björn Odendahl auf einem von der DBK finanzierten, aber inhaltlich völlig unabhängigen Portal, bei dem eine Facette der vorjährigen Seelsorger-Studie, die in einer Fachzeitschrift veröffentlicht, sonst aber wenig wahrgenommen wurde, hervorgehoben wird, hin.

83 Seelsorger, darunter 47 Priester, wurden „strukturiert biographisch“ befragt; die Antworten basierend auf der Bindungstheorie ausgewertet.

Die Bindungstheorie entspross der Psychoanalyse. Viele würden schon an dieser Stelle meinen, es handele sich also weniger um Wissenschaft als um Esoterik – aber mal weiter.

Das Bindungsverhalten von Kindern wird dabei anhand ihrer Reaktionen in einer unbekannten Umgebung, wenn die Mutter rausgeht und wiederkommt, in vier Typen eingeteilt.
  • „Sichere Bindung“: die Kinder spielen, wenn die Mutter da ist, weinen, wenn sie rausgeht, lassen sich von Fremden nicht trösten und suchen, wenn die Mutter wiederkommt, deren Nähe („check back“)
  • „Unsicher-distanziert Bindung“: die Kinder spielen durchgehend, auch wenn die Mutter rausgeht und wiederkommt
  • „Unsicher-ambivalente Bindung“: die Kinder klammern, haben Angst vor Fremden, sind endgestresst, wenn die Mutter rausgeht, und lassen sich auch kaum trösten, wenn sie wiederkommt.
  • „Desorganisiert/desorientierte Bindung“: Verhalten passt in keins der 3 ursprünglichen Schemata.
Die Studie von 1978, mit der das Konzept (mit 3 Typen) eingeführt wurde und bei der weiße US-amerikanische Mittelklassekinder untersucht wurden, zeigte eine Aufteilung von 70% sicher, 20% unsicher-vermeidend, 10% unsicher-ambivalent. (Diese – wie auch die folgenden nicht gekennzeichneten Angaben stammen aus der Einleitung einer einschlägigen Doktorarbeit, in der man die detaillierten Quellenangaben finden kann).

Zahlen dieser Art verwendet auch die Seelsorger-Studie.

Allerdings hängen die Anteile stark von Kultur und Alter ab. Beispielsweise fand man in Norddeutschland viel mehr unsicher-distanzierte Kinder als in Amerika (nicht aber in Süddeutschland). Insbesondere zeigten die Kinder weniger „check backs“, was so gedeutet wurde, dass die Kinder mit ihrem Alleinsein gut zurechtkamen und deshalb der Rückkehr der Mutter weniger Beachtung schenkten. Das liege, argumentierte man, wohl eher an einem anderen Selbstständigkeitsverständnis in Deutschland, weniger an einer Vernachlässigung durch die Mütter.

Auf solche kulturellen Hintergründe geht die Seelsorger-Studie gar nicht ein.

An Erwachsenen bewertet man das (frühere kindliche) Bindungsverhalten, indem man ihnen acht Umrißzeichnungen von Beziehungssituationen zeigt und sie erzählen lässt („The Adult Attachment Projective Picture System“)

Mit diesem Instrument kommt die Studie zum Ergebnis:
Die Befunde weisen auf einen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung erhöhten Anteil unsicherer Bindungsrepräsentanzen und damit verbundener psychosomatischer Belastung hin, vor allem in den Geburtsjahrgängen 1933 bis 1945.
Meine Interpretation wäre: im Krieg mussten die Kinder selbständiger sein als in den fetten Jahren der Bundesrepublik (etwa so, wie das 2005 noch in Norddeutschland war), weshalb bei den alten Seelsorgern andere Bindungstypen dominieren als in der „Allgemeinbevölkerung“, die etliches süddeutsches Jungvolk enthält. Die korrekte Vergleichgruppe wäre eher gleichaltrige Personen in anderen Berufen.

Die von den Autoren selbst gezogenen Schlussfolgerungen interessieren mich daher wenig, denn ex falso quodlibet. Aber wie heißt es in Akademikerkreisen: Wer schreibt, der bleibt.




Dienstag, 22. Dezember 2015

Kasperiten exkommuniziert

In der dreizehnten Sitzung des Konzils von Trient, gehalten den 11. Oktober 1551, wurde u.a. der 11. Kanon beschlossen, welcher da lautet:
Wenn jemand sagt, der Glaube allein sei eine hinreichende Vorbereitung zum Genusse des heiligsten Altarsakraments, der sei im Bann. Und damit ein so großes Sakrament nicht unwürdig und somit zum Tode und zur Verdammnis genossen werde; so verordnet und erklärt dieser heilige Kirchenrat, dass diejenigen, welche im Gewissen mit einer Todsünde beschwert sind, so sehr sie sich auch für reuig halten mögen, wenn ein Beichtvater zu haben ist, notwendig zuerst eine sakramentale Beicht ablegen müssen. Wenn aber jemand sich vermessen sollte, das Gegenteil zu lehren, zu predigen oder hartnäckig zu behaupten oder auch in öffentlicher Unterredung zu verteidigen, der sei dadurch selbst exkommuniziert.
Ich selbst habe das erst gerade erfahren, aber sollte das im Episkopat nicht längst bekannt gewesen sein? Und welche Folgen hat das für mich, wenn mein Ortsbischof etwa betroffen wäre?

Freitag, 18. Dezember 2015

Hier stehe ich und irre mich

Kürzlich nannte ich die Aussage von Kardinal Marx zur Kirchensteuer, „dass mit dem Geld der Gläubigen auch das getan wird, wozu Kirche da ist: … unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Auskommen zu ermöglichen“ eine „neue Einsicht“.

Dann geschah folgendes:
  1. Dem Heiligen Josef wurde offenbart: Maria „wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.“
    Keine Rede von Besatzern, Ursupatoren, Unterdrückern oder Oberkönigen.
  2. Ich fragte mich, wie angesichts dessen die Erwartung eines politischen Messias’, der Israel zu seiner alten Macht und Größe führt, verbreitet sein konnte, und fand:
  3. Der aktuell viel gelesene Jesaja drohte den Völkern, die seinerzeit Israel unterjochten, den Zorn Gottes und angemessene Vernichtung an, worauf Israel wiedervereint und stark werde – was durchaus politisch misszuverstehen ist.
    Allerdings nennt er auch der Heiden Sünden, welche die Strafe herausfordern:
  •  den Hochmut des Assyrerkönigs, der seine militärischen Erfolge seiner Stärke und Klugheit zuschreibt statt sich als Werkzeug Gottes zur Bestrafungs Israels zu erkennen (Kapitel 10)
  • die Pracht der Vermessenen und der Machthaber Hochmut in Babel (Kapitel 13); die Tyrannenherrschaft und Ausbeutung der unterdrückten Völker durch den Babel-König, der sich auf dem Götterberg setzen und dem Höchsten gleichstellen will (Kapitel 14)
  • der Dünkel, Stolz und Übermut, das unwahre Geschwätz Moabs, das sich vergeblich auf seiner Opferhöhe abmüht (Kapitel 16)
  • die Altäre, Götterbilder, heiligen Bäume und Räucherschalen von Aram (Kapitel 17)
  • die Götzen, Zauberer, Toten- und Wahrsagegeister Ägyptens (Kapitel 19)
  • Tyrus, die reiche Handelsstadt, war „Nutznießer der Völker“, seine Händler wurden ohne eigene Mühen zu „den reichsten der Erde“. Und „der Herr der Heere hat es verhängt zu verunstalten jegliche stolze Zier, zu stürzen alle Reichen der Erde (Kapitel 23).
    Nun aber entgeht Tyrus der völligen Vernichtung, die den Großreichen, die sich nicht zum wahren Gott bekehren, angedroht ist; stattdessen wird die Stadt nach 70 Jahren „wieder ihren Dirnenlohn erhalten und mit allen Königreichen der Welt, die es auf Erden gibt, Unzucht treiben. Aber ihr Gewinn und ihr Dirnenlohn wird dem Herrn als heilige Gabe gehören. Er wird nicht angesammelt und gehortet, sondern wird denen, die vor dem Herr weilen, als reiche Nahrung und prächtige Kleidung dienen.“
Woraus ich lerne:
a) Kapitalistische Ausbeutung ist nur schlecht, wenn der Reichtum angesammelt und gehortet wird – ein Aspekt, der in den Enzykliken des gegenwärtigen Papstes leicht zu überlesen ist.
b) Geld stinkt nicht, wenn es „den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kirche ein Auskommen zu ermöglichen“, für reiche Nahrung und prächtige Kleidung dient.
c) Wenn nun schon der Zweck der Heidenkapitalisten die Geldbeschaffung für die vor dem Herrn Weilenden ist, wie viel mehr dann der der Kirche.
d) Marx hat gar keine neue Einsicht formuliert – er kennt nur seinen Jesaja besser als ich.






Dienstag, 15. Dezember 2015

Wozu ist die Kirche da? Neue Einsichten auf katholisch.de

Auf katholisch.de sind gerade zwei „interessante“ Artikel zu finden, die neue Antworten auf alte Fragen liefern. Vorgestellt werden hier die Wahlmöglichkeiten zu „Wozu ist die Kirche da?“

a) Einkommen für die MitarbeiterInnen zu generieren
b) den Armen zu helfen
c) Treffpunkt für Kirchenferne zu sein
d) Sakrament der tiefen Vereinigung der Menschen mit Gott zu sein
e) Die Frage ist falsch gestellt; die Kirche sollte nicht rein aufgabenorientiert denken sondern auf Würde, Fragen, Engagement und Brüche des Einzelnen schauen
f) die Evangelisierung voranzutreiben


Dazu als Extra-Gimmik das Wer-hat’s-gesagt-Quiz.

Wenn Sie fertig gerätselt haben, hier sind die Antworten:

a, b, c und f) sind aus einem Interview mit Kardinal Marx, der zunächst erklärt, mit der Kirchensteuer werde finanziert, „wozu Kirche da ist: den Armen zu helfen, die Evangelisierung voranzutreiben, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Auskommen zu ermöglichen.“, und später auf die Fragen nach den Fortschritten für die Kirche in 2015 antwortet: „Pfarreien haben entdeckt, dass sie für ihre ganze Kommune Kristallisationspunkte sein können, wo sich auch Leute treffen, die gar nicht so eng mit der Kirche verbunden sind. Sie haben neu gelernt, wozu Kirche auch da ist.“

e) kommt von der Trierer Diözesansynode, über die berichtet wird:
Die Kirche solle nicht mehr "rein aufgabenorientiert", sondern künftig "vom Einzelnen her denken", sein Charisma entdecken. Es gehe darum, "nicht mehr zu fragen: Passen die Menschen in die Kirche - und wenn sie nicht passen, werden sie passend gemacht -, sondern stärker auf den Einzelnen zu schauen, seine Würde, seine Fragen, sein Engagement, seine Brüche", erklärt der Bischof [Ackermann].
Nebenbei bemerkt: das Passendmachen wurde früher Umkehr genannt und ist genau das, worin das Kerygma Jesu zusammengefasst wird („Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.“) Aber was schert eine Trierer Synode ein vor Jahrtausenden umhergezogener Wanderprediger und Blumenfreund („Seht die Lilien auf dem Feld“).

d) ist natürlich nicht von katholisch.de, sondern aus dem Katechismus der Katholischen Kirche (KKK 775), der in Anschluss an Lumen Gentium 1 lehrt:
Das erste Ziel der Kirche ist, das Sakrament der tiefen Vereinigung der Menschen mit Gott zu sein.
Das war vor Zeiten auch im deutschen Episkopat jedenfalls vereinzelt noch bekannt, denn im Hirtenbrief von Bischof Joachim Wanke zur österlichen Bußzeit 2005 unter dem Titel „Wozu Kirche gut ist“ wird ausgeführt: „Die Kirche ist dazu da, den Menschen den Weg zum Himmel zu zeigen“. Aber das ist so lange her, dass Prälat Imkamp kürzlich auf die Frage „Sind die Bischöfe ein Opfer dieses Denkens [„clerical correctness“], wenn sie sich um klare Aussagen herumdrücken?“ antwortet: „Ihre Frage setzt voraus, dass die Bischöfe wissen, was klare Lehre ist; das anzunehmen ist sehr nett von Ihnen.“