Montag, 30. September 2019

eine süße und lebendige Zuneigung verliehen

Die Kirche gedenkt des Priesters und Kirchenlehrers Hieronymus im neuen wie im alten Kalender am 30. September. Das Deutsche Messbuch nutzt die Gelegenheit, sich erneut meinen Zorn zuzuziehen.

Tagesgebet
Deus, qui beáto Hierónymo presbýtero suávem et vivum Scriptúræ Sacræ afféctum tribuísti, da, ut pópulus tuus verbo tuo ubérius alátur, et in eo fontem vitæ invéniat.
Übersetzung
Gott, der du dem seligen Priester Hieronymus eine süße und lebendige Zuneigung zur Heiligen Schrift verliehen hast, gib, dass dein Volk durch dein Wort reichlich genährt wird und in ihm die Quelle des Lebens findet.
Deutsches Messbuch
Allmächtiger Gott, du hast den heiligen Hieronymus mit leidenschaftlicher Liebe zur Heiligen Schrift erfüllt. Öffne auch unser Herz für dein Wort, damit wir darin die Quelle des Lebens finden.
Vergleich
  • Gott ⇒ allmächtiger Gott
  • dem seligen Priester Hieronymus verliehen ⇒ den heiligen Hieronymus erfüllt
  • eine süße und lebendige Zuneigung verliehen ⇒ mit leidenschaftlicher Liebe erfüllt
    Es ist schon erstaunlich, welcher Reichtum im Original im DM immer wieder auf dieselben zehn Wörter abgebildet wird.
  • gib, dass dein Volk durch dein Wort reichlich genährt wird ⇒ öffne auch unser Herz für dein Wort
    Das DM erinnert mich an meine damals einjährige Tochter, die durch den Brei auch nicht genährt werden konnte, sondern erstmal ausführlich gebeten werden musste, überhaupt den Mund zu öffnen. Für das angezielte Klientel des DM gilt wohl das Apostelwort „Milch gab ich euch zu trinken statt fester Speise; denn diese konntet ihr noch nicht vertragen. Ihr könnt es aber auch jetzt noch nicht“ (1 Kor 3, 2). Es sollte aber vor dem Beschreiten des „verbindlichen synodalen Weges“ noch die Warnung gehört werden: „Jeder, der noch mit Milch genährt wird, ist unerfahren im richtigen Reden; er ist ja ein unmündiges Kind“ (Hebr 5, 13).
Gabengebet
Tríbue nobis, Dómine, ut, exémplo beáti Hierónymi, verbum tuum meditáti, ad salutárem hóstiam maiestáti tuæ offeréndam prómptius accedámus.
Übersetzung
Verleihe uns, Herr, dass wir, nach dem Beispiel des selige Hieronymus dein Wort betrachtend, zum heilbringenden Opfer, das wir darzubringen im Begriff sind*, entschlossener herantreten.
* für „heilbringendes darzubringendes Opfer“

Deutsches Messbuch
Herr, unser Gott, lass uns dem Beispiel des heiligen Hieronymus folgen und dein Wort immer neu bedenken, damit wir mit umso größerer Bereitschaft an deinen Altar treten, um das heilbringende Opfer zu feiern.
Anmerkung
Bis auf die Einfügung des Altars, an den statt zum Opfer herangetreten wird, ist das DM eigentlich korrekt (wenn man „mit größere Bereitschaft“ statt „entschlossener“ gelten lassen will).
Schlussgebet
Sancta tua quæ súmpsimus, Dómine, de beáti Hierónymi celebritáte lætántes, tuórum éxcitent corda fidélium, ut, sacris inténta doctrínis, intéllegant quod sequántur, et sequéndo vitam obtíneant sempitérnam.
Übersetzung
Deine heiligen [Gaben], die wir empfangen haben, Herr, uns über das Fest des seligen Hieronymus freuend, mögen die Herzen deiner Gläubigen anfachen, damit sie, auf die heiligen Lehren merkend, verstehen, was sie befolgen, und durch das Befolgen das ewige Leben erlangen.
Deutsches Messbuch
Barmherziger Gott, am Gedenktag des heiligen Hieronymus haben wir deine Gaben empfangen. Lass uns in ihrer Kraft willig auf dein Wort hören und es verstehen, es in die Tat umsetzen und so zu dir gelangen.
Vergleich
  • deine heiligen [Gaben], die wir empfangen haben ⇒ wir haben deine Gaben empfangen
    Im Original sind die heiligen [Gaben] Subjekt, im DM „wir“.
  • Herr ⇒ barmherziger Gott
  • uns über das Fest des seligen Hieronymus freuend ⇒ am Gedenktag des heiligen Hieronymus
    Das Original hat eine Aussage über die Disposition der Betenden, das DM eine Datumsangabe.
  • [die Gaben] mögen die Herzen deiner Gläubigen anfachen ⇒ lass uns in ihrer Kraft
    Das Original setzt die Aussage über die Gaben in einer Bitte fort; das DM kommt zu einem anderen Thema („uns“) – und „übersetzt“ „die Herzen deiner Gläubigen anfachen“ wie so vieles als „Kraft“. Enttäuschend.
  • damit sie [die Herzen der Gläubigen], auf die heiligen Lehren merkend, verstehen ⇒ willig auf dein Wort hören und es verstehen
    Das „merken“ als „willig hören“ wiedergegeben wird, mag angehen (auch wenn es wieder auf ein Schmalspurvokabolarium zurückgreift), aber das „die heiligen Lehren“ wie so vieles „dein Wort“ wird, ist wieder so – ausdrucksvielfalteinebnend.
  • was sie befolgen ⇒ es in die Tat umsetzen
    Im Original werden die heiligen Lehren zuerst befolgt und dann (nachdem die Gaben die Herzen angefacht haben) verstanden, im DM kommt erst das Verstehen, dann das „Umsetzen“ (also nicht einfach „befolgen“, was vorgeschrieben ist, sondern „umsetzen“, was davon verstanden wurde).
  • und durch das Befolgen das ewige Leben erlangen ⇒ und so zu dir gelangen
    Im Original wird nochmal das Befolgen betont, durch das man das ewigen Leben zu erlangen hofft, im DM bezieht sich das „so“ wohl auf die Abfolge hören-verstehen-umsetzen; aber es möchte ja auch nur „zu dir gelangen“. Bei-Gott-sein empfehlen führende Heilige als Alltagshaltung, nicht als Endziel, übrigens.
Früher betete die Kirche zu dieser Gelegenheit:

 Oratio
Deus, qui Ecclesiae tuae in exponendis sacris Scripturis beatum Hieronymum, Confessorem tuum, Doctorem maximum providere dignatus es: praesta, quaesumus; ut, eius suffragantibus meritis, quod ore simul et opere docuit, te adiuvante, exercere valeamus.
Übersetzung
Gott, der du deiner Kirche zur Auslegung der Heiligen Schrift den seligen Hieronymus, deinen Bekenner, als größten Gelehrten vorzusehen geruht hast: gewähre, bitten wir, dass wir, durch seine fürsprechenden Verdienste, was er mit dem Mund und zugleich auch durch [sein] Tun gelehrt hat, mit deiner Hilfe, auszuführen vermögen.
Secreta
Donis caelestibus da nobis, quaesumus, Domine, libera tibi mente servire: ut munera, quae deferimus, interveniente beato Hieronymo Confessore tuo, et medelam nobis operentur, et gloriam.
Übersetzung
Durch die himmlischen Gaben gib uns, bitten wir, Herr, dir mit freiem Geist zu dienen, damit die Gaben, die wir darbringen, durch Vermittlung des seligen Hieronymus, deines Bekenners, sowohl als Heilmittel uns wirken als auch zur Ehre.
Postcommunio
Repleti alimonia caelesti, quaesumus, Domine: ut, interveniente beato Hieronymo Confessore tuo, misericordiae tuae gratiam consequi mereamur.
Übersetzung
Gesättigt von himmlischer Nahrung, bitten wir, Herr: dass wir, durch Vermittlung des seligen Hieronymus, deines Bekenners, die Gnade deiner Barmherzigkeit zu erlangen verdienen.

Sonntag, 29. September 2019

dessen Wirkung erfahren, wessen Anbetung wir vollziehen

Zum 26. Sonntag im Jahreskreis betet die heilige Mutter Kirche:

Tagesgebet
Deus, qui omnipoténtiam tuam parcéndo máxime et miserándo maniféstas, multíplica super nos grátiam tuam, ut, ad tua promíssa curréntes, cæléstium bonórum fácias esse consórtes.
Dieses Gebet war im alten Messbuch für den zehnten Sonntag nach Pfingsten vorgesehen.

Übersetzung
Gott, der du deine Allmacht vor allem durch Verschonen und Erbarmen offenbarst, vervielfältige über uns deine Gnade, damit du die zu deinen Verheißungen* Eilenden zu Teilhabern der himmlischen Gütern machst.
* also zu den verheißenen Gütern

Deutsches Messbuch
Großer Gott, du offenbarst deine Macht vor allem im Erbarmen und im Verschonen. Darum nimm uns in Gnaden auf, wenn uns auch Schuld belastet. Gib, dass wir unseren Lauf vollenden und zur Herrlichkeit des Himmels gelangen.
Vergleich
  • Gott ⇒ großer Gott
  • der du deine Allmacht offenbarst ⇒ du offenbarst deine Macht
    omnipotentia ist Allmacht; warum das DM das verkleinert ist unklar. Aber dafür macht es ja aus „Gott“ einen „großen Gott“ …
  • vervielfältige über uns deine Gnade ⇒ nimm uns in Gnaden auf, wenn uns auch Schuld belastet
    Von Aufnehmen ist im Original keine Rede, sondern von den vielfältigen Gnadengaben, die uns ermöglichen, z.B. die Gebote zu halten. Oder sich zu besinnen, wiedergutzumachen, zu bekennen und Versöhnung zu erlangen; dass das DM hier die Schuldbelastung dazufantasiert, ist unnötig.
  • die zu deinen Verheißungen Eilenden ⇒ gib, dass wir unseren Lauf vollenden
    Das Original kennt eine Antwort auf die Verheißungen, und zwar eine mit Eile, Eifer, Sorgfalt; das DM zieht seine Bahn, bis es an dessen Ende stößt.
  • damit du zu Teilhabern der himmlischen Gütern machst ⇒ dass wir zur Herrlichkeit des Himmels gelangen
    Das zur Herrlichkeit zu gelangen scheint im DM der selbstverständliche Abschluss des Bahndurchlaufs zu sein. Das consors (Teilhaber; in seine Bestandteile zerlegt: Schicksalsgenosse) im Original ist auch ein juristischer Fachbegriff, der ein ungeteiltes Erbe gemeinsam besitzend heißt, was im Zusammenhang mit den himmlischen Gütern ein ganz anderes Bild zeichnet als die DMliche Herrlichkeit.
Gabengebet
Concéde nobis, miséricors Deus, ut hæc nostra oblátio tibi sit accépta, et per eam nobis fons omnis benedictiónis aperiátur.
Übersetzung
Gewähre uns, barmherziger Gott, dass dieses unser Opfer dir angenehm sei, und durch es uns die Quelle allen Segens geöffnet wird.
Deutsches Messbuch
Barmherziger Gott, nimm unsere Gaben an und öffne uns in dieser Feier die Quelle, aus der aller Segen strömt.
Vergleich
  • gewähre uns, dass dieses unser Opfer dir angenehm sei ⇒ nimm unsere Gaben an
    Obwohl das Grundanliegen im Gabengebet immer das gleich ist, versucht das Missale immerhin, gelegentlich den Ausdruck zu variieren. Da macht das DM nicht mit.
  • durch es [das Opfer] ⇒ in dieser Feier
    Es ist verschieden, ob durch das Opfer der Segen erlangt wird, oder nur während der Messe oder in dieser Feier.
  • uns die Quelle allen Segens geöffnet wird ⇒ öffne uns die Quelle, aus der aller Segen strömt
    In Original öffnet das Opfer; im DM ist das eine das Gaben-Annehmen, und etwas völlig davon Losgelöstes das Öffnen, das Gott leisten soll.
Schlussgebet
Sit nobis, Dómine, reparátio mentis et córporis cæléste mystérium, ut simus eius in glória coherédes, cui, mortem ipsíus annuntiándo, compátimur.
Übersetzung
Sei uns, Herr, das himmlische Mysterium Erneuerung des Geistes und des Körpers, damit wir dessen Miterben in Herrlichkeit sind, mit dem wir, indem wir seinen Tod verkünden, mitleiden.
Das Schlussgebet entspricht der alten Postcommunio für den achten Sonntag nach Pfingsten z.B. im „Missel de Paris“ oder im „Eucologe de Lisieux“, während die Secreta im alten Missale Romanum nur der Anfang gleich istt:
Sit nobis, Domine, reparatio mentis et corporis caeleste mysterium: ut, cuius exsequimur cultum, sentiamus effectum
Übersetzung
Sei uns, Herr, das himmlische Mysterium Erneuerung des Geistes und des Körpers, damit wir [dessen] Wirkung erfahren, wessen Anbetung wir vollziehen.
Die französische (und aktuelle) Version ist wohl durch die seinerzeit für besagten Sonntag vorgesehene Epistel (Röm 8, 12-17) beeinflusst, die endet mit: „ …Miterben Christi, wenn wir mit ihm leiden, um mit ihm auch verherrlicht zu werden“.

Deutsches Messbuch
Allmächtiger Gott, in der Feier der Eucharistie haben wir den Tod des Herrn verkündet. Dieses Sakrament stärke uns an Leib und Seele und mache uns bereit, mit Christus zu leiden, damit wir auch mit ihm zur Herrlichkeit gelangen.
Vergleich
  • Herr ⇒ allmächtiger Gott
  • das himmlische Mysterium ⇒ dieses Sakrament
  • sei uns Erneuerung des Geistes und des Körpers ⇒ stärke uns an Leib und Seele
  • damit wir dessen Miterben in Herrlichkeit sind ⇒ damit wir auch mit ihm zur Herrlichkeit gelangen
    Die genannte Perikope zielt darauf hinaus, dass wir nicht den Geist von Sklaven empfangen haben, die unter dem Gesetz stehen, sondern den Geist der Kinder, so dass wir Erben Gottes und Miterben Christi sind. Dass im DM das „Miterben“ (das Schlüsselwort, auf das die Lesung hinausläuft) rausfällt, ist doch arg unglücklich.
  • indem wir seinen Tod verkünden ⇒ in der Feier der Eucharistie haben wir den Tod des Herrn verkündet
    Im Original ist das Mitleiden die Verkündigung des Todes, im DM an eine andere Stelle verschoben lediglich der Messbesuch. Wie auch im Gabengebet geht es in den Originalgebeten um das eigene Leben, das durch das Messopfer beeinflusst wird; im DM bleibt, was in der Kirche passiert, auch in der Kirche.

Samstag, 28. September 2019

unter der Engel treuen Wacht tapfer weitergehen

Aus dem alten „Michaelis“ am (morgigen) 29. September [genauer: In dedicatione St. Michaelis Archangeli, was sich auf den Weihetag der Michaelskirche an der Via Salaria in Rom bezieht], welches das Fest des hl. Erzengels Michael und aller Engel war, ist im neuen Kalender „Michael, Gabriel, Rafael (Erzengel)“ geworden. Die Gebete konnten aber weitgehend recyclet werden. Sie lauten:

Tagesgebet
Deus, qui, miro ordine, Angelorum ministeria hominumque dispensas: concede propitius; ut, a quibus tibi ministrantibus in caelo semper assistitur, ab his in terra vita nostra muniatur.
Übersetzung
Gott, der du in wunderbarer Ordnung die Dienste von Engeln und Menschen einteilst: gewähre gnädig, dass von denen, die dir im Himmel dienen, immer unterstützt, auf Erden unser Leben geschützt werde.
Falls durch die sehr originalnahe Wortstellung der Inhalt unzureichend deutlich gemacht wird: Die Engel mögen, wie sie im Himmel, wo sie Gott dienen, uns durch ihre Gebete unterstützen, so auch auf Erde unser Leben beschützen.
Das Tagesgebet ist identisch mit der alten Oratio zu Michaelis.

Deutsches Messbuch
Gott, du ordnest alles mit Macht und Weisheit; Engeln und Menschen teilst du ihre Dienste zu. Gib, dass die Macht des Bösen nicht überhand nimmt, sondern sende deine heiligen Engel, die im Himmel vor dir stehen, in diese Welt, damit sie uns vor allem Unheil schützen.
Vergleich
  • in wunderbarer Ordnung ⇒ du ordnest alles mit Macht und Weisheit
  • gewähre gnädig ⇒ gib
  • die dir im Himmel dienen ⇒ die im Himmel vor dir stehen
  • von denen immer unterstützt ⇒ dass die Macht des Bösen nicht überhand nimmt
  • auf Erden ⇒ sende deine heiligen Engel in diese Welt
  • unser Leben geschützt werde ⇒ damit sie uns vor allem Unheil schützen
Man weiß wieder nicht, ob die Fantasie mit dem DM-„Übersetzer“ durchgegangen ist, oder ob in der ersten Auflage des Reformmissale tatsächlich von der überhand nehmenden Macht des Bösen die Rede war …

Gabengebet
Hostias tibi, Domine, laudis offerimus, suppliciter deprecantes: ut easdem, angelico ministerio in conspectum tuae maiestatis delatas (alt: angelico pro nobis interveniente suffragio), et placatus accipias, et ad salutem nostram provenire concedas.
Übersetzung
Opfer des Lobes bringen wir dir, Herr, dar, demütig bittend, dass du dieselben, durch den engelischen Dienst vor das Angesicht deiner Majestät getragen (alt: während die engelische Fürsprache für uns vermittelt), sowohl versöhnt annimmst als auch zu unserem Heil werden lässt.
Das Gabengebet entspricht im Wesentlichen der Sekreta von Michaelis, bis auf die farblich gekennzeichnete Stelle. Zur Version aus dem Reformmissale vergleiche die Bitte zum Abschluss des Hochgebets: „befiehl, dass diese [Gaben] durch die Hand deines heiligen Engels auf deinen himmlischen Altar getragen werden, vor das Angesicht deiner göttlichen Majestät“.

Deutsches Messbuch
Herr, unser Gott, wir bringen unsere Gaben dar für das Opfer des Lobes. Lass deine Engel sie vor dein Angesicht tragen, nimm sie gnädig an und schenke uns durch sie dein Heil.
Vergleich
  • Opfer des Lobes bringen wir dir dar ⇒ wir bringen unsere Gaben dar für das Opfer des Lobes
  • demütig bittend, dass du dieselben ⇒ lass sie
  • durch den engelischen Dienst ⇒ deine Engel
  • vor das Angesicht deiner Majestät ⇒ vor dein Angesicht
  • [sie] zu unserem Heil werden lässt ⇒ schenke uns durch sie dein Heil
Schlussgebet
Pane cælésti refécti, súpplices te, Dómine, deprecámur, ut, eius fortitúdine roboráti, sub Angelórum tuórum fidéli custódia, fortes, salútis progrediámur in via.
Übersetzung
Durch das himmlische Brot gesättigt* flehen wir demütig dich, Herr, an, damit wir - durch seine Stärke** gekräftigt - unter der treuen Wacht deiner Engel tapfer** auf dem Weg des Heils weitergehen.
* refecti kann „gesättigt“ und „erneuert“ heißen – beides passt hier
** Ein Wortspiel: die Stärke (fortitudo) ist das Substantiv zu tapfer (fortis). Allerdings ist die Aussage „durch seine Stärke gekräftigt“ redundant zu „durch das himmlische Brot gesättigt/erneuert“, was die Eleganz vermindert.

Deutsches Messbuch
Barmherziger Gott, du hast uns mit dem Brot des Himmels gestärkt. Lass uns in der Kraft dieser Speise und unter dem Schutz der heiligen Engel auf dem Weg des Heiles voranschreiten.
Das „tapfer“ entfällt im DM leider.

Das Schlussgebet ist aus bekannten Bruchstücken anderer Gebete zusammengesetzt.

Die alte Postcommunio zu Michaelis war:
Beati Archangeli tui Michaelis intercessione suffulti: supplices te, Domine, deprecamur; ut, quod ore prosequimur, contingamus et mente.
Übersetzung
Durch deines seligen Erzengels Michael Vermittlung unterstützt, flehen wir demütig dich, Herr, an, dass was wir mit dem Munde ehren*, auch mit dem Geiste erreichen*.
*Das prosequi kann neben „ehren“ auch „verfolgen“ bedeuten, wie das „contingere“ neben „erreichen“ auch „kosten, probieren“. Was wir also durch unseren Lobpreis zu erreichen streben, mögen wir [einst] auch tatsächlich kosten; was einen Rückbezug auf das tatsächliche Schmecken der himmlichen Gaben bringt.

Freitag, 27. September 2019

Innozenz III.: Mysterien der Eucharistie erklärt (6)

Nachdem die Beschreibung der Vorbereitungen abgeschlossen ist, kommt Papst Innozenz in Zweiten Buch zum Beginn der Messfeier:

Einzug
„Mit diesen Kleidern geschmückt schreitet der Bischof dem Altare zu, an jeder Seite von jemandem - an der einen von dem Priester, auf der andern von dem Leviten [Diakon] - geleitet, unter Vortritt des Subdiakons, welcher das verschlossene Evangelienbuch trägt, bis der Bischof an dem Altar angelangt ist und es, aufgeschlagen, küßt. Der Bischof nämlich stellt in seiner Person jenen Priester vor, von welchem der Apostel sagt: ‚Christus, der Priester der zukünftigen Güter, ist eingegangen in die größere und vollkommenere, nicht mit Menschenhänden gemachte Hütte’* usw.“
* Hebr 9, 11

„Der Priester und der Levite bedeuten das Gesetz und die Prophezeihung, demzufolge, was in dem Gleichnis von dem Verwundeten der Herr selbst vorgetragen hat*, dass nämlich ein Priester des gleichen Weges hinabgegangen, und als er jenen gesehen, vorübergeschritten sei, hierauf ein Levit desgleichen. Gesetz und Prophezeihung vorbildend, erschienen Moses und Elias auf dem Berge** und sprachen mit Christo. Der Priester und der Levite geleiten den Bischof, weil Gesetz und Propheten Christum ankündigten und verhießen. Denn Moses sagt in dem Gesetz: ‚Einen Propheten wird euch Gott erwecken aus euern Brüdern, den sollt ihr hören, gleich wie mich.’*** Und Jesaja: ‚Siehe ein großer Prophet wird kommen, und er wird Jerusalem erneuern.’****“
* Lk 10, 20-32
** Mt 17, 3
*** Deu 18, 15
**** „Ecce veniet propheta magnus, et ipse renovabit Ierusalem“ ist eine Antiphon für den Advent; einige Bücher verweisen dabei auf Jesaja Kapitel 66. Der Satz ist aber mehr eine Zusammenfassung oder Interpretation des Gesagten; wörtlich kommt er nicht vor.

„Der vorangehende [Sub]Diakon bedeutet den Täufer Johannes, welcher Christo voranging im Geist und in der Kraft Eliae, um dem Herrn zu bereiten ein vollkommenes Volk. Er trägt dem Bischof das Evangelienbuch vor, weil Johannes vor Christo das Evangelium zu verkündigen begann, und sagte: ‚Tut Buße, das Himmelreich nahet heran.’* Dass er aber das Buch verschlossen hält, bis der Pontifikant an den Altar gelangt, und dann erst es öffnet, deutet auf das, was in der Apokalypse geschrieben steht: ‚dass niemand würdig erfunden worden ist, das Buch zu öffnen, welches von innen und außen beschrieben und mit sieben Siegeln versehen war, als allein der Löwe vom Stamme Juda, aus der Wurzeln David, der das Buch öffnete und die sieben Siegel löste’** Durch den Altar wird die Kirche bezeichnet, wie in dem Buch vom Ausgang [Exodus] der Herr sagt: ‚Wenn du Mir einen Altar errichten willst, so sollst du ihn nicht von gehauenen Steinen machen.’*** Wenn Er das Behauen der Steine für den Altar verbietet, so verwirft Er damit die Zerteilung [Schisma] der Gläubigen, dass die Kirche nicht durch Irrtümer und Spaltungen getrennt werde.“
* Mt 3, 2; und dann Jesus in Mt 4, 17
** Offb 5, 1.4-5
*** Ex 20, 25

„Sowie der Bischof am Altar anlangt, wird das Buch geöffnet; weil Christus, sowie er die ursprüngliche Kirche der Apostel durch Lehre und Verkündigung sammelte, ihnen alsbald die Geheimnisse der heiligen Schrift verkündete. ‚Euch’, sagte er, ‚ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreiches zu kennen, den andern aber in Gleichnissen.’* Daher öffnete er ihnen nach der Auferstehung den Sinn, damit sie die Schrift verstünden.** Zweckmäßiger daher öffnet der Bischof selbst das Evangelienbuch, wiewohl Christus die Geheimnisse der heiligen Schrift auch durch seine Diener kund machte. Dass der Bischof das Evangelienbuch küßt, weist darauf hin, dass Christus den Frieden im Evangelio verkündigte: ‚Meinen Frieden’, sagte Er, ‚gebe Ich euch, den Frieden hinterlasse Ich euch, nicht wie ihn die Welt gibt, gebe Ich ihn euch.’***“
* Mt 13, 11
** Lk 24, 27
*** Joh 14, 27

Fortsetzung hier

Donnerstag, 26. September 2019

durch unsagbare Vorsehung verliehen

Zu Ehren der Martyrer Hl. Kosmas und Hl. Damian betet die heilige Mutter Kirche:

Tagesgebet
Magníficet te, Dómine, sanctórum tuórum Cosmæ et Damiáni veneránda memória, quia et illis glóriam sempitérnam, et opem nobis ineffábili providéntia contulísti.
Übersetzung
Es rühme dich, Herr, deiner Heiligen Cosmas und Damian ehrwürdiges Gedächtnis, weil du sowohl ihnen ewige Herrlichkeit als auch uns durch unsagbare Vorsehung Beistand verliehen hast.
Deutsches Messbuch
Erhabener Gott, am Gedenktag der heiligen Märtyrer Kosmas und Damian preisen wir deine Macht und Güte. Du hast ihnen ewigen Ruhm geschenkt, uns aber gewähre immer neu deine Hilfe.
Anmerkungen
Im Original preist die Gedächtnisfeier den Herrn, denn „groß bist du in deinen Heiligen“ (wie das DM in Gebeten an verschiedenen Heiligenfesten gerne hinzufügt); im DM preist das wichtige „Wir“ am Gedanktag, und zwar nicht den Herrn, sondern seine „Macht und Güte“.
Im DM entfällt die „unsagbare Vorsehung“, dafür wird ein „immer neu“ dazuphantasiert.
Das Original ist ein Lobgebet, das neben dem Lohn für die Heiligen auch die Hilfe für uns einschließt; im DM wird der letzte Teil abgetrennt und als Bitte formuliert.

Gabengebet
In tuórum, Dómine, pretiósa morte iustórum, sacrifícium illud offérimus, de quo martýrium sumpsit omne princípium.
Übersetzung
Zum kostbaren Tod deiner Gerechten, Herr, bringen wir jenes Opfer dar, von dem jedes Blutzeugnis seinen Ausgang nimmt.
Deutsches Messbuch
Allmächtiger Gott, um den Martertod der Heiligen Kosmas und Damian zu ehren, feiern wir das Opfer deines Sohnes und bekennen, dass jedes Martyrium seinen Ursprung hat in diesem einen Opfer Jesu Christi.
Anmerkung
Der DM-Zielgruppe scheinen die Angaben im Originalgebet nicht auszureichen, dass dort zwei Mal das Opfer als „deines Sohnes“ und „Jesu Christi“ erklärt werden muss.

Schlussgebet
Consérva in nobis, Dómine, munus tuum, et quod, te donánte, pro commemoratióne beatórum mártyrum Cosmæ et Damiáni percépimus, salútem nobis præstet et pacem.
Übersetzung
Erhalte in uns, Herr, deine Gabe, und was wir, von dir geschenkt, zur Erinnerung an die seligen Martyrer Kosmas und Damian empfangen haben, gewähre uns Heil und Frieden.
Deutsches Messbuch
Herr, unser Gott, am Gedenktag der heiligen Märtyrer Kosmas und Damian hast du uns in diesem Mahl den Reichtum deiner Gnade geschenkt. Gib, dass wir in der Kraft dieser Gaben dir in Treue anhangen und von dir Heil und Frieden empfangen.
Anmerkung
Es ist ja schon mehrfach vorgekommen, dass im DM eine andere Vorlage übersetzt wurde als sich jetzt im Missale Romanun vorfindet; allerdings sind auch die Produkte sprühender DM-Phantasie nicht unbekannt. Man erkennt zwar sporadische Ähnlichkeiten mit dem Original, aber als „Übersetzung“ kann das eigentlich nicht durchgehen.

Früher wurde Kosmas’ und Damians am 27. September gedacht mit folgenden Gebeten:

Oratio
Praesta, quaesumus, omnipotens Deus: ut, qui sanctorum Martyrum tuorum Cosmae et Damiani natalicia colimus, a cunctis malis imminentibus, eorum intercessionibus, liberemur.
Übersetzung
Gewähre, bitten wir, allmächtiger Gott, dass die wir deiner heiligen Martyrer Kosmas’ und Damanians [himmlichen] Geburtstags gedenken, von allen drohenden Übeln, auf ihre Vermittlung, befreit werden.
Secreta
Sanctorum tuorum nobis, Domine, pia non desit oratio: quae et munera nostra conciliet, et tuam nobis indulgentiam semper obtineat.
Übersetzung
Deiner Heiligen frommes Gebet, Herr, möge uns nicht fehlen, welches sowohl unsere Gaben vermitteln als auch uns deine Nachsicht immer verschaffen möge.
Postcommunio
Protegat, quaesumus, Domine, populum tuum et participatio caelestis indulta convivii, et deprecatio collata Sanctorum.
Übersetzung
Es schütze, bitten wir, Herr, dein Volk sowohl die gefrönte* Teilnahme am himmlischen Gastmal als auch das vereinte Flehen der Heiligen.
* die Teilnahme, der wir gefrönt haben; die hingebungsvolle Teilnahme

Mittwoch, 25. September 2019

Innozenz III.: Mysterien der Eucharistie erklärt (5)

Über die Bedeutung des Palliums hat Papst Innozenz in seinen „Geheimnissen des Altarssakraments“ so einiges mitzuteilen:

[Fortsetzung von hier]

„Das Pallium, welche die Erzbischöfe tragen, bezeichnet die Zucht, mittelst deren sie sowohl sich als ihre Untergebenen leiten sollen. … Das Pallium wird aus weißer Wolle gewebt; rings um die Schultern bildet es einen geschlossenen Kreis, und auf beiden Seiten hängen zwei Streifen herab. An der rechten und an der linken Seite, vorne und hinten, ist es mit vier Purpurkreuzen besetzt, links ist es doppelt, rechts einfach. … Die Wolle weist auf das Rauhe, die weiße Farbe auf das Wohlwollen. Denn die Kirchenzucht wendet gegen Widerspenstige und sich Auflehnende den Ernst an, gegen Reuende und Demütige aber Milde. Deswegen wird es nicht aus der Wolle eines beliebigen Tieres, sondern aus derjenigen des sanften Schafes gefertigt. Der Prophet sagt daher: ‚Wie ein Schaf, das zum Schlachten geführt wird, und wie ein Lamm vor seinem Scherer, so verstummte Er und tat seinen Mund nicht auf.’* Darum wendete gegen die Wunden jenes Halbtoten der Samariter, der ihn in den Stall führte, Wein und Öl an**, damit durch den Wein die Wunden frisch erhalten, durch das Öl der Schmerz gedämpft würde, und, wie es der Heilung von Wunden förderlich ist, so soll der Bischof in dem Wein die Schärfe des Ernstes, in dem Öl die Milde des Erbarmens anwenden. Das wird auch angedeutet durch die Lade des Bundes, in welcher mit den Gesetzestafeln ein Stab und Manna aufbewahrt wurde.*** Denn dem Gemüte des Lenkenden soll mit der Kenntnis der heiligen Schrift der Stab, die züchtigende Rute, und zugleich das süße Manna inne sein, dass die Strenge nicht unbemessen vorwalte, und die Milde nicht nachsichtiger sich erzeige als zuträglich. Der Kreis des Pallidums, welcher um die Schultern sich zieht, ist die Furcht des Herrn, durch welche die Werke bewältigt werden, dass sie weder in das Unerlaubte hinüberschweifen noch das Überflüssige gestatten. Denn die Zucht hält aus Furcht vor der Strafe die Linke zurück von Unerlaubtem, und mäßigt in Liebe zur Gerechtigkeit die Rechte vor Überflüssigem. ‚Glücklich der Mann, der immer in Besorgnis schwebt.’**** Denn es scheucht nach der Meinung des Weisen die Furcht des Herrn das Böse zurück; wer aber ohne Furcht lebt, kann nicht gerecht werden. … Die vier Kreuze desselben sind die vier politischen Tugenden: Gerechtigkeit, Tapferkeit, Klugheit, Mäßigung, welche, sofern sie nicht im Blut des Kreuzes Christi gerötet werden, den Namen von Tugenden umsonst in Anspruch nehmen, und zu der Glorie der wahren Seligkeit nicht führen. Darum sagt der Herr zu den Aposteln: ‚Wenn eure Gerechtigkeit diejenige der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht übertrifft, so werdet ihr nicht in das Himmelreich eingehen.’*5 Das Pallium ist das Purpurgewand des Königs, dessen Salomon im Hohenlied erwähnt.*6 Derjenige also, der mit der Ehre desselben geschmückt wird, sofern er sein will, was er soll, muss in dessen vorderen Teil die Gerechtigkeit erkennen, die einem jeden zuteilt, was ihm gebürt; in dem hinteren die Klugheit, welche von jedem fernhält, was ihm schädlich ist; die Taperkeit von der Linken, dass Widerwärtiges ihn nicht niederbeuge, die Mäßigung von der Rechten, das Glückliches ihn nicht hochfahrend mache.
Zwei Streifen ziehen, der eine über den Rücken, der andere über die Brust sich hinunter, und bedeuten das tätige und das beschauliche Leben, welchem ein Prälat in der Weise sich widmen soll, dass er nach Mosis Beispiel jetzt auf den Berg steige und dort mit dem Herrn über höhere Wahrheiten verkehre, dann hinab in das Lager sich wende und dort den Bedürfnissen des Volkes fürsorge. Denn wie er öfters anderen sich hingibt, so muss er sich zwischenein selbst wiedergewinnen; wie Martha eifrig dem Dienst des Heilandes oblag, Maria dagegen Seinen Worten horchte. Jeder der Streifen zieht sich nach unten, weil der dem Verderben ausgesetzte Körper auf die Seele drückt, und das Wohnen auf Erden den Sinn des Nachdenkens darniederbeugt. Darum ist das Pallium zweifach auf der Linken, einfach auf der Rechten, weil das gegenwärtige Leben, was unter der Linken verstanden wird, vielen Mühsalen unterworfen ist, das künftige aber, durch die Rechte angedeutet, in stets gesammelter Ruhe geführt werden wird. Auch darauf hat die Wahrheit hingedeutet, wenn sie anhub: ‚Martha, Martha, du bist voll Sorge und mühst dich wegen Vielem ab. Nur eines ist not. Maria hat den besseren Teil erwählt, der in Ewigkeit nicht wird von ihr genommen werden.’*7 Das Pallium ist zweifach an der Linken, weil, um die Mühsale des gegenwärtigen Lebens zu ertragen, ein Prälat kräftig sein muss; es ist einfach an der Rechten, weil er mit aller Innigkeit darnach seufzen soll, dass er zur Ruhe des künftigen Lebens gelange, nach dem Worte des Psalmisten: ‚Eines begehre ich von dem Herrn, darnach verlange ich, dass ich wohne in dem Hause des Herrn alle Tage meines Lebens.’*8
Die drei Nadeln, welche vor der Brust, auf der Schulter und an dem Rücken in das Pallium gesteckt werden, bezeichnen das Mitleid mit dem Nächsten, die Verwaltung des Amtes und das Fällen des Urteils. Die erste sticht die Seele durch Schmerz, die andere durch Arbeit, die dritte durch Schauer. Die erste hat den Apostel gestochen, da er sprach: ‚Wer erkrankt, und ich würde nicht krank mit ihm? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht?’*9 An die zweite erinnert er mit dem Wort: ‚Außer dem, was draußen ist, das tägliche Angelaufenwerden, die Sorgen um alle Kirchen;’*10 an die dritte, wo er sagt: Wenn der Gerechte kaum wird selig werden, wie werden der Gottlose und der Sünder bestehen?’*11 An der Rechten wird keine Nadel hineingesteckt, weil es in der ewigen Ruhe keinen Stachel der Betrübnis, keine Spitze zum Verwunden gibt. ‚Denn Gott selbst wird alle Tränen von den Augen der Heiligen abtrocknen, und es wird keine Klage und kein Geschrei und kein Schmerz mehr sein, denn das Frühere ist vergangen.’*12 Die Nadel ist von Gold, unten spitz, oben rund, einen kostbaren Stein umfassend, weil ein guter Hirte, obgleich ihn die Sorgen um die Schafe in Kümmernis versetzt, im Himel ewig gekrönt wird und zum Besitz jener kostbaren Perle gelangt, von welcher der Herr im Evangelium sagt: ‚Das Himmelreich ist gleich einem Kaufmann, der gute Perlen sucht. Da er eine kostbare fand, ging er heim und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.’*13 Das Pallium wird aber die Fülle oberpriesterlicher Gewalt genannt, weil diese Fülle in demselben und mit demselben übertragen wird. Denn bevor der Metropolitan mit dem Pallium geschmückt ist, darf er keine Geistlichen ordninieren, keine Bischöfe weihen, keine Kirchen einsegnen und sich nicht Erzbischof nennen lassen.“

* Jes 53, 7
** Lk 10, 33f.
*** Hebr 9, 4
**** Ps 128, 1?; Spr 28, 14?
*5 Mt 5, 20
*6 Der einzige purpurne Gegenstand im Hohenlied ist der Sänftensitz Salomons (Hld 3, 10)
*7 Lk 10, 41f.
*8 Ps 27, 4
*9 2 Kor 11, 29
*10 2 Kor 11, 28
*11 1 Petr 4, 18
*12 Offb 21, 4
*13 Mt 13, 45f.

Dienstag, 24. September 2019

wer könnte oder wollte von deinem Lobe weichen

 
Weitere Perlen aus dem Sacramentarium Leonianum:

1) Ausübend, Herr, den ruhmreichen Tausch, bringen wir dir dar, was du gegeben hast, damit wir erhalten, dass du es annimmst.

Hübsch in alle Richtungen 😍  Der Tausch der Gaben von Brot und Wein, die Gott uns in seiner Güte gegeben hat, in Leib und Blut unseres Herrn Jesus Christus, die er uns in unfassbar größerer Güte immer schenkt - wofür wir den Dankesdienst (Eucharistie) ausüben, damit Gott wegen des Opfers geneigt ist, das Opfer anzunehmen. Coool.

2) Wahrhaft würdig … Denn obwohl unzählbar sind alle [Auszeichnungen], die du seit den Anfängen der Menschennatur verliehen hast:
- dass du sie ja aus dem Nichts erschaffen hast,
- dass du gegeben hast, dich erkennen zu können
- dass du dich allen Seelen durch die Teilhabe an der höchsten Lehre offenbart hast
- dass du dich durch die vollständige Besitzergreifung der Welt bereicherst*
sind dennoch weit wunderbarer die Wohltaten, dass du den irdischen und sterblichen Stoff, wenn er vergeht, nicht nur belebst, sondern auch göttlich machst.

* im Sinne von: der du alle Menschen zum Volk deines Eigentums zählst? vgl. 1 Petr 2, 9

4) Auf deinen Altären, Herr, bringen wir dankbar irdische Gaben dar, damit wir himmlische erhalten; wir geben zeitliche, damit wir ewige empfangen.

5) Wahrhaft würdig … Denn wer könnte oder wollte von deinem Lobe weichen, genau erwägend die Wirkung der wunderbaren Vorsehung, dass aus dem Geschlecht des sündigen Wesens das unbefleckte Opfer geboren wurde, durch dessen Opferung für die Schuld der Natur des besagten [Geschlechts] du versöhnt werden kannst.

6) Wahrhaft würdig … Der sich selbst dir für uns darbrachte als zu Opferndes [Opfertier], derselbe zeigte sich als Priester und heiliges Lamm.

Innozenz III.: Mysterien der Eucharistie erklärt (4)

Der zweite Teil von Papst Innozenz’ III. Erklärung der bischöflichen Gewändern, in der Reihenfolgen, wie sie angelegt werden:

[Fortsetzung von hier]

„Weil die meisten Menschen, was sie Gutes tun, durch eitle Gunst wieder verderben, so bekleidet der Bischof alsbald seine Hände mit den Handschuhen, damit die Linke nicht wisse, was die Rechte tue.* Ganz zweckmäßig wird daher durch die Handschuhe die Behutsamkeit angedeutet, welche öffentlich dergestalt handelt, dass sie die Absicht im Dunklen lässt. Denn obwohl der Herr gesprochen hat: ‚Lasst euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen’** (weswegen die Handschuhe oben einen goldenen Kreis haben) – so hat er dennoch befohlen: ‚Habt acht, dass ihr euer Rechttun nicht vor den Menschen übet, um von ihnen gesehen zu werden, sonst werdet ihr keinen Lohn haben bei eurem Vater, der im Himmel ist.’***“
* Mt 6, 3
** Mt 5, 16
*** Mt 6, 1

„Zuletzt zieht er über alle Kleidungsstücke das Messgewand, welches die Liebe bezeichnet. Denn ‚die Liebe deckt der Sünden Menge;’* worüber der Apostel sagt: ‚Einen andern, weit vorzüglicheren Weg werde ich euch zeigen; wenn ich mit Menschen und mit Engelszungen reden könnte, hätte aber die Liebe nicht so wäre ich gleich einen tönenden Erz, einer klingenden Schelle.’** Die Liebe ist jenes Hochzeitskleid, von welchem in dem Evangelio der Herr spricht: ‚Freund, wie bist du hier hineingekommen, da du kein Hochzeitskleid trägst?’*** – Dass der Amict über der Öffnung des Messgewandes zurückgeschlagen wird, deutet darauf hin, dass jedes gute Werk zu der Liebe in Beziehung stehen müsse; denn das Endziel des Gesetzes ist die Liebe aus reinem Herzen, mit gutem Gewissen, in ungefälschter Treue****. Dass aber durch das Ausstrecken der Hände das Messgewand in einen vorderen und einen hinteren Teil geschieden wird, bezeichnet die beiden Zweige der Liebe, diejenige gegen Gott nämlich, die gegen den Nächsten. ‚Du sollst – heißt es – Gott lieben von ganzem Herzen, den Nächsten aber wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.’*5 Die Weite des Messgewandes bezeichnet die weite Ausdehnung der Liebe, die auch auf die Feinde sich erstreckt. Daher es heißt: ‚Dein Gebot ist nur allzuweit.’*6“
* 1. Petr 4, 8 (Spr 10,12 zitierend)
** 1. Kor 12, 31f.
*** Mt 22, 12
**** 1. Tim 1, 5 (vgl. a. Röm 13, 10)
*5 Mt 22, 37-40
*6 Ps 119, 96

„Weil aber auch die bemessensten und dem göttlichen Dienste ergebensten Gemüter etwas Ungeahntes beschleichen mag, was bisweilen die zum Schlummer geneigte Seele einschläfern kann (nach des Psalmisten Wort: ‚aus langer Weile schlummerte meine Seele’*), wird an die Linke eine Art Tüchlein befestigt, Manipel oder Schweißtuch genannt, weil damit der Schweiß des Gemüts abgetrocknet, der Schlummer des Herzens verscheucht wird, dass unter Verscheuchung der Langweile oder der Schlaftrunkenheit der Priester wackerer sei zu guten Werken. Durch das Manipel wird daher jene Wackerheit bezeichnet, von der der Herr sagt: ‚Wachet, weil ihr nicht wisst, zu welcher Stunde euer Herr kommen wird.’** Darum sagt im Hohelied die Braut: ‚Ich schlafe, aber mein Herz ist wach.’***“
* ???
** Mk 13, 35
*** Hld 5, 2

„Die Mitra des Oberpriesters bezeichnet die Kenntnis beider Testamente, durch die beiden Hörner angedeutet, wie der Buchstabe und der Geist durch die beiden Bandstreifen; der goldene Reif, der den vorderen und hinteren Teil umfasst, zeigt an, dass jeder Gelehrte aus seinem Schatz Neues und Altes hervorbringt.* Hüte sich darum ein Bischof, eher Lehrer sein zu wollen, das er Schüler zu sein versteht, damit wenn er als Blinder den Blinden leiten soll, Beide in die Grube fallen.** Denn es steht geschrieben bei dem Propheten: ‚Weil du das Wissen verschmäht hast, will ich auch die verschmähen, dass du nun nicht das priesterliche Amt verwalten sollst.’***“
* Mt 13, 52
** Mt 15, 14; Lk 6, 39
*** Paraphrase von 1. Sam 2, 27-36? Wörtlich finde ich das so nicht.

„Der Ring ist das Wahrzeichen der Treue, in welcher Christus seine Braut, die Kirche, sich verlobte, dass sie von sich sagen mochte: ‚Mit seinem Ring hat mich mein Herr, d.i. Christus, sich verlobt.’* Hüter und Lehrmeister der Kirche sind die Bischöfe und Prälaten, die zu dessen Zeichen und Zeugnis den Ring tragen. … Einene solchen Ring reichte der Vater dem zurückgekehrten Sohn, nach jenem Wort: ‚Gebt ihm einen Ring an seinen Finger’**“
* Aus dem Ritus der Jungfrauenweihe, wo die Ordensfrau an einer Stelle antwortet: Durch seinen Ring hat mich der Herr Jesus mit seinem Mahlschatze verlobt, und als Braut mit der Krone geschmückt.
[Der Mahlschatz bezeichnete im älteren deutschen Recht ein Angeld des Bräutigams an die Braut.]
** Lk 15, 22

„Der Stab bezeichnet die Zurechtweisung durch den Hirten. Deshalb wird dem zu Weihenden durch den Weihenden gesagt: ‚Nimm den Hirtenstab.’ Hiervon spricht der Apostel: ‚Soll ich mit der Rute zu euch kommen?’* Dass aber der Stab spitz ist am Ende, gerade in der Mitte, gekümmt zuoberst, weist darauf, dass der Oberpriester mittelst desselben die Trägen anspornen**, die Schwachen lenken, die Abschweifenden zurückziehen soll. Der Papst aber bedient sich des Hirtenstabes nicht, weil der heilige Petrus seinen Hirtenstab dem ersten Bischof von Trier, Eucharius, übersandte, den er zugleich mit Valerius und Maternus bestimmte, dem Volke in Deutschland das Evangelium zu verkünden. Jenem aber folgte an dem Bistum Maternus, der durch den Hirtenstab des heiligen Petrus von dem Tod erweckt worden war. Diesen Stab bewahrt die Kirche von Trier heutzutage noch mit großer Ehrerbietung.“
* 1 Kor 4, 21
** vgl. Ez 34, 16

Fortsetzung hier

Montag, 23. September 2019

unserer Zerbrechlichkeit beistehen

Nicht alle Gebete im Sacramentarium Leonianum sind total geglückt:

1) Wir preisen, Herr, deinen Namen, allmächtiger und barmherziger Gott, der du – unserer Zerbrechlichkeit beistehend – nicht nur uns die göttlichen Geheimnisse schenkst, sondern auch wir durch deren* Gebet diesen [Geheimnissen] würdig gemacht werden mögen.

*Erstens ist unklar, worauf sich das „deren“ bezieht (die Gebete der Geheimnisse??), zweitens wird in der „sowohl …als auch“-Konstruktion das Subjekt (von „Gott“ zu „wir“) und der Modus des Verbs (von Indikativ zu Konjunktiv) gewechselt. Holpert an allen Stellen.

2) Wahrhaft würdig … Wir feiern nämlich die kostbaren Geburtstage deiner Gerechten, die während sie auf dem ganzen (ergänze: Erdkreis) wiederstrahlen, immer sowohl beendet begonnen werden als auch als stets Wiederzubeginnende beendet werden.

Der geklammerte Zusatz steht im Original.
Die himmlischen Geburtstage (=Todestage) der Gerechten werden ständig (irgendwo) auf der Erde gefeiert, und wenn die Feiern zuende sind, werden sie wieder begonnen; und wenn sie aufhören, müssen sie wieder angefangen werden. Scheint mir eine Dopplung der Aussage zu sein, wie aus dem missglückten Versuch eines Wortspiels entstanden: semper et inchoantur expleta, et explentur jugiter inchoanda, wobei semper und iugiter etwa dasselbe (immer, stets) heißen.

Ein recht unbescheidenes Gebet, wie der Weihnachtswunschzettel von kleinen Kindern:
3) Deine Barmherzigkeit sei dem Volk nahe, Herr, versöhnt* durch das Flehen der Heiligen, das [Flehen] es [das Volk] immer sowohl von Verbrechen reinige, als auch vorm Feind verteidige, mit zeitlichen Hilfen vorwärts bringe und zur ewigen Freude der Heiligen führe.

* versöhnt bezieht sich auf Gott

4) Wir feiern, Herr, das Opfer, das uns so immerwährend sein muss, wie wir beständig ersehnen, durch sein Wirken das ewige [Opfer?] zu werden.

Jemand wollte wohl alle Wörter, die mit dem Ewigen in Verbindung stehen (perpetuus, iugiter, aeternus) in einem Gebet unterbringen. Ich versteh es vielleicht nicht richtig.

Sonntag, 22. September 2019

die Tugend herausragender Barmherzigkeit

Nach dem alten Kalender wird am 22. September des Heiligen Thomas von Villanova, Bischof und Bekenner, gedacht. Einen wie ihn könnten wir in Deutschland heutzutage gut gebrauchen, denn die Wikipedia sagt über ihn: „Seine beißenden Angriffe auf seine Bischofskollegen brachten ihm den Ruf ein, ein Reformator zu sein.“
Neuerdings ist sein Fest wohl am 08. September, allerdings ist da neben Mariä Geburt im Missale nichts vorgesehen.

Er hatte eine hübsche Oratio; Secreta und Postcommunio sind die aus dem Commune-Formular für Bekenner und Bischöfe.

Oratio
Deus, qui beatum Thomam Pontificem insignis in pauperes misericordiae virtute decorasti: quaesumus; ut, eius intercessione, in omnes qui te deprecantur, divitias misericordias tuae benignus effundas.
Übersetzung
Gott, der du den seligen Bischof Thomas mit der Tugend herausragender Barmherzigkeit für die Armen geschmückt hast: wir bitten, dass du auf seine Vermittlung in alle, die dich anflehen, die Reichtümer deiner Barmherzigkeit gütig ausgießest.
Aus seiner Lebensbeschreibung lernt man, dass schon seine Eltern sehr wohltätig und um die Versorgung der Armen bemüht waren; er selbst hat das als Bischof fortgesetzt:
Er lebte auch als Erzbischof sehr bescheiden und seine karitativen Bemühungen besonders für Waisen, arme Frauen ohne Mitgift, und Kranke waren unermüdlich. Er wirkte durch seine ausdrucksvollen Predigten und die außergewöhnliche Wohltätigkeit ganz im Sinne der Beschlüsse des Konzils von Trient, was ihm die Beinamen „Apostel Spaniens“ und „Almosengeber“ eintrug.
Secreta
Sancti Thomae Confessoris tui atque Pontificis, quaesumus, Domine, annua solemnitas pietati tuae nos reddat acceptos: ut, per haec piae placationis officia, et illum beata retributio comitetur, et nobis gratiae tuae dona conciliet.
Übersetzung
Des Heiligen Thomas, deines Bekenners und Bischofs, bitten wir, Herr, jährliches Hochfest mache uns deiner Milde* annehmbar, damit es, durch diese Dienste frommer Sühne, sowohl ihn als seliger Lohn begleite als auch uns die Gaben deiner Gnade erwerbe.
* pietas, als Anrede Gottes
Das Fest soll durch die Messfeier des Heiligen Ruhm mehren und uns auf Erden helfen – das ist eigentlich bei mehr oder weniger jedem Heiligenfest Thema gewesen.

Postcommunio
Deus, fidelium remunerator animarum: praesta; ut beati Thomae Confessoris tui atque Pontificis, cuius venerandam celebramus festivitatem, precibus indulgentiam consequamur.
Übersetzung
Gott, Vergelter gläubiger Seelen, gewähre, dass wir durch die Bitten des seligen Thomas, deines Bekenners und Bischofs, dessen ehrwürdiges Fest wir begehen, Nachsicht erlangen.

in des Glaubens Frömmigkeit bekennen

Am 25. Sonntag im Jahreskreis betet die heilige Mutter Kirche:

Tagesgebet
Deus, qui sacræ legis ómnia constitúta in tua et próximi dilectióne posuísti, da nobis, ut, tua præcépta servántes, ad vitam mereámur perveníre perpétuam.
Übersetzung
Gott, der du alle Bestimmungen des heiligen Gesetzes zu deiner und des Nächsten Liebe* festgelegt hast, gib uns, dass wir, deinen Vorschriften dienend, zum ewigen Leben zu gelangen verdienen.
* 1. Die Liebe hier (dilectio) ist wie Hochachtung, Wertschätzung. 2. Gemeint ist: die Vorschriften des Gesetzes wurden mit der Absicht erlassen, die Liebe zu Gott und dem Nächsten zu fördern oder wenigstens zu ihr entsprechendem Handeln anzuhalten.

Deutsches Messbuch
Heiliger Gott, du hast uns das Gebot der Liebe zu dir und zu unserem Nächsten aufgetragen als die Erfüllung des ganzen Gesetzes. Gib uns die Kraft, dieses Gebot treu zu befolgen, damit wir das ewige Leben erlangen.
Im Original hat Gott das Gesetz so gestaltet, dass seine Bestimmungen die Liebe zu Gott und dem Nächsten ausdrücken und ihr dienen. Im DM ist von hinten gedacht und das Gesetz so interpretiert, dass es durch die Liebe erfüllt wird. Das entspricht zwar der Antwort Jesu an den Gesetzeslehrer in Mt 22, 37-40, ist aber nicht das, was das Gebet sagt.
Im Original ist das „den Vorschriften dienen“ vorausgesetzt, gebetet wird um die Gnade, die immer zusätzlich nötig ist, dann auch das Heil zu erlangen. Im DM wird dagegen um „Kraft“ gebetet, die Vorschriften zu befolgen, während (pelagiansch) daraus das ewige Leben unmittelbar folgend gedacht ist.
Das Gebet kam im alten Missale nicht vor; der Anfang ist aus einem Gebet des Sacramentarium Leonianum, das anders weiter geht:
Deus, qui sacræ legis ómnia constitúta in tua et próximi dilectióne posuísti, da nobis horum propitius efficientiam mandatorum quia impossibile (esse) sibi nullus excusat quod tanta brevitate concluditur tanta aequitate praecipitur.
Übersetzung
Gott, der du alle Bestimmungen des heiligen Gesetzes zu deiner und des Nächsten Liebe festgelegt hast, gib uns gnädig die Wirksamkeit dieser Gebote*, denn nichts entschuldigt, dass es aus sich heraus unmöglich ist**, weil es in so solcher Kürze zusammengefasst, in so großer Gerechtigkeit vorgeschrieben wurde***.
* d.h. dass wir die Gebote umsetzen können
** dass der Mensch ohne die Gnade Gottes das Gesetz nicht erfüllen kann, ist keine Entschuldigung
*** die Gebote der Gottes- und Menschenliebe sind die Kurzzusammenfassung, das ganze Gesetz strotzt von Gerechtigkeit (wie in Gleichheit vor dem Gesetz; gerechtes Verfahren)

Gabengebet
Múnera, quǽsumus, Dómine, tuæ plebis propitiátus assúme, ut, quæ fídei pietáte profiténtur, sacraméntis cæléstibus apprehéndant.
Übersetzung
Die Gaben, bitten wir, Herr, deines Volkes nimm versöhnt* an, damit sie [die Teile des Volkes], was sie in des Glaubens Frömmigkeit bekennen, durch die himmlichen Sakramente erfassen.
* geneigt gemacht, besänftigt, gnädig gestimmt, verzeihend, … Es ist aus irgendeinem Grund propitiatus, nicht das übliche propitius (gnädig).
Das „erfassen“ ist im Original (apprehendant) genauso doppeldeutig wie im Deutschen: das Geheimnis, das wir im Glauben bekennen (oder preisen), das aber den Verstand übersteigt, mögen wir durch die Hilfe des Sakraments besser verstehen; oder das Heil, für welches das Sakrament das Unterpfand ist, mögen wir durch den Empfang des Sakraments erhalten.
Das Gebet wurde unverändert aus dem Sacramentarium Leonianum übernommen.

Deutsches Messbuch
Herr, unser Gott, nimm die Gaben deines Volkes an und gib, dass wir im Geheimnis der heiligen Eucharistie empfangen, was wir im Glauben erkennen.
Das DM erkennt schon im Glauben – es nimmt die Schwierigkeit des Verstehens, die zu ihrer Überwindung der übernatürlichen Hilfe bedarf, weg. Und wozu braucht es im DM ein „Geheimnis der Eucharistie“, wenn schon erkannt ist? Und was genau soll das im Glauben Erkannte sein, welches wir empfangen – es ist nicht das ewige Heil, das im Original mitschwingt.

Schlussgebet
Quos tuis, Dómine, réficis sacraméntis, contínuis attólle benígnus auxíliis, ut redemptiónis efféctum et mystériis capiámus et móribus.
Das Gebet war im alten Missale als Postcommunio bei der Messe zur Priesterweihe vorgesehen.

Übersetzung
Die du, Herr, durch deine Sakramenten erneuerst, richte wohlwollend mit fortwährenden Hilfen auf, damit wir die Wirkung der Erlösung gewinnen sowohl in den Geheimnissen als auch im Lebenswandel.
Deutsches Messbuch
Allmächtiger Gott, du erneuerst uns durch deine Sakramente. Gewähre uns deine Hilfe und mache das Werk der Erlösung, das wir gefeiert haben, auch in unserem Leben wirksam.
So wie im Original die Geheimnisse den Sitten gegenübergestellt sind, ist vom übernatürlichen und vom natürlichen Leben die Rede. Die Wirkung der Erlösung im ewigen Leben ist das Heil, im zeitlichen ein erlösteres Betragen. Das erstere und wichtigere ist im DM weggelassen. Dafür wird von einem „Werk der Erlösung, das wir gefeiert haben“ geredet, während im Original lediglich von der einen Erlösung, die von unserem Herrn Jesus Christus gewirkt wurde, die Rede ist. Die Mysterien (im DM als „das wir gefeiert haben“ wiedergegeben), gehört eindeutig nicht zu effectum, sondern (wie am entsprechenden Kasus erkenntlich und nicht zuletzt durch das et … et verdeutlicht wird) zu den moribus. Ziemlicher Grammatik-Klops; da hätte noch mal jemand drüber gucken sollen, der im Lateinunterricht aufgepasst hat.

Samstag, 21. September 2019

Innozenz III.: Mysterien der Eucharistie erklärt (3)



In seiner Erklärung der „Geheimnisse des Altarsakraments“ kommt Papst Innozenz sodann zu den Vorbereitungen zur Messe, d.h. den Gebeten und Gewändern.

[Der Anfang des Buches: Teil 1, Teil 2]

Vorbereitung zur Messe
„Wenn der Bischof im Begriff steht, feierliche Messe zu halten, so lässt er einige Psalmen und Gebete vorangehen, wie denn der Psalmist auffordert: ‚Lasst uns mit Dank vor Sein Angesicht treten und in Psalmen Ihm lobsingen!’* Er spricht aber die folgenden fünf Psalmen: Quam dilecta**, Benedixisti***, Inclina****, Credidi*5, De profundis*6; er spricht sie, damit alles Unreine, was durch Übertretung den fünf Sinnen nach ihm ankleben möchte, durch das Gebet der fünf Psalmen abgewaschen werde.
Auch ist in denselben Verschiedenes enthalten, was sich auf diejenigen, die das Altarsgeheimnis und das Sakrament der Eucharistie feiern wollen, unmittelbar bezieht. Im ersten dieser Psalme heißt es: ‚Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des Herrn, nach Deinen Altären, Herr der Heerscharen, mein König und mein Gott. Herr, Gott der Heerscharen, erhöre mein Gebet; Gott Jakobs, neige Deine Ohren zu demselben. Gott, unser Beschützer, sieh mich gnädig an, blicke auf das Antlitz Deines Gesalbten.’ – Im zweiten heißt es: ‚Gott, unser Heil, bekehre uns, und wende von uns Deinen Zorn. Willst du ewiglich mit uns zürnen? Zeige uns, Herr, Deine Barmherzigkeit und schenke uns Dein Heil! Ist doch denen, die Ihn fürchten, Seine Hilfe nahe; dass Seine Herrlichkeit in unserm Lande wohne.’ – Im dritten: ‚Vernimm, o Herr, mit Deinen Ohren mein Gebet, und neige Dich zu der Stimme meiner Fürbitte. Alle Völker, die Du erschaffen hast, sollen kommen und anbeten vor Dir, Herr. Ich will Dich, Herr, mein Gott, bekennen von ganzem Herzen, und Deinen Namen preisen in alle Ewigkeit.’ – Im vierten: ‚Ich will den Kelch des Heils nehmen und den Namen des Herrn anrufen. Du hast, Herr, meine Bande zerrissen, ich will Dir das Opfer des Lobes opfern und den Namen des Herrn anrufen. Ich will meine Gelübde darbringen dem Herrn im Angesicht des gesammelten Volkes, in den Vorhöfen des Hauses des Herrn, in deiner Mitte, Jerusalem!’ -  Im fünften: ‚Lass Deine Ohren aufmerken auf die Stimme meines Flehens. Meine Seele harrte Seines Wortes, meine Seele hoffte auf den Herrn. Denn beim Herrn ist Erbarmen, und bei Ihm reichliche Erlösung.’ – Die Gebete aber, welche der Bischof beifügt, haben offenbar den Zweck, Reinheit und Kräftigung des Herzens und des Körpers zu erflehen.“
* Ps 95 (94), 2
** Ps 84 (83)
*** Ps 85 (84)
**** Ps 86 (85)
*5 Ps 116, 10-19 (115)
*6 Ps 130 (129)

Anlegen der Gewänder
„Die Albe schmiegt sich den Gliedern des Körpers an und zeigt, dass im Leben des Priesters nichts Überflüssiges oder Abschweifendes sein soll. Ihre weiße Farbe bezeichnet die Reinheit. Denn es steht geschrieben: ‚Jederzeit seien deine Kleider weiß.’* Sie wird von Flachs oder von Leinen gefertigt, weil geschrieben steht: ‚weißer Flachs ist die Rechtfertigung der Heiligen.’** Denn wie Flachs oder Leinen die weiße Farbe, die sie von Natur nicht haben, durch vieles Schlagen und Klopfen künstlich gewinnt, so wohnt in des Menschen Fleisch die Reinheit nicht von Natur, sondern er erlangt dieselbe nur nach vieler Kasteiung durch die Gnade. Daher der Apostel verlangt, dass der Priester „seinen Leib kasteie und dienstbar mache, damit er nicht etwa, indem er anderen predige, selbst verworfen werde.’***“
* Pred 9, 8
** Offb 19,8
*** 1. Kor 9, 27

„Um die Lenden soll die Albe mittelst des Gürtels festgemacht werden, dass die Keuchheit des Priesters durch keine Reize der Begierlichkeit gelöst werde. Daher: ‚Eure Lenden seien gegürtet und in euren Händen brennende Kerzen.’* Die Lenden sind der Sitz der Wollust. Das bezeugt der Herr, wenn er vom Teufel sagt: ‚Seine Kraft ist in seinen Lenden und seine Stärke in seinem Bauchnabel.’** Die Lenden sollen also gegürtet sein der Selbstbeherrschung wegen, sie sollen unterbunden sein der Enthaltsamkeit wegen, weil diese Art von Teufeln nicht anders ausgetrieben wird als durch Gebet und Fasten ***. Deswegen sagt der Apostel: ‚Steht, die Lenden gegürtet in Wahrheit.’****“
* Lk 12, 35
** Hiob 40, 16
*** vgl. Mk 9, 29
**** Eph 6, 14

„Sodann zieht der Oberpriester [der Bischof] die Tunika, den Talar, an, der die Beharrlichkeit bezeichnet. … Ob auch sämtliche Tugenden in die Laufbahn eintreten, nur die Beharrlichkeit gewinnt das Kleinod*, weil ‚wer bis ans Ende verharret, selig werden wird.’** Das das Gebot ergeht: ‚Sei treu bis in den Tod, und Ich will dir die Krone des Lebens geben.’***“
* vgl. 1 Kor 9, 24
** Mt 10, 22
*** Offb 2, 10

„Über die Tunika legt der Bischof die Dalmatika, so genannt, weil sie in Dalmatien erfunden wurde. Ihrer Gestalt nach deutet sie auf Freigebigkeit, weil sie weite und lange Ärmel hat. Denn nach dem Apostel ‚soll der Bischof nicht nach schändlichem Gewinn trachten, sondern gastfreundlich sein.’* Er soll nicht die Hand eingezogen haben zum Empfangen, sondern gestreckt zum Hergeben und tun, was der Prophet anbefiehlt: ‚Dem Hungernden brich dein Brot, den Dürftigen und Umherziehenden führe in dein Haus; wenn du einen Nackenden siehest, so bekleide ihn, und verachte nicht dein Fleisch.’** Deswegen vornehmlich bedienen sich die Diakonen der Dalmatika, weil sie von dem Apostel dazu hauptsächlich erwählt wurden, dass sie pflichtgemäß andere bei Tische bedienten. Die Dalmatika soll wesentlich auf der einen und auf der anderen Seite, vorne und hinten, zwei rote Streifen haben von oben bis unten, damit der Priester in Glück und Unglück die Glut der Liebe bewahre gegen Gott und den Nächsten, nach dem Gebot des Alten und Neuen Testaments: ‚Du sollst lieben Gott, deinen Herren, von ganzem Herzen, und deinen Nächsten wie dich selbst.’*** Deswegen schreibt Johannes: ‚Geliebteste! nicht ein neues Gebot schreibe ich euch, sondern ein altes Gebot, welches ihr hattet von Anfang an’**** und abermals: ‚Ein neues Gebot erlasse ich euch’*5 usw. An der linken Seite pflegte die Dalmatika Säume zu haben; bezeichnend die Sorgen des tätigen Lebens, welche der Bischof um die ihm Untergebenen tragen soll; gemäß dem, was der Apostel sagt: ‚Außer dem, was innerhalb ist, mein tagtägliches Angegangen werden, die Obsorge um alle Kirchen.’*6
* Tit 1, 7f.
** Jes 58, 7
*** Mt 22, 37-39
**** 1. Joh 2, 7
*5 1. Joh 2, 8
*6 2. Kor 11, 28

Fortsetzung hier

froh den Heiland bewirten

Die neuen Gebete zum Fest des Apostels und Evangelisten Matthäus sind deutlich origineller und beziehen was in der Schrift über seine Berufung geschrieben steht mit ein, während die alten eher schlicht und nach dem Standardschema gestrickt waren. Allerdings zeigt sich das Deutsche Messbuch von seiner schlimmsten Seite, so dass nicht alle den vollen Nutzen der reformierten Texte erfahren.

Tagesgebet
Deus, qui ineffábili misericórdia beátum Matthǽum ex publicáno Apóstolum es dignátus elígere, da nobis, eius exémplo et intercessióne suffúltis, ut, te sequéntes, tibi fírmiter adhærére mereámur.
Übersetzung
Gott, der du aus unbegreiflicher Barmherzigkeit den seligen Matthäus vom Zöllner zum Apostel zu erwählen geruht hast, gib uns, durch sein Beispiel und seine Vermittlung unterstützt, dass wir, dir folgend, dir standhaft anzuhängen verdienen.
Deutsches Messbuch
Barmherziger Gott, du hast deinen Sohn gesandt, zu suchen und zu retten, was verloren war; in erbarmender Liebe hat er den Zöllner Matthäus zum Apostel berufen. Hilf uns auf die Fürsprache dieses heiligen Evangelisten, mit ganzer Treue Christus nachzufolgen, wie er es getan hat.
Vergleich
  • Gott ⇒ barmherziger Gott, du hast deinen Sohn gesandt, zu suchen und zu retten, was verloren war
    Das ist mal ein Prachtstück von Übersetzung! Aber nötig, weil im DM Jesus den Apostel wählt, im Original Gott.
  • aus unbegreiflicher Barmherzigkeit ⇒ in erbarmender Liebe
  • den seligen Matthäus vom Zöllner ⇒ den Zöllner Matthäus
  • zum Apostel zu erwählen geruht hast ⇒ zum Apostel berufen
  • gib uns, dass wir, dir folgend ⇒ hilf uns
  • durch sein Beispiel unterstützt ⇒ wie er es getan hat
  • durch seine Vermittlung unterstützt ⇒ auf die Fürsprache dieses heiligen Evangelisten
  • dir standhaft anzuhängen verdienen ⇒ mit ganzer Treue Christus nachzufolgen
Gabengebet
Memóriam beáti Matthǽi recenséntes, preces et hóstias tibi, Dómine, deférimus, supplíciter exorántes, ut Ecclésiam tuam benígnus aspícias, cuius fidem Apostolórum prædicatiónibus nutrivísti.
Übersetzung
Das Gedächtnis des seligen Matthäus feiernd, bringen wir dir, Herr, Gebete und Gaben, demütig flehend, dass du deine Kirche gnädig ansiehst, deren Glauben du durch die Predigten der Apostel genährt hast.
Deutsches Messbuch
Gott, unser Vater, am Fest des heiligen Matthäus kommen wir mit unseren Gebeten und Gaben zu dir. Du hast die Kirche durch die Predigt der Apostel im Glauben begründet und gestärkt. Nähre sie mit dem Wort der Wahrheit und stärke sie mit dem Brot des Lebens.
Vergleich
  • das Gedächtnis des seligen Matthäus feiernd ⇒ am Fest des heiligen Matthäus
    Das Original hat eine Aussage über das Tun der Betenden (das Feiern in recensentes ist wie „erwägen, betrachten, meditieren“), das DM eine Datumsangabe.
  • bringen wir dir Gebete und Gaben ⇒ kommen wir mit unseren Gebeten und Gaben zu dir
    Im Original sind die G&G das Wichtige, wir nur der Träger; im DM sind „Wir“ das Wichtige, die G&G ein Mitbringsel.
  • Herr ⇒ Gott, unser Vater
  • demütig flehend, dass du deine Kirche gnädig ansiehst ⇒ Nähre [die Kirche] mit dem Wort der Wahrheit und stärke sie mit dem Brot des Lebens.
    Ups.
  • du hast den Glauben [der Kirche] genährt ⇒ du hast die Kirche im Glauben begründet und gestärkt
Schlussgebet
Salutáris gáudii partícipes, Dómine, quo lætus Salvatórem in domo sua convívam beátus Matthǽus excépit, da, ut cibo semper reficiámur illíus, qui non iustos sed peccatóres vocáre venit ad salútem.
Übersetzung
Den Teilhabern der heilbringenden Freude, Herr, mit der der selige Matthäus froh den Heiland in seinem Haus mit einem Gastmahl bewirtete, gib, dass wir immer erneuert werden durch die Speise dessen, der nicht Gerechte, sondern Sünder zum Heil zu rufen gekommen ist.
Deutsches Messbuch
Allmächtiger Gott, in dieser Feier gewährst du auch uns die Freude, mit der einst Matthäus den Herrn in seinem Haus zum Mahl empfing. Lass uns stets Tischgenossen deines Sohnes sein, der gekommen ist, nicht Gerechte, sondern Sünder zum Heil zu berufen.
Vergleich
  • den Teilhabern der heilbringenden Freude ⇒ in dieser Feier gewährst du auch uns die Freude
    Es kommt eine „Feier“ dazu, die „Freude“ näher zu bestimmen; dabei ist doch original ein „heilbringend“ dafür vorgesehen.
  • der selige Matthäus froh den Heiland bewirtete ⇒ einst Matthäus den Herrn empfing
    froh ≠ einst
  • gib, dass wir immer erneuert werden durch die Speise dessen [also Christi] ⇒ lass uns stets Tischgenossen deines Sohnes sein
    Irgendwie fehlt das „erneuern“ (oder wiederherstellen, wie in „wiedergutmachen“ oder „Buße tun“), was im Zusammenhang mit der Bekehrung des Zöllners Matthäus und dem Ruf der Sünder zum Heil eine zentrale Rolle spielt.
    Und Tischgenossen zu sein bringt exakt gar nichts, wie Lk 13, 26 ff. lehrt („Wir haben doch in deinem Beisein gegessen und getrunken …“). Es geht um diese besondere Speise, die das Wesen der Wiederherstellung und des Lebens selbst ist.

Für die Apostel gibt es zwei Präfationen zur Auswahl:

I. Von den Aposteln als Hirten des Gottesvolks
Vere dignum et iustum est, æquum et salutáre, nos tibi semper et ubíque grátias ágere: Dómine, sancte Pater, omnípotens ætérne Deus:
Qui gregem tuum, Pastor ætérne, non déseris, sed per beátos Apóstolos contínua protectióne custódis, ut iísdem rectóribus gubernétur, quos Fílii tui vicários eídem contulísti præésse pastóres. Et ídeo cum Angelis et Archángelis, cum Thronis et Dominatiónibus, cumque omni milítia cæléstis exércitus, hymnum glóriæ tuæ cánimus, sine fine dicéntes: Sanctus, Sanctus, Sanctus ...
Übersetzung
Wahrhaft würdig und recht ist, schicklich und heilsam, dass wir dir immer und überall Dank abstatten: Herr, heiliger Vater, allmächtiger ewiger Gott:
Der du deine Herde, ewiger Hirte, nicht verlassen hast, sondern durch die seligen Apostel mit andauerndem Schutz hütest, dass sie durch dieselben Leiter gelenkt werde, die du zu deines Sohnes Stellvertreter eingesetzt hast, besagter [Herde] als Hirten vorzustehen. Und siehe, mit den Engeln und Erzengeln, mit Thronen und Herrschaften, mit der ganzen Schar des himmlischen Heeres, singen wir den Hymnus deiner Herrlichkeit, ohne Ende sagend: Heilig, heilig, heilig ...
Deutsches Messbuch
In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, immer und überall zu danken. Denn du bist der ewige Hirt, der seine Herde nicht verlässt, du hütest sie allezeit durch deine heiligen Apostel. Du hast sie der Kirche als Hirten gegeben, damit sie ihr vorstehn als Stellvertreter deines Sohnes. Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln, den Thronen und Mächten und mit all den Scharen des himmlischen Heeres den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit: Heilig, heilig, heilig ...
II. Vom apostolischen Fundament und Zeugnis
Vere dignum et iustum est, æquum et salutáre, nos tibi semper et ubíque grátias ágere: Dómine, sancte Pater, omnípotens ætérne Deus: per Christum Dóminum nostrum.
Quóniam Ecclésiam tuam in apostólicis tribuísti consístere fundaméntis, ut signum sanctitátis tuæ in terris manéret ipsa perpétuum, et cæléstia præbéret cunctis homínibus documénta. Quaprópter nunc et usque in sǽculum cum omni milítia Angelórum devóta tibi mente concínimus, clamántes atque dicéntes: Sanctus, Sanctus, Sanctus
Übersetzung
Wahrhaft würdig und recht ist, schicklich und heilsam, dass wir dir immer und überall Dank abstatten: Herr, heiliger Vater, allmächtiger ewiger Gott: durch Christus unseren Herrn.
Denn du hast deiner Kirche geschenkt, auf dem apostolischen Fundament zu beruhen, damit sie ein dauerndes Zeichen deiner Heiligkeit auf Erden bleibe und allen Menschen himmlische Lehren darreiche. Deswegen singen wir jetzt und in Ewigkeit mit der ganzen Schar der Engel mit ergebenen Geist dir, rufend und sagend: Heilig, heilig, heilig
Deutsches Messbuch
In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, allmächtiger Vater, zu danken durch unseren Herrn Jesus Christus. Durch ihn hast du die Kirche auf das Fundament der Apostel gegründet, damit sie bis ans Ende der Tage fortbestehe als Zeichen deiner Heiligkeit und allen Menschen die Botschaft des Heiles verkünde. Darum preisen wir das Werk deiner Liebe und singen mit den Chören der Engel das Lob deiner Herrlichkeit: Heilig
Oratio (1962)
Beati Apostoli et Evangelistae Matthaei, Domine, precibus adiuvemur: ut, quod possibilitas nostra non obtinet, eius nobis intercessione donetur.
Übersetzung
Des seligen Apostel und Evangelisten Matthäus Gebete mögen uns helfen, Herr, damit was unsere Möglichkeiten nicht erhalten, uns durch seine Vermittlung gegeben werde.
Secreta (1962)
Supplicationibus beati Matthaei Apostoli et Evangelistae, quaesumus, Domine, Ecclesiae tuae commendetur oblatio: cuius magnificis praedicationibus eruditur.
Übersetzung
Durch die Bittgesuch des seligen Matthäus, Apostel und Evangelist, bitten wir, Herr, werde deiner Kirche Opfer empfohlen, durch dessen großartige Predigten sie unterrichtet wurde.
Postcommunio (1962)
Perceptis, Domine, sacramentis, beato Matthaeo Apostolo tuo et Evangelista interveniente, deprecamur: ut, quas pro eius celebrata sunt gloria, nobis proficiant ad medelam.
Übersetzung
Nach die Sakramente, Herr, empfangen wurden, flehen wir, während der selige Matthäus, dein Apostel und Evangelist vermittelt: dass was zu seiner Ehre gefeiert wurde uns als Heilmittel nütze.

Freitag, 20. September 2019

Innozenz III.: Mysterien der Eucharistie erklärt (2)

Weiter geht es in den Büchern des Papstes Innozenz III. mit den priesterlichen Gewändern. Die Gewänder werden zwei Mal behandelt; zuerst im Vergleich mit den Gewändern der alttestamentlichen Priester (woraus wenig exzerpiert wurde), und später beim Anlegen der Gewänder, was ausführlicher abgetippt werden soll.
(Fortsetzung von hier)

Gewänder
„Die Stola, welche von dem Hals des Priesters über den Amict [Schultertuch, früher auch wie eine Kapuze angelegt] herunterhängt, bezeichnet den Gehorsam und die Knechtschaft, welcher zum Heil seiner Knechte der Herr aller sich unterzog. ‚Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.’*“
* Phil 2, 6-8 [hier nach der Einheitsübersetzung wiedergegeben]

„Die Tunika [knöchellanges Gewand, das der Subdiakon trug. Der der Bischof legte es ebenfalls an, um zum Ausdruck zu bringen, dass er die Fülle des Weiheamtes innehat.] bedeutet Christi himmlische Lehre. … Vornehmlich trug diesen Rock die Weisheit Gottes, Jesus Christus, der ihn dann seinen Aposteln gab. ‚Alles’, spricht er, ‚was Ich von meinem Vater gehört habe, habe ich euch kundgegeben.’* Diese Lehre wurde vorgebildet durch jenen Rock, welchen die Kriegsknechte nicht zerschneiden wollten, weil er ungenäht war, von oben an durchaus gewebt**; indem sie es für den größten Schaden erachteten, wenn einer die Lehre des Evangeliums durch Ketzereien zu zertrennen sich unterstände.“
* Joh 15, 15
** Joh 19, 23f.

„Über die Tunika wirft der Bischof die Dalmatika [eigentlich das liturgische Gewand des Diakons], die in ihrer Weite Christi Erbarmen bezeichnet, welches Er vor allem sowohl lehrte als übte. … Denn ‚in seiner Barmherzigkeit hat der Aufgang aus der Höhe uns besucht’*, der nicht nach den Werken der Barmherzigkeit, die wir getan haben, sondern nach Seiner Barmherzigkeit uns erlöst hat**; der unserer Sünden wegen gekommen ist, damit Er Verzeihung für die Sünder erlange.“
* Lk 1, 78
** Tit 3, 5

„Die Handschuhe sind die Felle jenes Zickleins, welche Rebekka um Jakobs Hände wickelte, damit sie einer behaarten Hand ähnlich würden.* Das Zickleinfell ist der Sünde zu vergleichen, mit welcher die Mutter Rebekka, d.h. die Gnade des Heiligen Geistes, die Hände des wahren Jakobs, d.h. die Werke Christi, umhüllt, damit Christus dem früheren Adam ähnlich würde. Denn Christus wurde, ohne Sünde, der Sünde gleich**, damit Er das Geheimnis der Menschwerdung vor dem Teufel verberge. … Als Er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, trat der Teufel zu Ihm und versuchte Ihn***, wie er den ersten Adam versucht hatte. Womit er aber den Ersten besiegt hatte, eben dadurch wurde von dem Zweiten er besiegt****.“
* Gen 27, 16
** 2. Kor 5, 21
*** Mt 4, 2f.
**** vgl. Hebr 4, 15f.

„Das Messgewand (Casula, planeta) ist die allgemeine [=katholische] Kirche, von der der Apostel sagt: ‚So viele von euch in Christo getauft sind, habt ihr Christus angezogen.’* … Dadurch aber, dass das Messgewand, da es eines und unzerteilt ist, durch Ausstrecken der Hände gewissermaßen in einen vorderen und einen hinteren Teil geteilt wird, dadurch soll die alte Kirche, welche dem Leiden Christi voranging, und die neu, welche nach dem Leiden Christi folgte, angezeigt werden. Denn diejenigen, welche vorangingen, und diejenigen, welche nachfolgten, jauchzten und riefen alle: ‚Hosanna dem Sohne Davids! Gesegnet sei, Der da kommt im Namen des Herrn!’** “
* Gal 3, 27
** Mt 21, 9, vgl. Ps 118, 26

„Der Bischofsring bezeichnet die Gabe des Heiligen Geistes. … Golden und rund, bezeichnet der Ring die Vollkommenheit der Gaben des Heiligen Geistes, die Christus unbemessen empfangen hat, weil ‚in Ihm die Fülle der Gottheit leiblich wohnt.’* Denn ‚Derjenige, der vom Himmel kommt, ist über allen;’** ‚dem Gott den Geist gegeben hat nicht nach einem Maß.’*** ‚Über welchem ihr’, heißt es, ‚den Heiligen Geist werdet herabsteigen und ruhen sehen, der ist’s, welcher mit dem Heiligen Geist tauft.’**** Denn ‚auf Ihm ruht der Geist der Weisheit und des Verstandes.’ *5 Er hat aber aus Seiner Fülle verschiedene Gaben ausgeteilt; ‚dem einen hat Er’, dem Apostel zufolge, ‚gegeben zu reden von der Weisheit, dem anderen die Gnade der Heilung’ *6 usw. Was der sichtbare Hohepriester [der Bischof] in ähnlicher Weise tut, indem er die einen der Kirche zu Priestern, andere zu Diakonen, andere zu Subdiakonen setzt.“
* Kol 2, 9
** Joh 3, 31
*** Joh 3, 34
**** Joh 1, 33
*5 Jes 11, 2
*6 1. Kor 12, 8ff.

Fortsetzung hier

Donnerstag, 19. September 2019

Warum sollen wir uns beim Gebet nach Osten [ad orientem] wenden?

Antwort von Caspar Hartzheim, SJ (1724):

[…] Derart wurde das Gebet nach Osten [ad Orientem = zum Sonnenaufgang] von den ersten Christen lange Zeit beobachtet. Origines, Justinus und Basilios sagten, es sei Apostolische Tradition, nach Osten zu beten. Aber aus welchen Gründen waren sie überzeugt, so zu beten?
  1. Weil im Osten das Paradies lag. Diese Ursache geben der Hl. Chrysostomos und Theodoretus an; wenn nämlich die in Babylon gefangenen Juden nach Jerusalem gewendet beteten, nicht ohne Schmerz über die Verbannung und mit Verlangen nach Rückkehr; wer von allen Nachkommen Adams würde sich fehlerhaft dorthin wenden, wohin man oft zurückblickt, woraus man vertrieben wurde und nach dem, das man als Vaterland verlor, während man betet, sich sehnt?
  2. Weil Christus so ans Kreuz geschlagen war, dass er das Gesicht von Jerusalem weggewendet nach Westen blickte, gleich wie die aufgehende Sonne; deshalb hat sich die erste Christengeneration nach Osten gewendet, während sie betete, damit sie - das Gesicht des Gekreuzigten immer vor Augen - angeblickt zu werden schien. Zeuge dafür ist Johannes Damascenus: ‚Während der Herr am Kreuze hing, blickte er nach Westen, und in seinem Namen beten wir so an, dass wir von ihm angesehen werden.’ Daher rührt die alte Sitte, die Kirchen nach Osten ausgerichtet zu bauen, in welchen das Bild des Gekreuzigten nach Westen blickt, so dass die Betenden mit Notwendigkeit nach Osten schauen.
  3. Der so beschaffene Bau legte die christliche Ausrichtung nach Osten fest, vom Fürst der Finsternis abgewandt. Daher sagt Ambrosius von denen, die in die Mysterien eingeführt werden: ‚Nach Osten sollst du dich wenden: wer nämlich dem Teufel entsagt, wendet sich Christus zu, den er mit geradem Blick anschaut.’ Zum gleichen Zweck wurde der Täufling, damit er dem Teufel entsage, nach Westen gedreht aufgestellt, und sprach in dieser Haltung die Worte der Entsagung. Und gleichfalls wenn er später Christus den Herrn bekennen sollte, nach Osten gedreht, machte er es mit ebensovielen Stellungswechseln(?).
  4. Weil wir mit der frühesten Sonne die Wohltaten Gottes erfahren, die gleichsam jeden Tag gleichzeitig uns aufgehen, diese [Wohltaten], damit wir mit immer neuer Liebe der dankbaren Seele antworten, oder jene [Sonne], die uns in der körperlichen Welt ermahnen kann, wenn wir die Sonne erblicken. Daher ermahnt Weih 16, 28: ‚Denn man muss der Sonne zuvorkommen zu deinem Lob, und dem Aufgang des Licht, dich anzubeten’; denn wie die aufsteigende Sonne größer scheint, ebenso milder und gnädiger, weil sie ja erlaubt, sie mit festem Blick anzuschauen (wenn sie aber ein kleines Bißchen höher gestiegen ist, hindert sie es gänzlich und verletzt die menschlichen Augen); so verspricht die himmlische Weisheit jenen mehr Gnade und Gunst, die für sie in der Morgendämmerung wachen.
  5. Weil wir von den Schriften gelehrt werden, dass Ort und Name des Aufgangs von Christus besonders geliebt und bevorzugt wurden. ‚Stehen werden seine Füße an jenem Tag auf dem Ölberg, der Jerusalem gegenüber liegt im Osten.’ (Zach 14, 4) Auch wird die zweite Ankunft Christi von Osten erwartet, nach Mt. 24, 27: ‚ Denn wie der Blitz im Osten aufflammt …, so wird die Ankunft des Menschensohnes sein.’ In Lk 1, 78 wird Christus selbst ‚Aufgang aus der Höhe’ genannt, der uns das Licht der Wahrheit bringt. Daher sagt der Hl. Clemens: ‚Jenen, die in Unwissenheit wandeln, ist aufgegangen der Tag der Erkenntnis der Wahrheit; aus diesem Grund geschehen die Gebete Richtung Sonnenaufgang.’
  6.  Dr. Thomas [von Aquin] führt an: wegen des Hinweises der Göttlichen Majestät, die uns in der Bewegung des Himmels offenbart wird, die von Osten erfolgt. Zu diesem Grund passt, was Justinus der Martyrer sagt: ‚Weil wir sie am meisten Ehren und zur Ehre Gottes reservieren; nun ist nach der Menschen Meinung der Ort des Sonnenaufgangs ehrbarer als die übrigen Weltteile. Deswegen blicken zur Gebetszeit alle nach Osten; gleichwie mit der rechten Hand im Namen Christi sich bezeichnen jene, die dieses Zeichen [den Segen] ausführen: weil sie als ehrbarer gilt als die Linke. So ist auch der Osten gleichsam als der ehrbarere Teil der Welt zur Gebetsrichtung bestimmt, und zwar von den heiligen Aposteln.’
Fromm und heilig waren diese Absichten, welche die ersten Christen bewegten, damit, während sie der Kirchen entbehrten und jenen Ort des Himmels erwählten, nicht klein werde der Anreiz zur Ehrfurcht*.
* oder wie Christian Stocks in anderem Zusammenhang pietatis incentivum übersetzt: ‚der recht lebendige Zunder feuriger Andacht’ 😍

Ein Gebet für unsere Zeit

Die Gebete aus dem Sacramentarium Leonianum sind auch deshalb so ansprechend, weil es nichts Neues unter der Sonne gibt, und es im 5. Jahrhundert anscheinen schon so wild wie heutzutage zuging, wobei mir besonders die Präfation unten als ein geeignetes Gebet für unsere Zeit zu sein scheint.

1) Gott, die sich im Weg Irrenden können zurückkehren, du zeigst ihnen das Licht der Wahrheit; gib allen, die das christliche Bekenntnis gutheißen, jenes, was diesem Namen feindlich ist, zurückzuweisen und dieses, was passend ist, stets zu erstreben.

2) Aus der Präfation:

Vere dignum … [Deus], cuius Ecclesia sic veris confessoribus falsique permixta nunc agitur, ut tamen et fragilitatis humanae semper cavenda mutatio, et nullius sit desparanda conversio; quo magis supplices te rogamus, ut quia sine te non potest solida constare devotio, et firmis perseverantiam, et resipiscentiam largiaris infirmis.

Wahrhaft würdig … [Gott], dessen Kirche so von wahren Bekennern und falschen* durchmischt jetzt geführt wird, dass es durchaus sowohl die Wechselhaftigkeit der menschlischen Schwäche, vor der man sich stets hüten muss, als auch die Umkehr, an der niemand verzweifeln soll, gibt; desto mehr bitten wir dich demütig: dass du, weil ohne dich gediegene Frömmigkeit nicht bestehen kann, sowohl den Starken Ausdauer als auch den Schwachen, wieder zur Vernunft zu kommen, schenkst.

* Eine Fußnote erläutert dazu, auf das vorige Gebet Bezug nehmend, dass falsche Bekenner nicht außerhalb der Kirche Stehende, die deshalb etwas Falsches bekennen, sind, sondern Sünder, Irrende, „die das christliche Bekenntnis gutheißen“ und dennoch nicht „jenes zurückzuweisen, was diesem Namen feindlich ist“, weshalb für deren Umkehr Bitten ausgesprochen werden.

3) Allmächtiger ewiger Gott, der du den Teilhabern deines Tisches befiehlst, auf das teufliche Gelage zu verzichten, gib, bitten wir, deinem Volk, dass es, während der Geschmack der todbringenden Weltlichkeit es abstößt, mit reinem Geist zum Schmaus des ewigen Heils herantritt.

4) Gib, bitten wir, Herr, deinem Volk, von den teuflichen Fallstricken, denen es entsagt hat, abzustehen, und dir mit ganzem Herzen völlig ausgeliefert zu werden*.
* oder „dir niedergeworfen zu werden“, von dem Stamm, der auch die Prostration liefert, z.B. das flach auf den Boden Niederwerfen an Karfreitag oder bei der Priesterweihe. Gemeint ist: dich mit ganzem Herzen anzubeten.

5) Deiner Majestät verbinde uns, Herr, das selige Bittgebet der Martyrer, dass die wir unaufhörlich durch unsere Taten beleidigt haben, durch die andauernden Bitten der Gerechten entsühnt werden.

Mittwoch, 18. September 2019

Innozenz III.: Mysterien der Eucharistie erklärt

Lotario dei Conti di Segni (*1161), besser bekannt als Papst Innozent III. (1198 – 1216), schrieb „Sechs Bücher von den Geheimnissen des Altarssakraments“, die in der Übersetzung von Friedrich Hurter ein schmales Bändchen ergeben. Nicht alle darin beschriebenen Riten haben das jüngste Konzil überstanden, waren mir aber doch interessant zu verstehen. Einige Absätze daraus sollen hier in der Folge abgetippt werden.
Die Schrifttexte sind nicht mit Quellenangaben versehen und (wenn man hauptsächlich die Einheitsübersetzung kennt) teilweise schlecht wieder zu erkennen, weshalb hier die Quellen dazugeschrieben wurden.

Einleitung
„Das göttliche Gesetz umfasst hauptsächlich drei Dinge: Gebote, Verheißungen, Sakramente. An die Gebote knüpft sich der Verdienst, an die Verheißungen ein Lohn, an die Sakramente ein Beistehen. Denn zu beidem helfen die Sakramente: das Befohlene zu vollziehen, das Verheißene zu erlangen.“

„Die Messe ist ein Bild des Mahles, zu welchem dem heimgekehrten Sohn der Vater das Mastkalb schlachtet*, das Brot des Lebens** vorsetzt, samt dem Wein, welchen die Weisheit mischte***.“
* Lk 15, 11-32
** Joh 6, 32-51
*** Spr 9, 4f.

„Es wird gesagt, der Apostel Petrus habe zuerst in Antiochien die Messe gefeiert, bei welcher in den Anfängen der sich bildenden Kirche nur drei Gebete gesprochen wurden. Das Übrige wurde von verschiedenen Männern zu verschiedenen Zeiten hinzugefügt, wie es dem Wachstum des christlichen Gottesdienstes angemessen erachtet wurde.
Man muss aber anerkennen, dass diese Dienstverrichtung [der Messritus, der über die Zeit entstanden ist] mit dermaßen umsichtiger Anordnung festgelegt wurde, dass alles, was durch Christus und mit Christus, von der Zeit an, da Er vom Himmel herabstieg, bis dahin, da Er in denselben hinaufstieg, geschehen ist, größtenteils darin enthalten ist, und in derselben sowohl durch Worte als durch Zeichen in wundervoller Weise vergegenwärtigt wird.“

Beteiligte
„Mit Grund war es daher Überzeugung der Väter, dass diejenigen, welche mit den heiligen Mysterien in Berührung kämen, das Gebot der Enthaltsamkeit zu beobachten hätten, wie in dem Propheten geschrieben steht: ‚Rein müsst ihr sein, die ihr die Gefäße des Herrn tragt’*.“
* Jes 52, 11

„Die Ordnung der Diakonen hat ihren Ursprung in dem Stamme Levi, worüber der Herr zu Moses sprach: ‚Verwende den Stamm Levi, und laß ihn vor Aaron, dem Priester, stehen; sie sollen ihm zudienen … zu tragen die Lade des Bundes, den Tisch der Schaubrote und die Gefäße des Zeltes.’* Das wird auch im Neuen Testamente [d.h. in den Messriten] wieder aufgegriffen, indem den Diakonen die Stola über die linke Schulter gelegt wird … Weil wir, was im gegenwärtigen Leben zu ertragen ist, gleichsam auf die linke Schulter nehmen, bis wir von der Linken zur Rechten übergehen, an welcher wir zu Ruhe gelangen.“
* Num 3, 6.31

„Durch den Bischof werden [bei der Priesterweihe] des Priesters Hände gesalbt, damit er erkenne, dass mittelst dieses Sakramentes durch den heiligen Geist ihm die Gnade erteilt werde, das Altarssakrament zu weihen. Indem daher der Bischof des Priesters Händer salbt, spricht er: ‚Du wollest, o Herr, durch diese Salbung und unseren Segen diese Hände heiligen und weihen, dass, was sie weihen werden geweiht sei, und was sie segnen werden gesegnet sei, im Namen des Herrn.’
Auch deswegen werden des Priesters Hände gesalbt, weil sie nach Kräften Werke der Barmherzigkeit gegen alle üben sollen. Denn die Hände bedeuten die Werke, das Öl die Barmherzigkeit. Daher goss der Samariter, als er an den Verwundeten hintrat, Wein und Öl in dessen Wunden*.
In der Tat vertreten die Priester die Stelle des obersten Priesters, Christi, indem sie die Sünden beschelten und durch die Buße die Sünder wieder aussöhnen. Daher der Apostel sagt: ‚Gott war in Christo und versöhnte die Welt mit Sich Selbst, und hat uns das Wort der Versöhnung gesetzt, darum sind wir Gesandte an Christi Statt, als ob Gott durch uns selbst gemahnte; daher bitten wir an Christi Statt: versöhnt euch mit Gott.’** Denn die Priester sind Mittler zwischen Gott und den Menschen; indem sie durch ihre Predigt dem Volke die Gebote Gottes verkünden, in ihren Gebeten das Flehen des Volkes Gott darreichen.“
* Lk 10, 33f.
** 2 Kor 5, 19f.

„Den Priestern wird nach Anrufung des heiligen Geistes die Stola auf beide Schultern gelegt, damit sie daraus entnehmen, sie müssten mit den Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken* ausgerüstet sein, dürften darum durch Widerwärtigkeiten nicht darniedergebeut, durch Erfreuliches nicht hochfahrend gemacht werden. Mit der Auflegung der Stola sagt daher der Bischof: ‚Nimm auf die das Joch des Herrn, denn Sein Joch ist sanft, Seine Last ist leicht.**’“
* 2 Kor 6, 7
** vgl. Mt 11, 30

Weiter zu Teil 2 

in unserer Zerbrechlichkeit nicht zurückgelassen

Weitere schöne Gebete aus dem Sacramentarium Leonianum:

1) Wahrhaft würdig … Denn du bist ruhmreich in all deinen Heiligen, denen du im Bekenntnis Kraft und im Leiden den Sieg verliehen hast.

2) Bewahre, Herr, dein Volk, und welches durch heilbringenden Schutz zu unterstützen du nicht aufhörst, lass auch der ewigen Wohltaten an Geist und Leib sich erfreuen.

3) Wahrhaft würdig … Der du beginnst*, uns durch das trübselige Dunkel** der Welt hindurch, gleichsam wie durch himmlische Leuchten, durch deiner Heiligen Beispiel zu führen* und zu lehren*, und zur Begleitung*** auf [deren] Vermittlung fortfährst*** uns zu beschenken***.

Hier mal ein anderer Übersetzungsansatz: weil bei den Wörtern mehrere Bedeutungen mitschwingen, die sich aufeinander beziehen, was im Deutschen aber nicht einfach wiedergegeben werden kann, wurde es halt mehrfach wiedergegeben. Nämlich folgendermaßen:
*instituere: heißt u.a. ordnen/organisieren; beginnen; unterweisen; wird hier als „beginnst“ (damit es zu „fortfährst“ unten passt), „führen“ (als Form des Ordnens und Organisierens; passend zu „begleiten“ unten und zu dem Bild der himmlischen Leuchten) und „lehren“, weil das ist, was die Beispiele der Heiligen tun, wiedergegeben.
** caligo heißt Finsternis; Nebel; Trübsal - und wird hier zu „trübseliges Dunkel“, wobei das „Dunkel“ zum Bild der „Leuchten“ und das „trübselig“ zu der Vermittlung der Heiligen (durch welche wir Tröstungen zu erhalten hoffen) passen soll.
*** prosequi: heißt fortsetzen; beschenken; begleiten; es wird hier „zur Begleitung“ (weil wir auf dem Weg durch dieses Jammertal nicht alleine sind – Gott führt nicht nur wie durch ferne Leuchten, sondern ist stets bei uns), „fortfährst“ (korrespondierend zu dem „beginnst“ oben) und „beschenken“ (weil das ist, was die Fürbitte der Heiligen erreicht).

4) Unter den unzählbaren, Herr, Hilfsmitteln deines Erbarmens vertrauen wir darauf, hier in unserer Zerbrechlichkeit nicht zurückgelassen zu werden, weil so große Vertretungen der dir Gefallenden* uns vorgesehen sind.
* also Fürsprachen/Schutz der Heilige

Übersicht

Zuletzt wurden in diesem Blog hauptsächlich die in der Messe verwendeten Gebete betrachtet und in zwei Dimensionen verglichen: Referenzmessbuch ist in diesem Blog das Missale Romanum, Editio typica tertia von 2002; Vergleiche werden angestellt mit dem pianischen Missale nach der Reform von Johannes XXIII. (also der Alten Messe von 1962) und mit der in den 1970ern entstandenen Übersetzung im Deutschen Messbuch.
Manchmal wird mit beiden in einem Beitrag verglichen. In welchem Beitrag was vorkommt, ist mit AM (Alte Messe) bzw. DM (Deutsches Messbuch) gekennzeichnet. Die Beiträge sind direkt verlinkt.

Ordo Missae (Gleichbleibende Messtexte)
Stufengebet: AM 
Schuldbekenntnis (Confiteor): AM
Zwischen Confiteor und Kyrie: AM
Munda cor meum: AM
Gabenbereitung: AM
Selbstaufopferung und Handwaschung: AM
Aufopferungsgebet und Orate fratres: AM
Römischer Kanon: AM
Römischer Kanon 2: AM, DM
Vater unser bis Agnus Dei: AM
Kommunionandacht: AM
Empfang des Blutes: AM

Proprium de Tempore (Eigentexte im Kirchenjahr)
1. Adventsonntag: Eigengebete DM, AM
Montag der ersten Adventwoche: Tagesgebet DM
Dienstag der ersten Adventwoche: Eigengebete DM
Mittwoch der ersten Adventwoche: Eigengebete DM
Donnerstag der ersten Adventwoche: Tagesgebet DM
Freitag der ersten Adventwoche: Tagesgebet DM
Samstag der ersten Adventwoche: Tagesgebet DM
2. Adventsonntag: Eigengebete DM, AM
Montag der zweiten Adventwoche: Tagesgebet DM
Dienstag der zweiten Adventwoche: Tagesgebet DM
Mittwoch der zweiten Adventwoche: Tagesgebet DM
Donnerstag der zweiten Adventwoche: Tagesgebet DM
Freitag der zweiten Adventwoche: Tagesgebet DM
Samstag der zweiten Adventwoche: Tagesgebet DM
3. Adventsonntag: Eigengebete DM, AM
Montag der dritten Adventwoche: Tagesgebet DM
Dienstag der dritten Adventwoche: Tagesgebet DM
Mittwoch der dritten Adventwoche: Tagesgebet DM
Quatember-Mittwoch in Advent: Eigengebete AM
Donnerstag der dritten Adventwoche: Tagesgebet DM
Freitag der dritten Adventwoche: Tagesgebet DM
Quatember-Freitag im Advent: Eigengebete AM
Quatember-Samstag im Advent: Eigengebete AM
4. Adventsonntag: Eigengebete DM, AM
17. Dezember: Eigengebete DM
18. Dezember: Eigengebete DM
19. Dezember: Eigengebete DM
20. Dezember: Eigengebete DM
21. Dezember: Eigengebete DM
22. Dezember: Eigengebete DM
23. Dezember: Eigengebete DM
24. Dezember: Messe am Vormittag: Eigengebete DM; Heiligabend (Advent): Eigengebete AM; Heiligabend (Weihnachten): Eigengebete DM
Weihnachten, erste Messe (in der Nacht): Eigengebete AM, DM
Weihnachten, zweite Messe (bei Sonnenaufgang): Eigengebete AM, DM
Weihnachten, dritte Messe (am Tag): Eigengebete AM, DM
Sonntag der Weihnachtsoktav/Heilige Familie: Eigengebete AM, DM
29. Dezember: Eigengebete DM
30. Dezember: Eigengebete DM
31. Dezember: Eigengebete DM
Hochfest der Gottesgebärerin/Oktavtag von Weihnachten: Eigengebete DM, AM
Donnerstag vor Epiphanie: Tagesgebet DM
Freitag vor Epiphanie: Tagesgebet DM
Samstag vor Epiphanie: Tagesgebet DM
Heiligster Namen Jesu (3. Januar): Eigengebete DM
2. Sonntag nach Weihnachten / Heiligster Namen Jesu: Eigengebete DM / Eigengebete AM
Epiphanie: Eigengebete der Vigil DM, Eigengebete der Messe am Tage DM, AM
Dienstag nach Epiphanie: Tagesgebet DM
Mittwoch nach Epiphanie: Tagesgebet DM
Donnerstag nach Epiphanie: Tagesgebet DM
Freitag nach Epiphanie: Tagesgebet DM
Samstag nach Epiphanie: Tagesgebet DM
Taufe des Herrn / Heilige Familie: Eigentexte DM / Eigengebete AM
1. Sonntag im Jahreskreis/nach Epiphanie: Eigengebete DM, AM
Taufe des Herrn (13. Januar) - Eigengebete AM
2. Sonntag im Jahreskreis/nach Epiphanie: Eigengebete DM, AM
3. Sonntag im Jahreskreis/nach Epiphanie: Eigengebete DM, AM
4. Sonntag im Jahreskreis/nach Epiphanie: Eigengebete DM, AM
Darstellung des Herrn / Reinigung Mariens: Kerzenweihe und Messe - Eigentexte DM, AM
5. Sonntag im Jahreskreis: Eigengebete DM
Septuagesima: Eigengebete AM
6. Sonntag im Jahreskreis: Eigengebete DM
Sexagesima: Eigengebete AM

Aschermittwoch: Tagesgebet DM
1. Fastensonntag: Tagesgebet DM
Montag der 1. Fastenwoche: Tagesgebet DM
Dienstag der 2. Fastenwoche: Tagesgebet DM
Samstag der 2. Fastenwoche: Tagesgebet DM
3. Fastensonntag: Tagesgebet DM
Freitag der 3. Fastenwoche: Tagesgebet DM
4. Fastensonntag: Tagesgebet DM
Montag der 4. Fastenwoche: Tagesgebet DM
Dienstag der 4. Fastenwoche: Tagesgebet DM
Mittwoch der 4. Fastenwoche: Tagesgebet DM
Freitag der 4. Fastenwoche: Tagesgebet DM
Montag der 5. Fastenwoche: Tagesgebet DM
Dienstag der 5. Fastenwoche: Tagesgebet DM
Mittwoch der 5. Fastenwoche: Tagesgebet DM
Freitag der 5. Fastenwoche: Tagesgebet DM
Mittwoch der Karwoche: Tagesgebet DM
Karfreitagsliturgie (Vergleich der Formen von 1570 – 1955 – 1969)

Osternacht (Vergleich der Formen von 1570 – 1955 – 1969)
Übersicht und Hintergrund
Rubriken
Zur Osterfeuersegnung (historisch)
Segnung von Osterfeuer und Weihrauchkörnern
Leseordnung
Lesung Ex 14,24-15,1[a] und ihre Oratio
Lesung Gen 1,1 – 2,2 und ihre Oratio
Lesung Gen 21,2-19 und ihre Oratio
Lesung Jes 2,1-6 und ihre Oratio
Lesung Bar 3, 9-38 [bzw. Bar 3,9-15;3,31-4,4] und ihre Oratio
Lesung Jes 54,17-54,11 und ihre Oratio
Lesung Ez 37,1-14 und ihre Oratio
Lesung Gen 5,32 – 6,22; 7,6.11b-14.18b-21.23b – 8,3.6-12.15-21a und ihre Oratio
Lesung Ex 12,1-11 und ihre Oratio
Lesung Jona 3,1-10 und ihre Oratio
Lesung Dan 3,1-24 und ihre Oratio
Lesung Jes 54,5-14 (Novus Ordo)
Lesung Ez 36,16-28 (Novus Ordo)
Ostermontag: Tagesgebet DM
14. Sonntag im Jahreskreis: Tagesgebet DM
15. Sonntag im Jahreskreis: Tagesgebet DM
16. Sonntag im Jahreskreis: Tagesgebet DMGaben- und Schlussgebet DM
18. Sonntag im Jahreskreis: Eigengebete DM
19. Sonntag im Jahreskreis: Eigengebete DM
21. Sonntag im Jahreskreis: Eigengebete DM
22. Sonntag im Jahreskreis: Eigengebete DM
23. Sonntag im Jahreskreis: Eigengebete DM
24. Sonntag im Jahreskreis: Eigengebete DM
25. Sonntag im Jahreskreis: Eigengebete DM
26. Sonntag im Jahreskreis: Eigengebete DM
27. Sonntag im Jahreskreis: Eigengebete DM
28. Sonntag im Jahreskreis: Eigengebete DM
29. Sonntag im Jahreskreis: Eigengebete DM
30. Sonntag im Jahreskreis: Eigengebete DM
31. Sonntag im Jahreskreis: Eigengebete DM 
32. Sonntag im Jahreskreis: Eigengebete DM
33. Sonntag im Jahreskreis: Eigengebete DM
letzter Sonntag im Jahreskreis: Christkönigssonntag: Eigentexte DM

Proprium Sanctorum (Eigentexte der Heiligenfeste)
Basilius der Große und Gregor von Nazianz (2. Januar) – Eigengebete DM
Raimund von Penyafort (7. Januar) – Tagesgebet DM
Hilarius (13. Januar) – Tagesgebet DM
Hilarius / Felix (14. Januar) – Commune für Kirchenlehrer I AM / Eigengebete AM
Paulus der erste Einsiedler (15. Januar) – Eigengebete AM
Papst Marcellus (16. Januar) – Gebete AM
Abt Antonius (17. Januar) – Eigengebete DM
Prisca (18. Januar) – Eigengebete AM
Marius, Martha, Abachum und Audifax / Knut (19. Januar) – Eigengebete AM
Papst Fabian / Sebastian (20. Januar) – Tagesgebete DM
Agnes (21. Januar) – Tagesgebet DM, Eigengebete AM
Vinzenz / Vinzenz und Anastasius der Perser (22. Januar) – Tagesgebet DM, Eigengebete AM
Raimund von Penyafort (23. Januar) – Gebete AM
Franz von Sales (24. Januar) – Eigengebete DM
Pauli Bekehrung (25. Januar) – Eigentexte DM, AM
Timotheus und Titus / Polykarp (26. Januar) – Eigengebete DM / Gebete AM
Angela Merici / Johannes Chrysostomos (27. Januar) – Tagesgebet DM / Tagesgebet AM Thomas von Aquin / Petrus Nolascus (28. Januar) – Tagesgebet DM / Tagesgebet AM
Franz von Sales (29. Januar) – Tagesgebet AM
Martina (30. Januar) – Communegebete für Jungfrauen I AM
Johann Bosco (31. Januar) – Tagesgebet DM, Eigengebete AM
Blasius / Ansgar (3. Februar) – Tagesgebete DM
Andreas Corsini (4. Februar) – Tagesgebet AM
Agatha (5. Februar) – Tagesgebet DM
Paul Miki und Gefährten / Titus / Dorothea (6. Februar) – Tagesgebet DM / Tagesgebet AM / Communegebete für Jungfrauen II AM
Hieronymus Ämiliani / Johannes von Matha (8. Februar) – Tagesgebet DM / Tagesgebet AM
Scholastika (10. Februar) – Tagesgebet DM, Tagesgebet AM
Erscheinung der unbefleckten seligen Jungfrau Maria (in Lourdes; 11. Februar) – Tagesgebet DM, Eigengebete AM
Sieben Gründer des Servitenordens (12. Februar) – Eigengebete AM
Cyrill und Methodius / Valentin (14. Februar) – Eigengebete DM / Eigengebete AM
Faustinus und Jovita (15. Februar) – Gebete AM
Sieben Gründer des Servitenordens (17. Februar) – Tagesgebet DM
Hl. Josef (19. März) – Tagesgebet DM 
Hl. Maria Magdalena (22. Juli) – Eigengebete DM 
H. Jakob, Apostel (25. Juli) – Eigengebete DM, Eigengebete AM 
Hll. Joachim und Anna (26. Juli)
Tagesgebet DM, AM
Gabengebet DM, AM
Schlussgebet DM, AM 
Hl. Martha (29. Juli) – Eigengebete DM 
Hl. Ignatz (31. Juli) – Eigengebete AM; Eigengebete DM
Hl. Alfons Maria von Liguori (01. August) – Eigengebete DM; Eigengebete AM 
Maria im Schnee (05. August) – Eigengebete DM; Commune-Gebete Marienfeste AM 
Verklärung (06. August) – Eigengebete DM, AM 
H. Kajetan (07. August) – Tagesgebet DM, AM; Übersicht Commune-Gebete AM 
Hl. Dominikus (08. August) – Eigengebete DM, AM 
Hl. Laurentius (10. August) – Eigengebete DM, AM
Mariä Aufnahme (15. August)
Eigentexte der Vigil DM
Eigentexte der Vigil AM
Präfation DM, AM
Eigentexte am Tag DM 
Hl. Pius X. (21. August) – Eigengebete DM 
Maria Königin (22. August) – Eigengebete DM 
Hl. Bartholomäus (24. August) – Eigengebete DM, AM 
Hl. Monika (27. August) – Tagesgebet DM 
Hl. Augustinus (28. August) – Eigengebete DM, AM 
Enthauptung des Täufers (29. August) – Eigengebete DM, AM 
Hl. Pius X. (03. September) – Eigentexte AM
Hl. Gregor der Große (03. September) – Eigentexte DM, AM 
Mariä Geburt (08. September) – Eigengebete DM, AM 
Mariä Namen (12. September) – Eigengebete DM, AM 
Kreuzerhöhung (14. September) – Eigengebete DM, AM
Mariä Schmerzen (15. September) – Eigengebete DM, AM (plus Lesung und Graduale)
Hll. Kornelius und Cyprian (16. September) – Eigengebete DM
Hl. Matthäus (21. September) – Eigengebete DM, AM; Präfationen von den Aposteln
Hl. Thomas de Villanova (22. September) – Tagesgebet AM, Commune-Gebete für bischöfliche Bekenner AM
Kosmas und Damian (26. September) – Eigengebete DM, AM
Michael, Gabriel, Rafael (29. September) – Eigengebete DM, AM
Hieronymus (30. September) – Eigengebete DM, AM
Terese von Lisieux (1. Oktober) – Eigengebete DM, AM
Schutzengel (2. Oktober) – Eigengebete DM, AM; Präfation von den Engeln
Franz von Assisi (4. Oktober) – Eigengebete DM, AM
selige Jungfrau Maria vom Rosenkranz (7. Oktober) – Eigengebete DM, AM
Birgitta (8. Oktober) – Eigengebete AM, Tagesgebet DM
Sergius, Bacchus, Marcellus und Apuleius (8. Oktober) – Eigengebete AM
Hl. Dionysius (Bischof) und Gefährten, Märtyrer (9. Oktober) – Tagesgebet DM, AM
Johannes Leonardi (9. Oktober) – Tagesgebet DM, AM
Franz von Borgia und Aragon (10. Oktober) – Eigengebete AM
Mutterschaft der seligen Jungfrau Maria (10. Oktober) – Eigengebete AM
Papst Callistus (14. Oktober) – Eigengebete AM, Tagesgebet DM
Theresia von Jesus (15. Oktober) – Eigengebete DM, Tagesgebet AM
Hedwig; Margareta Maria Alacoque (16. Oktober) – Tagesgebete, jeweils DM, AM
Ignatius von Antiochien (17. Oktober) – Eigengebete DM, AM
Lukas (18. Oktober) – Eigengebete DM, AM
Paul vom Kreuz (19. Oktober) – Eigengebete DM, AM
Johannes de Brébeuf, Isaak Jogues und Gefährte (19. Oktober) – Tagesgebet DM, Eigengebete AM
Johannes Cantius (Johannes von Krakau) (20. Oktober) – Eigengebete AM, Tagesgebet DM
Ursula und Gefährtinnen (21. Oktober) – Commune-Gebete für mehrere Jungfrauen-Martyrer AM
Johannes von Capestrano (23. Oktober) – Tagesgebet DM, Eigengebete AM
Antonius Maria Claret (24. Oktober) – Tagesgebet DM, AM
Erzengel Rafael (24. Oktober) – Eigengebete AM
Chrysanthos und Daria (25. Oktober) – Eigengebete AM
Christkönig (letzter Sonntag im Oktober) – Eigengebete AM
Apostel Simon und Judas (28. Oktober) – Eigengebete DM, AM
Allerheiligen (1. November) – Eigengebete DM, AM; Präfation DM
Allerseelen (2. November) – jeweils 3 Sätze Eigengebete DM, AM
Martin von Porres (3. November) – Tagesgebet DM
Karl Borromäus (4. November) – Eigengebete DM, AM 
Weihetag der Lateranbasilika (9. November) – Eigengebete, Präfation DM
Leo der Große (10. November) – Eigengebete DM, Commune-Gebete für Päpste I AM
Martin von Tours (11. November) – Eigengebete DM, AM
Josaphat (12. November) – Eigengebete DM, AM
Didacus (13. November) – Eigengebete AM
Albertus Magnus (15. November) – Tagesgebet DM, Eigengebete AM
Margareta von Schottland, Gertrud von Helfta (16. November) – jeweils Tagesgebet DM, AM
Weihetag der Basiliken St. Peter und St. Paul zu Rom (18. November) – Eigengebete DM
Elisabeth von Thüringen (17./19. November) – Tagesgebet DM, AM
Darstellung der seligen Jungfrau Maria (21. Nobember) – Tagesgebet DM, AM
Cäcilia (22. November) – Tagesgebet DM, Eigengebete AM
Papst Clemens I.; Abt Columban (23. November) – Tagesgebete DM
Katharina von Alexandrien (25. November) – Tagesgebet DM, AM
Abt Sylvester (26. November) – Eigengebete AM
Apostel Andreas (30. November) – Eigengebete DM, AM
Bibiana (2. Dezember) – Tagesgebet AM
Franz Xaver (3. Dezember) – Eigengebete DM, Tagesgebet AM
Peter Chrysologus (4. Dezember) – Eigengebete AM
Abt Sabbas (5. Dezember) – Communegebete für Äbte AM
Nikolaus (6. Dezember) – Tagesgebet DM, Eigengebete AM
Ambrosius (7. Dezember) – Eigengebete DM, AM
Unbefleckte Empfängnis (8. Dezember) – Eigentexte DM, AM
Papst Damasus I. (11. Dezember) – Tagesgebet DM
Lucia (13. Dezember) – Tagesgebet DM, AM
Johannes vom Kreuz (14. Dezember/24. November) – Eigengebete DM, Tagesgebet AM
Apostel Thomas (21. Dezember) – Eigengebete AM
Johannes von Krakau (23. Dezember) – Tagesgebet DM
Stephanus (26. Dezember) – Eigengebete DM, AM
Johannes Ap. & Ev. (27. Dezember) – Eigengebete DM, AM
Unschuldige Kinder (28. Dezember) – Eigengebete DM, AM
Thomas Becket (29. Dezember) – Tagesgebet DM, Eigengebete AM
Papst Silvester (31. Dezember) – Tagesgebet DM

Gebete aus dem Sacramentarium Leonianum
hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier

Exzerpte aus den „Sechs Büchern von den Geheimnissen des Altarssakraments“ von Papst Innozent III. (1198 – 1216)
Einleitung
Messe und Kleriker
Vorbemerkung zu den bischöflichen Gewändern 
Vorbereitung der Messfeier
Psalmgebete, Anlegen von Albe, Zingulum, Tunika, Dalmatika
Handschuh, Messgewand, Manipel, Mitra, Ring, Stab
Pallium 
Messfeier
Einzug
Einzug (2)
Stufengebet, Altarinzenz, Introitus
Kyrie und Gloria
Tagesgebet
Lesung, Graduale
Halleluja
Evangelium: Teil 1, Teil 2
Glaubensbekenntnis
Offertorium
SonstigesÜber das Gebet ad orientem Der Priester als Bräutigam der Kirche 
„Reue“ Gottes
Predigten von Wilhelm Molitor (17. Jhd.)
  1. Warum der Heilige Geist die Gestalt einer Taube annehmen wollte-
  2. Was erforderlich ist, wenn man ordentlich heiraten will
  3. Über die Tugend der Geduld
Datumsorakel
  1. Gegen MirEgalismus
  2. Zum Grummeligen Bruder
  3. Zum Grummeligen Bruder 2
Verse des Hl. Bernhard von Clairvaux
Gegen das Messe-Übersetzen
Ps 48 – ein Detail
Wozu beten? (Augustinus)