Donnerstag, 20. Februar 2020

lenke mit unablässiger Obhut

An einem weiteren festlosen Tag kann man auch für den Papst beten:
Oratio
Deus, omnium fidelium pastor et rector, famulum tuum N., quem pastorem Ecclesiae tuae praeesse voluisti, propitius respice: da ei, quaesumus, verbo et exemplo, quibus praeest, proficere; ut ad vitam, una cum grege sibi credito, perveniat sempiternam.
Übersetzung
Gott, aller Gläubigen Hirt und Leiter, deinen Knecht N., der nach deinem Willen als Hirt deiner Kirche vorstehen soll, blicke gnädig an: gib ihm, bitten wir, mit Wort und Beispiel, denen er vorsteht, zu nützen; damit er, zusammen mit der ihm anvertrauten Herde, zum ewigen Leben gelange.
Secreta
Oblatis, quaesumus, Domine, placare muneribus: et famulum tuum N., quem pastorem Ecclesiae tuae praeesse voluisti, assidua protectione guberna.
Übersetzung
Durch die dargebrachten Gaben, bitten wir, Herr, werde versöhnt: und deinen Knecht N., der nach deinem Willen als Hirt deiner Kirche vorstehen soll, lenke mit unablässiger Obhut.
Postcommunio
Haec nos, quaesumus, Domine, divini sacramenti perceptio protegat: et famulum tuum N., quem pastorem Ecclesiae tuae praeesse voluisti; una cum commisso sibi grege, salvet semper et muniat.
Übersetzung
Dieser Empfang des göttlichen Sakraments möge uns, bitten wir, Herr, schützen: und deinen Knecht N., der nach deinem Willen als Hirt deiner Kirche vorstehen soll, möge es, zusammen mit der ihm verbundenen Herde, immer erhalten und bewahren.

Mittwoch, 19. Februar 2020

durch deiner Gottheit ewigen Genuß gesättigt

An Tagen wie diesen … kann man auch die Gebete vom Allerheiligsten Sakrament verwenden:

Oratio
Deus, qui nobis sub Sacramento mirabili passionis tuae memoriam reliquisti: tribue, quaesumus, ita nos Corporis et Sanguinis tui sacra mysteria venerari; ut redemptionis tuae fructum in nobis iugiter sentiamus: Qui vivis et regnas cum Deo Patre in unitate.
Übersetzung
Gott, der du uns im wunderbaren Sakrament deines Leidens Gedächtnis hinterlassen hast: verleihe, bitten wir, dass wir so deines Leibes und Blutes heilige Mysterien verehren; dass wir deiner Erlösung Frucht in uns immer spüren: Der du lebst und herrschst mit Gott Vater in Einheit …
Secreta
Ecclesiae tuae, quaesumus, Domine, unitatis et pacis propitius dona concede: quae sub oblatis muneribus mystice designantur. Per Dominum.
Übersetzung
Deiner Kirche, bitten wir, Herr, gewähre gütig der Einheit und des Friedens Geschenke: die unter den dargebrachten Gaben geheimnisvoll bezeichnet werden. Durch unseren Herrn …
Postcommunio
Fac nos, quaesumus, Domine, divinitatis tuae sempiterna fruitione repleri: quam pretiosi Corporis et Sanguinis tui temporalis perceptio praefigurat. Qui vivis et regnas cum Deo Patre in unitate.
Übersetzung
Lass uns, bitten wir, Herr, durch deiner Gottheit ewigen Genuß gesättigt werden: welchen deines kostbaren Leibes und Blutes irdischer Empfang vorwegnimmt. Der du lebst und herrschst mit Gott Vater in Einheit …

Dienstag, 18. Februar 2020

befruchte durch die innere Befeuchtung seines Taus

Es scheint, dass die früher an Tagen wie diesem, an dem nichts Bestimmtes (kein Sonntag, kein Fest oder Gedenken …) anliegt, möglichen Votivmessen im Messbuch von 1962 nicht mehr vorgesehen sind. Es gibt allerdings Gebete für besondere Anliegen, die man zusätzlich (zu den Standard-Gebeten vom letzten Sonntag) nehmen kann.
Da wären z.B. die Gebete vom Heiligen Geist:

Oratio
Deus, qui corda fidelium Sancti Spiritus illustratione docuisti: da nobis in eodem Spiritu recta sapere; et de eius semper consolatione gaudere. Per Dominum... in unitate eiusdem.
Übersetzung
Gott, der du die Herzen der Gläubigen durch des Heiligen Geistes Erleuchtung gelehrt hast: gib uns, in demselben Geist den Verstand richtig zu gebrauchen; und uns immer seines Trostes zu erfreuen. Durch unseren Herrn … in Einheit mit demselben …
Secreta
Munera, quaesumus, Domine, oblata sanctifica: et corda nostra Sancti Spiritus illustratione emunda. Per Dominum... in unitate eiusdem.
Übersetzung
Die dargebrachten Gaben, bitten wir, Herr, heilige: und reinige unsere Herzen durch die Erleuchtung des Heiligen Geistes. Durch unseren Herrn … in Einheit mit demselben …
Postcommunio
Sancti Spiritus, Domine, corda nostra mundet infusio: et sui roris intima aspersione fecundet. Per Dominum... in unitate eiusdem.
Übersetzung
Des Heiligen Geistes, Herr, Eingießung reinige unsere Herzen: und befruchte [sie] durch die innere Befeuchtung seines Taus*. Durch unseren Herrn … in Einheit mit demselben …
* Hier möchte ein Sonett von Andreas Gryphius (behutsam der heutigen Rechtschreibung angepasst) ergänzen:
O Feuer wahrer Lieb’! O Brunn’ der guten Gaben!
O Meister aller Kunst! O Höchste Heiligkeit!
O dreimal großer Gott! O Lust, die alles Leid
Vertreibt! O keusche Taub’! O Furcht der Höllen-Raben!

Die / ehr das wüste Meer / mit Bergen rings umgeben /
Ehr Luft und Erde ward / ehr das gestirnte Kleid
Dem Himmel angelegt / ja schon vor Ewigkeit
Die zwei, die ganz dir gleich / von sich gelassen haben.

O Weisheit ohne Maß; O reiner Seelen Gast /
O teure Gnadenquell’ / O Trost in herber Last!
O Regen, der in Angst mit Segen uns befeuchtet!

Ach laß ein Tröpflein nur von deinem Lebens-Tau
Erfrischen meinen Geist. Hilf, dass ich doch nur schau’
Ein Fünklein deiner Glut; so bin ich recht erleuchtet.

Montag, 17. Februar 2020

die Gottesgebärerin in äußerster Hingabe verehren

Am 17. Februar wird nach der neuen Ordnung der Gedenktag der sieben Gründer des Servitenordens (der nach der alten Ordnung schon am 12. Februar begangen wurde) gefeiert, mit dem

Tagesgebet
Beatórum fratrum, Dómine, pietátem nobis benígnus infúnde, qua et Dei Genetrícem sunt devotíssime veneráti, et tuum ad te pópulum provexérunt.
Übersetzung
Der seligen Brüder, Herr, Frömmigkeit gieße uns gnädig ein, mit welcher sie sowohl die Gottesgebärerin in äußerster Hingabe verehrt als auch dein Volk zu dir hingeführt haben.
Deutsches Messbuch
Gütiger Gott, du hast den heiligen Gründern des Servitenordens eine kindliche Liebe zur Mutter Christi geschenkt und sie befähigt, dein Volk näher zu dir zu führen. Gib auch uns den Geist der Frömmigkeit und die Bereitschaft, zu dienen.
Vergleich
  • der seligen Brüder ⇒ den heiligen Gründern des Servitenordens
  • Herr ⇒ gütiger Gott
  • Frömmigkeit ⇒ eine kindliche Liebe
    Pietas heißt so ziemlich alles, wegen meiner auch „kindliche Liebe“; allerdings wird ein bißchen verschleiert, dass sich die „kindliche Liebe“ in der äußerst ergebenen Betrachtung der Schmerzen Mariens und ihres göttlichen Sohnes audrückte.
  • [Frömmigkeit] mit welcher sie die Gottesgebärerin in äußerster Hingabe verehrt [haben] ⇒ du hast [eine kindliche Liebe] zur Mutter Christi geschenkt
    Wenn man sich besonders auf der Höhe der Zeit (hier: 1970er) fühlt, mag man „Gottesgebärerin“ als „Mutter Christi“ wiedergeben [auch wenn dadurch genau der Punkt, der betont werden soll, dass nämlich Christus schon Gott war, als er geboren wurde, verloren geht]. Aber wie man von „mit äußerster Hingabe verehren“ zu „geschenkt“ kommt – bleibt selbst wenn die seltsamen Vorlieben des DM bekannt sind, unverständlich.
  • [Frömmigkeit durch welche sie] dein Volk zu dir hingeführt haben ⇒ [du hast] sie befähigt, dein Volk näher zu dir zu führen
  • [Frömmigkeit] gieße uns gnädig ein ⇒ gib auch uns den Geist der Frömmigkeit
Anlasslose Fantasieproduktion ist markiert.

Sonntag, 16. Februar 2020

Mit himmlischen Genüssen geweidet

Am 16. Februar ist der 6. Sonntag im Jahreskreis. Die heilige Mutter Kirche betet:

Tagesgebet
Deus, qui te in rectis et sincéris manére pectóribus ásseris, da nobis tua grátia tales exsístere, in quibus habitáre dignéris.
Dieses Gebet wurde anscheinend im Ambrosianischen Ritus am ersten Sonntag nach Pfingsten als „Oratio super sindonem“ (Gebet über das Leinentuch) verwendet.

Übersetzung
Gott, der du versicherst, in tugendhaften und aufrichtigen Herzen zu bleiben: gib uns, durch deine Gnade als solche zu leben, in denen zu wohnen du für würdig hälst.
Deutsches Messbuch
Gott, du liebst deine Geschöpfe, und es ist deine Freude, bei den Menschen zu wohnen. Gib uns ein neues und reines Herz, das bereit ist, dich aufzunehmen.
Anmerkung
  • Im Original hat Gott zwar zugesagt, in den Herzen zu bleiben, wenn sie denn „tugendhaft und aufrichtig“ sind – aber gilt das für uns? Oder müssen wir nicht vielmehr zugeben, dass unsere Herzen nicht wirklich „tugendhaften und aufrichtigen“ genug sind? Daher bitten wir den Herrn, er möge uns seine Gnade verleihen, durch die wir so leben können, dass er tatsächlich in unseren Herzen zu wohnen nicht unter seiner Würde ansehen muss.
  • Im DM dagegen wäre es Gott, der davon profitierte, im Herz zu wohnen, denn er liebt ja, und es wäre seine Freude. Aber sind wir geneigt, ihn aufzunehmen? Wohl eher nicht, denn die Gnade, in bestimmter Art und Weise zu leben und zu „tugendhaften und aufrichtigen“ Herzen zu kommen, wird nicht mal erbeten. Soll Gott uns doch ein „neues und reines“ Herz geben – dann können wir mal darüber diskutieren, ob wir bereit wären, ihn aufzunehmen.
Angesichts dieser krassen Verdrehung erübrigt sich ein Detailvergleich mit der Fantasieproduktion.

Gabengebet
Hæc nos oblátio, quǽsumus, Dómine, mundet et rénovet, atque tuam exsequéntibus voluntátem fiat causa remuneratiónis ætérnæ.
Übersetzung
Dieses Opfer möge uns, bitten wir, Herr, reinigen und erneuern, und werde den deinem Willen Folgenden zur Ursache der ewigen Entlohnung.
Deutsches Messbuch
Barmherziger Gott, das heilige Opfer reinige uns von Sünden und mache uns zu neuen Menschen. Es helfe uns, nach deinem Willen zu leben, damit wir den verheißenen Lohn erlangen.
Vergleich
  • dieses Opfer möge uns reinigen ⇒ das heilige Opfer reinige uns von Sünden
    Das DM erläutert hilfreich, inwiefern eine Reinigung erforderlich ist. Bemerkenswert, weil das Wort „Sünde“ sonst ungern benutzt wird.
  • bitten wir, Herr ⇒ barmherziger Gott
  • und erneuern ⇒ und mache uns zu neuen Menschen
    Ein bißchen weitschweifig für ein so übliches Wort, aber nicht falsch.
  • den deinem Willen Folgenden ⇒ Es helfe uns, nach deinem Willen zu leben.
  • [Das Opfer] werde zur Ursache der ewigen Entlohnung ⇒ damit wir den verheißenen Lohn erlangen
    Natürlich ist (wie das Original sagt) das Opfer Jesu am Kreuz, das in der Eucharistie vergegenwärtigt wird, die Ursache des ewigen Lebens, wenn wir denn (quasi als Begleitumstand) nach Gottes Willen leben. Das DM verdreht daher etwas, wenn es meint, durch die Kommunion zu einem so heiligmäßigem Leben geholfen zu werden, dass es den Himmel verdient. Diese Selbsterlösungsmöglichkeitshoffnung (s. Pelagianismus) ist heretisch.
Schlussgebet
Cæléstibus, Dómine, pasti delíciis, quǽsumus, ut semper éadem, per quæ veráciter vívimus, appetámus.
Übersetzung
Mit himmlischen Genüssen, Herr, geweidet*, bitten wir, dass wir immer dieselben, durch die wir wahrhaft leben, erstreben.
* oder: genährt

Deutsches Messbuch
Gott, du Spender alles Guten, du hast uns das Brot des Himmels geschenkt. Erhalte in uns das Verlangen nach dieser Speise, die unser wahres Leben ist.
Vergleich
  • mit himmlischen Genüssen genährt ⇒ du hast uns das Brot des Himmels geschenkt
    Im Original kann stehen was will; das DM hat seine Standardfloskeln schon bereit.
  • Herr ⇒ Gott, du Spender alles Guten
  • bitten wir, dass wir immer dieselben erstreben ⇒ erhalte in uns das Verlangen nach dieser Speise
  • durch die wir wahrhaft leben ⇒ die unser wahres Leben ist

Nach der alten Ordnung ist Sexagesima, wozu gebetet wird:

Oratio
Deus, qui conspicis, quia ex nulla nostra actione confidimus: concede propitius; ut, contra adversa omnia, Doctoris gentium protectione muniamur.
Übersetzung
Gott, der du erkennst, dass wir aufgrund keiner unserer Taten sicheres Vertrauen haben*: gewähre gnädig; dass wir, gegen alle Widrigkeiten, durch die Obhut des Lehrers der Völker befestigt werden.
* wir können uns nicht darauf verlassen, [das Notwendige] aus eigener Kraft zu schaffen

Secreta
Oblatum tibi, Domine, sacrificium vivificet nos semper et muniat.
Übersetzung
Das dir, Herr, dargebrachte Opfer möge uns immer beleben und schützen.
Postcommunio
Supplices te rogamus, omnipotens Deus: ut, quos tuis reficis sacramentis, tibi etiam placitis moribus dignanter deservire concedas.
Übersetzung
Demütig bitten wir dich, allmächtiger Gott: dass du [uns], die du mit deinen Sakramenten erneuerst, dir auch mit wohlgefälligem Lebenswandel zu dienen wohlwollend erlaubst.

Samstag, 15. Februar 2020

durch ihre Verdienste angefeuert werden

Am 15. Februar, nach der alten Ordnung Gedenktag der Martyrer Faustinus und Jovita (zwei Brüder aus Brecia), kommen zum Einsatz:

Aus dem Commune plurimorum Martyrum III, aus dem auch die übrigen Eigentexte genommen sind:

Oratio
Deus, qui nos annua sanctorum Martyrum tuorum Faustini et Iovitae solemnitate laetificas: concede propitius; ut, quorum gaudemus meritis, accendamur exemplis.
Übersetzung
Gott, der du uns durch die jährliche Festlichkeit deiner heiligen Martyrer Faustinus und Jovita erfreust: gewähre gütig, dass wir durch die Beispiele [jener], über deren Verdienste wir uns freuen, angefeuert werden.

Abweichend aus dem Commune plurimorum Martyrum I:

Secreta
Adesto, Domine, supplicationibus nostris, quas in Sanctorum tuorum commemoratione deferimus: ut, qui nostrae iustitiae fiduciam non habemus, eorum, qui tibi placuerunt, meritis adiuvemur.
Übersetzung
Merke, Herr, auf unsere Bittgesuche, die wir zum Gedächtnis deiner Heiligen vorbringen, damit wir, die wir kein Vertrauen auf unsere [eigene] Gerechtigkeit haben, durch die Verdienste jener, welche dir gefallen haben, unterstützt werden.
und

Postcommunio
Quaesumus, Domine, salutaribus repleti mysteriis: ut, quorum solemnia celebramus, eorum orationibus adiuvemur.
Übersetzung
Von den heilbringenden Mysterien erneuert bitten wir, Herr: dass wir durch die Bitten jener, deren Hochfest wir feiern, unterstützt werden.

Freitag, 14. Februar 2020

ein Zeichen der neuen, versöhnten Menschheit

Am 14. Februar gedenkt die Kirche nach der neuen Ordnung der Brüder Cyrill und Methodius, wozu sie betet:

Tagesgebet
Deus, qui per beátos fratres Cyríllum et Methódium Slavóniæ gentes illuminásti, da córdibus nostris tuæ doctrínæ verba percípere, nosque pérfice pópulum in vera fide et recta confessióne concórdem.
Übersetzung
Gott, der du durch die seligen Brüder Cyrill und Methodius der Slaven Stämme erleuchtet hast, gib unseren Herzen, die Worte deiner Lehre aufzunehmen, und vollende uns zu einem Volk in wahrem Glauben und rechtem Bekenntnis.
Deutsches Messbuch
Gott, du Heil aller Menschen, du hast durch die Brüder Cyrill und Methodius den slawischen Völkern das Licht deiner Wahrheit geschenkt. Gib, dass wir deine Lehre mit bereitem Herzen aufnehmen und zu einem Volk werden, das im wahren Glauben und im rechten Bekenntnis geeint ist.
Vergleich
  • Gott ⇒ Gott, du Heil aller Menschen
  • erleuchtet ⇒ das Licht deiner Wahrheit geschenkt
    Natürlich.
  • gib unseren Herzen ⇒ gib, dass wir mit bereitem Herzen
  • die Worte deiner Lehre ⇒ deine Lehre
  • vollende uns zu einem Volk ⇒ [gib, dass wir] zu einem Volk werden, das geeint ist
Gabengebet
Réspice, Dómine, múnera quæ in commemoratióne beatórum Cyrílli et Methódii maiestáti tuæ deférimus, et præsta, ut signum fiant humanitátis novæ in dilectióne caritátis tibi reconciliátæ.
Übersetzung
Beachte, Herr, die Gaben, die wir zum Gedächtnis der seligen Cyrill und Methodius deiner Majestät herbeibringen, und gewähre, dass sie ein Zeichen werden der neuen, dir in der Wertschätzung der Nächstenliebe* versöhnten Menschheit.
* oder: Liebe zur Liebe

Deutsches Messbuch
Allmächtiger Gott, am Gedenktag der Heiligen Cyrill und Methodius bringen wir unsere Gaben vor dein Angesicht. Nimm sie entgegen auf deinem himmlischen Altar und schenke sie uns wieder als Sakrament des Heils.
Vergleich
  • Herr ⇒ allmächtiger Gott
  • beachte die Gaben ⇒ nimm sie [unsere Gaben] entgegen
  • die wir herbeibringen ⇒ bringen wir unsere Gaben
  • zum Gedächtnis ⇒ am Gedenktag
Die Bitte wurde selbstständig (ohne Bezug zum Original) erdachte, und der weitere Fantasieüberschuß in die markierten Passagen investiert.

Schlussgebet
Deus, cunctárum Pater géntium, qui nos de uno pane et uno Spíritu partícipes éfficis ac ætérni herédes convívii, in hac festivitáte beatórum Cyrílli et Methódii benígnus concéde, ut tuórum multitúdo filiórum, in eádem fide persevérans, unánimis regnum iustítiæ et pacis ædíficet.
Übersetzung
Gott, sämtlicher Geschlechter Vater, der du uns zu Teilhabern an dem einen Brot und dem einen Geist und zu Erben des himmlischen Gastmahls machst: zu diesem Fest der seligen Cyrill und Methodius gewähre gnädig, dass die Menge deiner Kinder, in demselben Glauben ausharrend, einmütig das Reich der Gerechtigkeit und des Friedens erbaut.
Deutsches Messbuch
Ewiger Gott, schenke uns neues Leben und neue Glaubensfreude durch das Sakrament, das wir am Fest der Heiligen Cyrill und Methodius empfangen haben, damit wir nach ihrem Vorbild deine Botschaft mutig verkünden.
Anmerkungen
Ähnlichkeiten zwischen Original und DM sind nicht zu erkennen.


Nach der alten Ordnung dageben ist Valentinstag, wozu gebetet wird:

Oratio
Praesta, quaesumus, omnipotens Deus: ut, qui beati Valentini Martyris tui natalicia colimus, a cunctis malis imminentibus, eius intercessione, liberemur.
Übersetzung
Gewähre, bitten wir, allmächtiger Gott: dass wir, die deines seligen Martyrers Valentin Geburtstag begehen, von sämtlichen drohenden Übeln durch seine Vermittlung befreit werden.
Secreta
Suscipe, quaesumus, Domine, munera dignanter oblata: et, beati Valentini Martyris tui suffragantibus meritis, ad nostrae salutis auxilium provenire concede.
Übersetzung
Empfange, bitten wir, Herr, wohlwollend die dargebrachten Gaben: und, durch deines seligen Martyrers Valentin Fürbitten und Verdienste, dass sie Hilfe zu unserem Heil werden, gewähre.
Postcommunio
Sit nobis, Domine, reparatio mentis et corporis caeleste mysterium: ut, cuius exsequimur actionem, intercedente beato Valentino Martyre tuo, sentiamus effectum.
Übersetzung
Sei uns, Herr, das himmlische Mysterium Wiederherstellung des Geistes und Körpers, damit wir, während dein seliger Martyrer Valentin vermittelt, dessen Wirkung verspüren, wessen Handlung wir ausführen.

Donnerstag, 13. Februar 2020

Innozenz III.: Mysterien der Eucharistie erklärt (16)

Fortsetzung von hier

Offertorium
„Ehe der Priester spricht: Lasst uns beten, lässt er vorausgehen: Der Herr sei mit euch! Denn ist der Herr nicht bei uns, so vermögen wir es nicht, zu unserem Heil zu beten. Alsbald dann wird die Darbringung (das Offertorium) gesungen, die ihren Namen von dem Wort Darbringen hat, weil während dieselbe gesungen wird, der Priester entweder vom Volk die dargebrachten Gaben, oder von den Zudienenden die Opfer in Empfang nimmt; ‚denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.’* Auch fordert die angemessene Reihenfolge, dass der Verkündung des Evangeliums der Glaube im Herzen, das Lob von dem Mund, die Frucht in dem Werk folge, - der Glaube im Bekenntnis, das Lob der Darbringung, die Frucht im Opfer. Darum wird das Offertorium g e s u n g e n, weil das Opfer des Lobes dargebracht werden soll. Deswegen sagt der Psalmist: ‚Ich will umhergehen und opfern in Seinem Gezelt das Opfer des Jauchzens, ich will einen Psalm singen dem Herrn;’** und in den Chroniken heißt es: ‚Wenn sie die Brandopfer darbringen werden, beginnen sie das Lob des Herrn zu singen, und in verschiedenen Instrumenten, welche König David bereitet hatte, zusammenzustimmen.’***“
* 2 Kor 9, 7
** Ps 27, 6
*** 2 Chr 29, 27

„Hiernach begibt sich der Priester mit Schweigen in die Einsamkeit, weil ihm die Erinnerung an das Leiden des Herrn bevorsteht, darauf hindeutend, dass nun Jesus nicht offen vor den Juden umherwandelte, weil sie Ihn zu töten gedachten; dass Er in die Landschaft in der Wüste, in eine Stadt, welche Effrem hieß, sich begab, und dort mit Seinen Jüngern verweilte.* Die Hohenpriester und Schriftgelehrten aber beriefen einen Rat, und sagten: ‚Was stellen wir an, da dieser Mensch viele Wunder tut? Geben wir ihn frei, so glauben alle an Ihn und kommen die Römer und nehmen uns unsern Ort und unser Volk weg.’ Da sagte einer von ihnen, Kajaphas mit Namen, der Hohepriester jenes Jahres war: ‚Ihr wisst nicht und bedenkt nicht, dass es uns zuträglich wäre, wenn ein Mensch für das Volk stürbe, und nicht das ganze Volk zugrunde ginge.’ Von diesem Tage dachten sie nun, wie sie in töteten.** Das Schweigen des Priesters bedeutet mithin die Verborgenheit Christi.“
* Joh 11, 54
** Joh 11, 47ff.

„Es ist aber zu bemerken, dass der Priester, wenn er gesprochen hat: Lasset uns beten! nicht sogleich an dieses Wort das Gebet anknüpft, sondern, noch ehe er an den Altar voranschreitet, die Hände wäscht, damit er mit gewaschenen Händen die Gabe in Empfang nehme, den Weihrauch darbringe und das Gebet ausspreche. Denn es steht im Buch des Ausgangs: ‚Du sollst einen ehernen Kessel machen, und ihn in der Stiftshütte auf den Altar stellen und Wasser hineingießen, damit Aaron und seine Söhne, wenn sie in die Stiftshütte gehen und dem Altar sich nahen wollen, ihre Hände und Füße waschen können.’* Da nun der Bischof, bevor er in die Stiftshütte geht, seine Hände bereits gewaschen hat, wäscht er dieselben, wie er an den Altar gehen will, abermals, damit er rein und immer reiner darbringe das unbefleckte, heilige, Gott wohlgefällige Opfer. Darum bat der Psalmist, da er gereinigt war, noch mehr gereinigt zu werden: ‚Wasche mich noch mehr’, sagt er, ‚von meiner Ungerechtigkeit und reinige mich von meiner Missetat.’** Der Priester also, wenn er das Opfer darzubringen hat, soll sein Gewissen reinigen durch Tränen der Buße, gemäß dem Wort: ‚Jede Nacht benetze ich mein Bett, ich befeuchte mein Lager mit Tränen.’*** Denn Christus, bevor er das wahre und einzige Opfer auf dem Altar des Kreuzes darbrachte, vergoß in Mitleid bei der Erweckung Lazari Tränen, nach dem Zeugnis des Evangelisten: ‚Jesus ergrimmte im Geiste, ward erschüttert und weinte.’****“
* Ex 30, 18f.
** Ps 51, 4
*** Ps 6, 7
**** Joh 11, 33.35

Altarvorbereitung
„Inzwischen legt der Diakon die Tücher auf den Altar, welche die Leintücher bedeuten, in die der Leib Christi gehüllt ward. Der Teil aber, der gefaltet über den Kelch gelegt wird, bezeichnet das Schweißtuch, welches, gesondert und zusammengefaltet, auf sein Antlitz gelegt wurde. Hierüber finden wir den Canon: ‚Auf den Rat aller haben wir beschlossen, dass niemand sich unterwinde, das Altarssakrament auf seidenem oder gefärbtem Tuch zu feiern, sondern auf einem reinen linnenen, von dem Bischof geweihten, d.h. aus erdentwachsenem Hanf gewebt, gleichwie der Leib unseres Herrn Jesu Christi in reinem linnenem Zindal [Grabtuch] beigesetzt wurde.’ Indes könnte hierunter auch anderes vorgebildet werden: das Tuch nämlich, welches Corporale genannt wird, ist zweifach, den einen Teil breitet der Diakon über den ganzen Altar aus, den anderen schlägt er gefaltet über den Kelch. Der ausgebreitete Teil bedeutet den Glauben, der überschlagene Teil das Verständnis. Denn dieses Geheimnis soll geglaubt, kann aber nicht verstanden werden, damit der Glaube, welchem die menschliche Vernunft keinen Erfahrungsbeweis an die Hand gibt, sein Verdienst habe. Darum sollen wir glauben mit reinem Herzen, gutem Gewissen und ungefälschter Überzeugung*; und nicht zu förscheln uns anmaßen, weil die Förschler mit ihrem Förscheln den Kürzeren gezogen haben. Denn es steht geschrieben: ‚Der Erforscher der göttlichen Majestät wird durch ihre Lichtfülle zu Boden gedrückt werden.’** Diejenigen, welche sagten: ‚das ist eine harte Rede’ und zurückgingen, wandelten fortan nicht mehr mit Christo***.
* 1 Tim 1, 5
** Spr 25, 27 (Vulgata: „Sicut qui mel multum comedit non est ei bonum, sic qui scrutator est majestatis opprimetur a gloria.“ = „Wie dem nicht gut ist, wer viel Honig ist, so wird, wer Erforscher der Majestät ist, von ihrer Herrlichkeit niedergedrückt.“; in anderen Übersetzungen fehlt die das Zitat enthaltende zweite Hälfte des Verses.)
*** Joh 6, 67

„Der Priester steht alsdann auf, und begibt sich zum Altar, damit er die geheimnisvolle Gabe von den Dienenden in Empfang nehme, auf das hindeutend, was der Evangelist Johannes schreibt: ‚Sechs Tage vor Ostern kam Jesus nach Bethania, wo Lazarus, den Er von den Toten erweckt hatte, wohnte. Sie bereiteten Ihm aber daselbst ein Mahl, und Martha versah den Dienst.’* Nachdem er die Gabe empfangen, wird alsbald der Weihrauch angezündet, und hierdurch angedeutet, was jenem der Evangelist unmittelbar beifügt: ‚Maria aber nahm ein Pfund kostbarer Nardensalbe, und salbte Jesu Füße, und das Haus ward voll des Geruchs der Salbe.’** Dass aber der Priester das Weihrauchfass drei Mal hin und her schwenkt, deutet an, dass Maria die Salbe drei Mal auf den Leib Jesu ausgoß. Das erste Mal, als sie seine Füße salbte in dem Hause Simons, des Pharisäers***; das andere Mal, als sie die Salbe in dem Hause Simons des Aussätzigen über sein Haupt ausschüttete****; das dritte Mal, als sie Wohlgerüche kaufte, um Jesum einzusalben, da er schon im Grabe lag*5. Der Wille wird ihr aber zur Tat angerechnet, da es nicht bei ihr stand, ihr Vorhaben vollziehen zu können. Dass aber der Priester den Altar von allen Seiten beräuchert, zeigt an, dass jene Handlung über die ganze Kirche allwärts sich verbreitete, wie der Herr selbst bezeugt: ‚Wahrlich, Ich sage euch, wo immer in der ganzen Welt dieses Evangelium wird verkündet werden, wird es heißen, sie habe es zu Meinem Gedächtnis getan.’*6 Geistig aber soll der Weihrauch der Gottesergebenheit angezündet werden in dem Rauchfass des Herzens, mittelst des Feuers der Liebe, dass es jenen lieblichen Duft von sich gebe, von dem die Schrift sagt: ‚Das Priesteramt verwalten und Lob singen Seinem Namen, und ihm würdigen Weihrauch in lieblichem Duft darbringen.’*7 Diesen Weihrauch aber empfängt der Priester, d.i. Christus, und beräuchert damit Opfer und Altar.“
* Joh 12, 1f.
** Joh 12, 3
*** Lk 7, 37f.
**** Mt 26, 6f.; Mk 14, 3
*5 Mk 16, 1
*6 Mt 26, 13; Mk 14, 9
*7 1Chr 23,13

Mittwoch, 12. Februar 2020

neben dem Kreuz Jesus treu ausharren

Am 12. Februar gedenkt die Kirche nach der alten Ordnung der heiligen sieben Gründer des Servitenordens (original: des Ordens der Diener der seligen Jungfrau Maria), die nach der neuen Ordnung erst am 17. Februar dran sind.

Der zuletzt Verstorbene der Gründer „bezeichnete es als Aufgabe der Serviten, heilig zu werden und allen Menschen den Weg zur Heiligkeit zu zeigen. Das bevorzugte Mittel dazu: die Betrachtung der Schmerzen Mariens und ihres göttlichen Sohnes.“ (Schott Messbuch)

Zum Gedenktag wird gebetet:

Oratio
Domine Iesu Christe, qui, ad recolendam memoriam dolorum sanctissimae Genetricis tuae, per septem beatos Patres nova Servorum eius familia Ecclesiam tuam fecundasti: concede propitius; ita nos eorum consociari fletibus, ut perfruamur et gaudiis.
Übersetzung
Herr Jesus Christus, der du, damit das Gedächtnis der Schmerzen deiner hochheiligen Gebärerin gepflegt werde, durch die sieben seligen Väter deine Kirche mit der neuen Familie ihrer [Mariens] Diener bereichert hast: gewähre gütig, dass wir so deren [der Gründer] Weinen [über die Schmerzen Mariens] verbunden werden, dass wir auch [ihre] Freuden genießen.
Secreta
Accipe, quaesumus, Domine, hostias quas tibi offerimus: et praesta; ut, intercedentibus Sanctis tuis, libera tibi mente serviamus, et perdolentis Virginis Genetricis Filii tui amore inflammemur.
Übersetzung
Nimm an, bitten wir, Herr, die Opfergaben, die wir dir darbringen: und gewähre; dass wir dir, während deine Heiligen vermitteln, mit freiem Geist dienen und mit der Liebe zur sehr leidenden Jungfrau, Gebärerin deines Sohnes, entflammt werden.
Postcommunio
Caelestibus refecti mysteriis te, Domine, deprecamur: ut, quorum festa percolimus imitantes exempla; iuxta Crucem Iesu cum Maria Matre eius fideliter adstemus, et eiusdem redemptionis fructum percipere mereamur.
Übersetzung
Mit den himmlischen Mysterien gestärkt flehen wir dich, Herr, an: dass wir, die Beispiele [der Heiligen], deren Fest wir begangen haben, nachahmend, neben dem Kreuz Jesus mit Maria seiner Mutter treu ausharren und die Frucht seiner [Jesu] Erlösung zu empfangen verdienen.

Dienstag, 11. Februar 2020

die Rechte deiner unbefleckten Gebärerin hebe empor

Am 11. Februar ist der „Gedenktag unserer lieben Frau in Lourdes“ (original: „der seligen Jungfrau Maria von Lourdes“, altes Messbuch: „Zur Erscheinung der unbefleckten seligen Jungfrau Maria“, denn: „Am 11. Februar 1858 sah das vierzehnjährige Hirtenmädchen Bernadette Soubirous in einer Felsgrotte bei Lourdes zum ersten Mal die „Dame“, die sich als „die Unbefleckte Empfängnis“ vorstellte.“ [Schott Messbuch]).

Dazu betet die Kirche:

Tagesgebet
Concéde, miséricors Deus, fragilitáti nostræ præsídium, ut, qui immaculátæ Dei Genetrícis memóriam ágimus, intercessiónis eius auxílio, a nostris iniquitátibus resurgámus.
Das Gebet ist die alte Postcommunio von der Messe am Vortag der Aufnahme der seligen Jungfrau Maria (In vigilia Assumptionis B. Mariae Virg.) am 14. August, die auch bei vielen anderen Gelegenheiten (außerhalb der Messe) anscheinend gerne verwendet wurde (nach der Zahl der von Google gefundenen Bücher zu urteilen).

Übersetzung
Gewähre, barmherziger Gott, unserer Zerbrechlichkeit Schutz, damit wir, die wir der unbefleckten Gottesgebärerin Gedächtnis begehen, durch ihrer Vermittlung Hilfe, von unseren Sünden auferstehen*.
* oder: uns von unseren Ungerechtigkeiten weg wieder erheben

Deutsches Messbuch
Barmherziger Gott, in unserer Schwachheit suchen wir bei dir Hilfe und Schutz. Höre auf die Fürsprache der jungfräulichen Gottesmutter Maria, die du vor der Erbschuld bewahrt hast, und heile uns von aller Krankheit des Leibes und der Seele.
Vergleich
  • gewähre Schutz ⇒ wir suchen bei dir Hilfe und Schutz
  • unserer Zerbrechlichkeit ⇒ in unserer Schwachheit
  • wir, die wir der unbefleckten Gottesgebärerin Gedächtnis begehen ⇒ der jungfräulichen Gottesmutter Maria, die du vor der Erbschuld bewahrt hast
    Der Hinweis auf das Fest entfällt, dafür erläutert das DM Gottesgebärerin durch die zusätzlichen Angaben „jungfräulich“ und „Maria“ und den Begriff „unbefleckt“ durch einen Nebensatz. Falls das Gebet wirklich in Anwesenheit von Leuten, die nicht genau wissen, wer noch gleich die Gottesgebärerin und inwiefern sie „unbefleckt“ ist, benutzt wird, sicher sehr hilfreich.
  • durch die Hilfe ihrer Vermittlung ⇒ höre auf die Fürsprache
  • von unseren Sünden auferstehen ⇒ heile uns von aller Krankheit des Leibes und der Seele
    Dass die in ihrer Zerbrechlichkeit (als eben von der Erbschuld belastete) durch ihre Sünden gefallenen Beter sich (durch Buße) wieder aufrichten, entfällt im DM, wo es an Gott hängenbleibt, zu „heilen“ – und ob die „Krankheit der Seele“ da noch Sünde meinen soll, oder ob das DM rein innerweltlich an somatische und psychische Leiden denkt – ist leider nicht wirklich unklar. Vergleiche aber die Bitten der alten Oratio und Secreta.

Nach der alten Ordnung wird gebetet:

Oratio
Deus, qui per immaculatam Virginis Conceptionem dignum Filio tuo habitaculum praeparasti: supplices a te quaesumus; ut, eiusdem Virginis Apparitionem celebrantes, salutem mentis et corporis consequamur.
Übersetzung
Gott, der du durch die unbefleckte Empfängnis der Jungfrau eine deinem Sohn würdige Wohnung bereitet hast: demütig erbitten wir von dir; dass wir, derselben Jungfrau Erscheinung feiernd, das Heil des Geistes und des Leibes erlangen.
Secreta
Hostia laudis, quam tibi, Domine, per merita gloriosae et immaculatae Virginis offerimus, sit tibi in odorem suavitatis, et nobis optatam conferat corporis et animae sanitatem.
Übersetzung
Das Opfer des Lobes, welches wir dir, Herr, durch die Verdienste der ruhmreichen und unbefleckten Jungfrau dargebracht haben, sei dir zum Duft des Wohlgefallens*, und trage uns zur erwünschten Gesundheit des Körpers und der Seele bei.
* ein wohlgefälliger Duft

Postcommunio
Quos caelesti, Domine, alimento satiasti, sublevet dextera Genetricis tuae immaculatae: ut ad aeternam patriam, ipsa adiuvante, pervenire mereamur.
Übersetzung
Welche du, Herr durch himmlische Nahrung gesättigt hast, hebe die Rechte deiner unbefleckten Gebärerin empor: damit wir zum ewigen Vaterland, während sie hilft, zu gelangen verdienen.

Montag, 10. Februar 2020

die Wirkung deiner Wertschätzung

Am 10. Februar gedenkt die Kirche der heiligen Scholastika mit dem

Tagesgebet
Beátæ Scholásticæ vírginis memóriam recoléntes, quǽsumus, Dómine, ut, eius exémplo, tibi intemeráta caritáte serviámus et felíces obtineámus tuæ dilectiónis efféctus.
Übersetzung
Der seligen Jungfrau Scholastika Gedächtnis begehend, bitten wir, Herr, dass wir, durch ihr Beispiel, dir mit lauterer Liebe dienen und glücklich die Wirkung deiner Wertschätzung* erlangen.
* wie in: Liebe

Deutsches Messbuch
Erhabener Gott, wir begehen das Gedächtnis der heiligen Jungfrau Scholastika. Lass uns nach ihrem Beispiel dir stets in aufrichtiger Liebe dienen und gewähre uns in deiner Güte einst einen seligen Heimgang zu dir.
Vergleich
  • Herr ⇒ erhabener Gott
  • bitten wir, dass wir ⇒ lass uns stets
  • mit lauterer Liebe ⇒ in aufrichtiger Liebe
    Die Liebe soll im Original rein, unbefleckt sind, wie die Liebe Scholastikas zu ihrem Bruder, dem heiligen Benedikt (vgl. u.); das DM macht ein „aufrichtig“ wie in „ungeheuchelt“ daraus.
  • glücklich die Wirkung deiner Wertschätzung erlangen ⇒ gewähre uns in deiner Güte einst einen seligen Heimgang zu dir
    Die Liebe Gottes zeigt sich am deutlichsten in der Erlösungstat Jesu, deren Wirkung (d.h. die ewige Seligkeit) tatsächlich erlangen zu dürfen das Original erfleht. Das DM orientiert sich an der Legende zum Heimgang der Tagesheiligen (vgl. u.) und erfindet eine entsprechende Bitte.

Nach dem alten Messbuch betet man:

Oratio
Deus, qui animam beatae Virginis tuae Scholasticae ad ostendendam innocentiae viam in columbae specie caelum penetrare fecisti: da nobis eius meritis et precibus ita innocenter vivere; ut ad aeterna mereamur gaudia pervenire.
Übersetzung
Gott, der du die Seele deiner seligen Jungfrau Scholastika um den Weg der Unschuld zu zeigen in Gestalt einer Taube den Himmel durchstoßen* ließest: gib uns durch ihre Verdienste und Gebete so unschuldig zu leben, dass wir zur ewigen Freude zu gelangen verdienen.
* „Eines Tages besuchte [der heilige] Benedikt seine Schwester [Scholastika]; sie bat ihn, einige Tage bei ihr zu bleiben, was er ablehnte, da dies gegen seine Mönchsregel verstoßen hätte. Da bat Scholastika Gott, er möge ein Unwetter schicken, das Benedikt an der Heimkehr hindere. Tatsächlich kam das Unwetter, Benedikt musste sich gegen die Befolgung seiner Regel und für die Zuwendung zu seiner Schwester entscheiden. In andächtigen Gesprächen über die Freuden des Himmels verbrachten sie die Nacht und die folgenden drei Tage, bis Scholastika unerwartet starb; Benedikt sah ihre Seele als weiße Taube gen Himmel fliegen.“ (Quelle)

Secreta und Postcommunio aus dem Commune für Jungfrauen III (wie bei der heiligen Birgitta).

Sonntag, 9. Februar 2020

Freudendiener für die Welt

Nach der neuen Ordnung ist der 5. Sonntag im Jahreskreis. Es wird gebetet:

Tagesgebet
Famíliam tuam, quǽsumus, Dómine, contínua pietáte custódi, ut, quæ in sola spe grátiæ cæléstis innítitur, tua semper protectióne muniátur.
Das ist das alten Segensgebet „über das Volk“ (super populum) vom Samstag der zweiten Fastenwoche, wobei „caelesti etiam“ (auch durch himmlischen [Schutz]) durch „tua semper“ (immer durch deinen [Schutz]) ersetzt wurde.

Übersetzung
Deine Familie, bitten wir, Herr, behüte in durchgehender Milde, damit die sich auf die einzige Hoffnung der himmlischen Gnade stützt, immer durch deinen Schutz gesichert werde.
Deutsches Messbuch
Gott, unser Vater, wir sind dein Eigentum und setzen unsere Hoffnung allein auf deine Gnade. Bleibe uns nahe in jeder Not und Gefahr und schütze uns.
Vergleich
  • deine Familie behüte in durchgehender Milde ⇒ bleibe uns nahe in jeder Not und Gefahr
    Aus der einen Bitte im Original, deren Folge (wenn sie gewährt wird) der Schutz ist, werden im DM zwei Bitten, weshalb der Anfang des Originals ans Ende des DM-Texts rutscht.
  • bitten wir, Herr ⇒ Gott, unser Vater, wir sind dein Eigentum
    Weil die Bitte ans Ende rutscht, waltet hier die DMliche Fantasie und ersetzt die originale „Familie“ durch eine ausführliche Anrede.
  • [Familie] die sich auf die einzige Hoffnung der himmlischen Gnade stützt ⇒ [wir] setzen unsere Hoffnung allein auf deine Gnade
  • durch deinen Schutz immer gesichert werde ⇒ schütze uns
    Die Änderungen des Reformmissale sind am DM verloren, weil es ohnehin Details schlabbert und – wenn sich auch das wichtige „Uns“ dazwischenschieben lässt – das göttliche Wirken in knappsten Worten abhandelt.
Gabengebet
Dómine Deus noster, qui has pótius creatúras ad fragilitátis nostræ subsídium condidísti, tríbue, quǽsumus, ut étiam æternitátis nobis fiant sacraméntum.
Das Gebet ist eine Kurzfassung der alten Secreta vom Donnerstag nach dem (ersten) Passionssonntag (also drei Tage vor Palmsonntag), die lautete:
Domine Deus noster, qui in his potius creaturis, quas ad fragilitatis nostrae subsidium condidisti, tuo quoque nomini munera iussisti dicanda constitui: tribue, quaesumus; ut et vitae nobis praesentis auxilium, et aeternitatis efficiant sacramentum.
was soviel heißt wie
Herr unser Gott, der du befohlen hast, dass vor allem* in diesen Geschöpfen [von Wein und Brot], die du als materielle Grundlage unserer Schwachheit erschaffen hast, auch die deinem Namen zu weihenden Gaben bestehen: gewähre, bitten wir; dass sie uns sowohl Hilfe für das gegenwärtige Leben als auch Sakrament der Ewigkeit werden.
* „Das potius [vor allem] liegt hier darin, dass Gott gerade diese Grundnahrungsmittel unserer zerbrechlischen Natur, Brot und Wein, als Opfergaben des seinem Namen geweihten Gottesdienstes ausersehen hat. Nicht Fleisch, Früchte (zum Erntedank), Öl, Lichter, Weihrauch etc., was sonst in den Kultgebräuchen der menschheitlichen Religionsgeschichte im Vordergrund steht, sondern die einfachen Dinge, die zunächst unserem elementaren Lebensunterhalt dienen, hat der Schöpfer sich [erwählt]“ (Quelle

Übersetzung
Herr unser Gott, der du diese Geschöpfe als materielle Grundlage unserer Schwachheit erschaffen hast, gewähre, bitten wir; dass sie uns auch Sakrament der Ewigkeit werden.
Deutsches Messbuch
Herr, unser Gott, du hast Brot und Wein geschaffen, um uns Menschen in diesem vergänglichen Leben Nahrung und Freude zu schenken. Mache diese Gaben zum Sakrament, das uns ewiges Leben bringt.
Vergleich
  • der du diese Geschöpfe erschaffen hast ⇒ du hast Brot und Wein geschaffen
  • als materielle Grundlage unserer Schwachheit ⇒ um uns Menschen in diesem vergänglichen Leben Nahrung und Freude zu schenken
  • gewähre, bitten wir; dass sie uns auch werden ⇒ mache diese Gaben
  • Sakrament der Ewigkeit ⇒ Sakrament, das uns ewiges Leben bringt
Schlussgebet
Deus, qui nos de uno pane et de uno cálice partícipes esse voluísti, da nobis, quǽsumus, ita vívere, ut, unum in Christo effécti, fructum afferámus pro mundi salúte gaudéntes.
Übersetzung
Gott, der du wolltest, dass wir Teilhaber an dem einem Brot und dem einen Kelch* sind, gib uns, bitten wir, so zu leben, dass wir, eins in Christus gemacht, froh Frucht bringen für das Heil der Welt.
* vgl. 1 Kor 10, 17

Deutsches Messbuch
Barmherziger Gott, du hast uns teilhaben lassen an dem einen Brot und dem einen Kelch. Lass uns eins werden in Christus und Diener der Freude sein für die Welt.
Vergleich
  • du wolltest, dass wir Teilhaber sind ⇒ du hast uns teilhaben lassen
  • gib uns, bitten wir, so zu leben, dass wir, [eins] gemacht ⇒ lass uns [eins] werden
    Das Original hat zwei Aspekte: die Beter führen ein Leben, das offen ist für die Gnade Gottes, durch welche sie eins gemacht werden. Das DM begnügt sich mit dem Ergebnis des „eins werden“ und fragt nicht viel nach dem Woher und Wohin.
  • froh Frucht bringen für das Heil ⇒ Diener der Freude sein
    Im Ernst? Freudendiener?? Das „Heil“, für das die Beter „froh Frucht bringen“ möchten, ist definitiv keine „Freude für die Welt“ – denn dafür hätte Gott nicht Mensch werden und sich am Kreuz opfern müssen.

Traditionell ist man schon einen Schritt weiter, d.h. es ist Septuagesima, also der Beginn der Vorfastenzeit. Das klingt auch bei den Gebeten durch:

Oratio
Preces populi tui, quaesumus, Domine, clementer exaudi: ut, qui iuste pro peccatis nostris affligimur, pro tui nominis gloria misericorditer liberemur.
Übersetzung
Die Bitten deines Volkes, bitten wir, Herr, erhöre gütig, damit wir, die wir zu Recht wegen unserer Sünden niedergeschlagen werden, zum Ruhme deines Namens barmherzig befreit werden.
Secreta
Muneribus nostris, quaesumus, Domine, precibusque susceptis: et caelestibus nos munda mysteriis, et clementer exaudi.
Übersetzung
Nachdem unsere Gaben, bitten wir, Herr, und Gebete angenommen wurden: reinige uns durch die himmlischen Sakramente und erhöre uns gütig.
Postcommunio
Fideles tui, Deus, per tua dona firmentur: ut eadem et percipiendo requirant, et quaerendo sine fine percipiant.
Übersetzung
Deine Gläubigen, Herr, mögen durch deine Gaben gestärkt werden: damit sie dieselben sowohl durch das Empfangen verlangen als auch durch das Suchen ohne Ende empfangen.
Erbeten wird sozusagen eine „Spirale der Heiligkeit“, wobei die durch den Sakramentempfang vermittelte Gnade ein vertieftes Verständnis der Sakrament bewirkt, wodurch ein Verlangen nach wiederholtem Empfang erregt wird, welches wieder ... bis es schließlich zur unverhüllten Schau des im Sakrament Gegenwärtigen führt.


Darüberhinaus wird am 9. Februar der Patriarch von Alexandrien Cyrill, Bekenner und Kirchenlehrer, (der nach dem neuen Kalender am 27. Juni dran ist) gefeiert:

Oratio
Deus, qui beatum Cyrillum Confessorem tuum atque Pontificem divinae maternitatis beatissimae Virginis Marias assertorem invictum effecisti: concede, ipso intercedente; ut, qui vere eam Genetricem Dei credimus, materna eiusdem protectione salvemur.
Übersetzung
Gott, der du den seligen Cyrill, deinen Bekenner und Bischof, zum unbesiegten Verteidiger der göttlichen Mutterschaft der allerseligsten Jungfrau Maria* gemacht hast: gewähre, während er vermittelt; dass die wir glauben, dass sie wahrhaft die Gebärerin Gottes ist, unter dem mütterlichen Schutz derselben erlöst werden.
* „Er kämpfte gegen die Irrlehren des Arianismus und des Nestorianismus und für die Bezeichnung der Maria als ‚Gottesgebärerin’.“ (Quelle)

Secreta
Munera nostra, omnipotens Deus, benignus respice: et, intercedente beato Cyrillo, praesta; ut unigenitum tuum Iesum Christum Dominum nostrum, in tua tecum gloria coaeternum, in cordibus nostris digne suscipere mereamur.
Übersetzung
Unsere Gaben, allmächtiger Gott, beachte gütig: und, während der selige Cyrill vermittelt, gewähre; dass wir deinen Einziggezeugten Jesus Christus, unseren Herrn, mit dir in deiner Herrlichkeit gleich-ewig, in unsere Herzen würdig aufzunehmen verdienen.
Postcommunio
Divinis, Domine, refecti mysteriis, te supplices deprecamur: ut, exemplis et meritis beati Cyrilli Pontificis adiuti, sanctissimae Genetrici Unigeniti tui digne famulari valeamus.
Übersetzung
Durch die göttlichen Mysterien erneuert, Herr, flehen wir dich demütig an: dass wir, durch die Beispiele und Verdienste des seligen Bischofs Cyrill unterstützt, der heiligsten Gebärerin deines Einziggezeugten würdig dienen können.

Darüberhinaus wird an die heilige Apollonia (auch aus Alexandria) gedacht mit den Gebeten aus dem Commune für Jungfrauen I.

Samstag, 8. Februar 2020

den Geist der Anwahl treu bewahren

Nach dem neuen Kalender wird des heiligen Hieronymus Ämiliani an seinem Todestag, dem 8. Februar, (nach dem alten Kalender am 20. Juli zur Befreiung aus dem Kerker) gedacht mit dem

Tagesgebet
Deus, Pater misericordiárum, qui beátum Hierónymum adiutórem et patrem órphanis providísti, eius nobis intercessióne concéde, ut spíritum adoptiónis, quo fílii tui nominámur et sumus, fidéliter custodiámus.
Übersetzung
Gott, Vater der Barmherzigkeiten*, der du den seligen Hieronymus als Helfer und Vater der Waisen vorgesehen** hast, auf seine Vermittlung gewähre uns, dass wir den Geist der Anwahl***, durch den wir deine Kinder genannt werden und sind*4, treu bewahren.
* deutsch: barmherziger Vater
** wie in: göttliche Vorsehung
*** Röm 8, 15
*4 1 Joh 3, 1

Deutsches Messbuch
Gott, du Quelle der Barmherzigkeit, im heiligen Hieronymus Ämiliani hast du den Waisenkindern einen Helfer und Vater gegeben. Schenke allen, die in Not sind, deine sorgende Liebe und gib uns die Bereitschaft, ihnen zu helfen.
Anmerkung
Die DMliche Bitte hat offensichtlich nichts mit dem Original zu tun. Das Original bittet darum, dass wir die Taufgnade bewahren und daraus leben; das DM möchte gern in seiner social justice Aktivität unterstützt werden.

Nach dem alten Kalender wird des heiligen Johannes von Matha gedacht (der nach dem neuen Kalender am Todestag, dem 17. Dezember, dran ist), wozu man betet:

Oratio
Deus, qui per sanctum Ioannem Ordinem sanctissimae Trinitatis ad redimendum de potestate Saracenorum captivos caelitus instituere dignatus es: praesta, quaesumus; ut, eius suffragantibus meritis, a captivitate corporis et animae, te adiuvante, liberemur.
Übersetzung
Gott, der du durch den heiligen Johannes den Orden der allerheiligsten Dreieinigkeit zum Loskauf Gefangener aus der Macht der Sarazenen vom Himmel her* zu gründen geruht hast: gewähre, bitten wir; dass wir, während seine Verdienste [unsere Bitte] unterstützen, aus der Gefangenschaft von Körper und Seele, während du hilfst, befreit werden.
* „Bei seiner ersten Messe hatte der heilige Johannes eine Vision der Dreieinigkeit Gottes, die er als Aufruf zur Gründung eines Ordens ansah.“ (Quelle)

Secreta und Postcommunio aus dem Commune für nicht-bischöfliche Bekenner I.

Freitag, 7. Februar 2020

Innozenz III.: Mysterien der Eucharistie erklärt (15)

Fortsetzung von hier

Glaubensbekenntnis

„ ‚Weil man von Herzen glaubt zur Gerechtigkeit und mit dem Munde bekennt zum Heil’*, wird, damit die Kirche zeige, dass sie die Worte des Evangeliums in die Herzen aufgefasst habe, alsbald das Glaubensbekenntnis gesungen, welches jedoch der Bischof nur anfängt, um zu bezeichnen, dass alles Gute von Christo ausgehen müsse. Denn ‚alle gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk steigt von oben herab, von dem Vater der Lichter.’** Damit aber der himmlische Sangesmeister nicht sagen müsse: ‚Wir haben euch gesungen, und ihr habt nicht getanzt’***, so antwortet der Chor katholischer Lehre mit zusammenklingenden Stimmen, und bekennt in feierlichem Frohlocken den katholischen Glauben. Das griechische Wort Symbolum [für Glaubenbekenntnis] bedeutet aber im Deutschen Anzeige oder Zusammentrag****, teils, weil es die volle Vorschrift und den vollkommenen Inbegriff des Glaubens anzeigt, teils, weil es alle Artikel des Glaubens in  e i n  Bekenntnis zusammenträgt. Die Überlieferung sagt nämlich, dass, nachdem die Apostel den heiligen Geist empfangen und zum Ausziehen, um das Evangelium zu predigen, sich gerüstet, sie sich vereinigt und die Artikel des Glaubens festgestellt hätten, damit, wie sie alle einstimming in dem Glauben wären, sie auch einmütig den gleichen Glauben verkündigten; so verfaßten sie das Glaubensbekenntnis, welchem jeder seinen Teil, d.h. einen Satz, beifügte. Deswegen enthält es, in Übereinstimmung mit dem Verzeichnis der Apostel, zwölf Teilchen. Das Glaubensbekenntnis nach dem Evangelium bezeichnet daher den Glauben in Folge seiner Verkündung. Darum sagt Johannes: ‚Da Er dieses sprach, glaubten viele an ihn’*5 Denn ebenfalls nach dem Apostel ‚kommt der Glauben vom Hören, das Hören aber aus dem Worte Gottes’*6
Es ist aber durch Papst Damasus verordnet worden, dass bei der Messe das Glaubensbekenntnis gesungen werde, in Folge eines Beschlusses der allgemeinen in Konstantinopel gehaltenen Kirchenversammlung.“
* Röm 10, 10
** Jak 1, 17
*** Mt 11, 17; Lk 7, 32
**** Symbolon heißt „ein Zeichen, aus dem man Etwas schließt, woran man Etwas erkennt; Kennzeichen, Merkmal“; das zugrundeliegende Verb symbolo heißt „zusammenwerfen, ‑bringen“
*5 Joh 8, 30
*6 Röm 10, 17

„Das Glaubensbekenntnis ist aber bei der Messe nur an denjenigen festlichen Tagen zu singen, deren in demselben irgendeine Erwähnung geschieht. Also: an allen Sonntagen, bei der Geburt des Herrn, an Epiphanie, am Gründonnerstag, an Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten, an allen Festtagen der heiligen Jungfrau, des heiligen Kreuzes, der Engel, der Apostel, bei den Kirchweihen und an Allerheiligen, weil auch dies eine Festlichkeit der Kirchweihe ist; auch in der Weihnachtsoktav, mit Ausnahme des Festes der unschuldigen Kindlein. Dies deswegen: weil eine Stimme in Rama gehört worden ist, Weinens und großen Klagens, da Rahel ihre Kinder beweinte*; teils, weil die unschuldigen Kindlein zur Hölle hinabgestiegen sind, teils endlich, weil sie ein Zeugnis abgelegt haben, nicht durch das Reden, sondern durch den Tod. In der Oktav ihres Festes aber wird es wegen der Herrlichkeit der Auferstehung, welches die Oktav andeutet, gesungen. Ebenso in den Oktaven von Epiphanias, Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten, der Apostel Petrus und Paulus und Mariä Himmelfahrt. Obwohl es daher an den Geburtsfesten des heiligen Johannes des Täufers und des Heiligen Laurentius nicht gesungen wird, wird es doch an den Oktaven gesungen, weil diese Feste in die Oktaven der Apostel und der Himmelfahrt Mariä fallen, und deswegen wird an der Oktav des heiligen Johannes die Präfation von den Aposteln und in der Oktav des heiligen Laurentius die Präfation von Mariä Himmelfahrt gesungen. Der ersterwähnten Tage aller geschieht in dem Glaubensbekenntnis Erwähnung, wiewohl einiger dunkel, wie z.B. der Epiphania, welche das Fest der Taufe Christi ist, wovon es im Glaubensbekenntnis heißt: ‚Ich bekenne  e i n e  Taufe;’ am Gründonnerstag, welcher die Festlichkeit der Eucharistie ist, auf welche sich die Stelle bezieht: ‚Gemeinschaft der Heiligen;’ der Engel, welche unter dem Namen Himmel müssen verstanden werden, da es heißt: ‚Schöpfer Himmels und der Erde,’ nach jenem Wort: ‚Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde’**, d.h. die engelmäßige und die menschliche Natur. Doch einige halten dafür, an den Festen der Engel sollte das Glaubensbekenntnis nicht gesungen werden, dieweil die Engel niemals den Glauben, sondern das Schauen gehabt hätten***, nicht Gläubige, sondern Erkennende wären. Auf die Kirchweihen beziehen sich die Worte: ‚eine heilige, katholische Kirche;’ dann aber, wenn eine Kirche geweiht wird, wird die Kirche heilig und sozusagen katholisch. Die Oktaven beziehen sich auf die Auferstehnug der Toten, wovon im Glaubensbekenntnis steht: ‚Ich erwarte die Auferstehung der Toten’. Am zweiten Fest der heiligen Agnes jedoch wird das Glaubensbekenntnis nicht gesungen, denn obwohl jenes am achten Tag wieder gefeiert wird, ist es doch kein Fest mit Oktav; daher es als solches auch nicht in dem Kalender steht, und die Oktav in der Kirche nicht angekündigt wird. Es ist gar nicht tadelnswert, dass einige das Glaubensbekenntnis so wie an allen Sonntagen so auch an allen Ostertagen, von der Auferstehung bis zur Himmelfahrt, singen; einige tun dies auch an Marien Magdalenens Fest und sagen, sie sei die Apostolin der Apostel, weil sie, entweder aus eigenem Antrieb, oder doch zuerst den Aposteln die Freude der Auferstehung verkündet habe. Indes geschieht wieder einiger Vorgänge im Glaubensbekenntnis Erwähnung, ohne dass es bei Erinnerung daran gesungen würde, wie des Leidens und des Begräbnises, weil der Gottesdienst dieser Tage nicht nach demjenigen anderer Tage sich richtet.“
* Mt 2, 18; vgl. Jer 31, 15
** Gen 1, 1
*** vgl. 2 Kor 5, 7

Donnerstag, 6. Februar 2020

durch das Kreuz zum Leben gerufen

Nach der neuen Ordnung sind am 6. Februar Paul Miki und Gefährten dran. Man betet:

Tagesgebet
Deus, ómnium fortitúdo sanctórum, qui beátos mártyres Paulum eiúsque sócios per crucem ad vitam vocáre dignátus es, præsta, quǽsumus, ut, eórum intercessióne, fidem quam profitémur usque ad mortem fórtiter teneámus.
Übersetzung
Gott, aller Heiligen Tapferkeit, der du die seligen Martyrer Paul und seine Gefährten durch das Kreuz zum Leben zu rufen geruht hast, gewähre, bitten wir, dass wir, durch deren Vermittlung, den Glauben, den wir bekennen, bis zum Tod tapfer festhalten.
Deutsches Messbuch
Starker Gott, du bist die Kraft der Heiligen, du hast den heiligen Paul Miki und seine Gefährten durch das Martyrium am Kreuz zur ewigen Herrlichkeit geführt. Hilf uns auf die Fürbitte dieser Heiligen, Christus, dem Gekreuzigten, nachzufolgen und ihn bis zum Tode gläubig zu bekennen.
Vergleich
  • Gott ⇒ starker Gott
    Hier wird ein Teil der Bedeutungen der folgenden „fortitudo“ schon vorweggenommen.
  • aller Heiligen Tapferkeit ⇒ du bist die Kraft der Heiligen
    Außer dem entfallenden „aller“ entschlüpft dem DM das Wortspiel „fortitudo“ – „fortiter“, was es als „Kraft“ – „gläubig“ wiedergibt, welches letztere aus den an ihrem Orte aufgeführten Gründen seltsam ist.
    „fortitudo“ hat zwar viele Bedeutungen, ist aber im Wesentlichen die Kardinaltugend der Tapferkeit, was im Zusammenhang mit dem Martyrium und „den Glauben tapfer festhalten“ auch am sinnvollsten ist.
  • die seligen Martyrer (Paul und seine Gefährten) ⇒ den heiligen Paul Miki (und seine Gefährten)
    Das Original redet von der ganzen Gruppe, die als „Paul und seine Gefährten“ bezeichnet wird. Das DM redet von dem einen Martyrer, und erwähnt die Gefährten nebenbei. (Protipp: Pluralformen wiederholen)
  • der du durch das Kreuz zum Leben zu rufen geruht hast ⇒ du hast durch das Martyrium am Kreuz zur ewigen Herrlichkeit geführt
    Zwar wurden die Martyrer von Nagasaki tatsächlich gekreuzigt, was aber kein Grund ist, die Berufung zur ganz konkreten Nachfolge „Jesu Christi, der gekreuzigt wurde, und durch das Kreuz zum Leben zurückgebracht“ gesondert und erst später (statt des originalen Glaubens) separat ins Wort zu heben.
  • gewähre, bitten wir, dass wir ⇒ hilf uns
  • durch deren Vermittlung ⇒ auf die Fürbitte dieser Heiligen
  • den Glauben, den wir bekennen ⇒ Christus, dem Gekreuzigten, nachzufolgen
    Was eben gesagt war: das Original bezieht sich auf den Glauben, den wir bekennen; das DM muss den Bezug zum Herrn am Kreuz nachholen.
  • bis zum Tod tapfer festhalten ⇒ ihn bis zum Tode gläubig zu bekennen
    Das Original erbittet die Bereitschaft zum Martyrium: nicht nur jetzt bequem den Glauben (mit Worten) bekennen, sondern „bis zum Äußersten“ unverbrüchlich daran „festhalten“. Das DM hat ein „Christus bekennen“, also das, was im Original als Ausgangspunkt gilt, als erbetene Gnade der Bitte. Oder ist gar mit „bis zum Tod gläubig“ lediglich eine Bitte um Verschonung vor Glaubensabfall gemeint? Denkbar wäre es …

Nach der alten Ordnung wird der Apostelgefährte Titus gefeiert (dessen nach der neuen Ordnung zusammen mit Timotheus schon am 26. Januar gedacht wurde). Dazu betet die Kirche:

Oratio
Deus, qui beatum Titum Confessorem tuum atque Pontificem apostolicis virtutibus decorasti: eius meritis et intercessione concede; ut, iuste et pie viventes in hoc saeculo, ad caelestem patriam pervenire mereamur.
Übersetzung
Gott, der du den seligen Titus, deinen Bekenner und Bischof, mit apostolischen Tugenden geschmückt hast: durch seine Verdienste und Fürsprache gewähre; dass wir, gerecht und fromm lebend in dieser Zeit, zum himmlischen Vaterland zu gelangen verdienen.
Secreta und Postcommunio werden aus dem Commune für bischöfliche Bekenner I (wie bei Karl Borromäus) genommen.


Zusätzlich wird der heiligen Dorothea mit den Gemeintexten für Jungfrauen II gedacht.
(Funfact: „Bei der Reform wurde Dorothea aus dem Kalender gestrichen, im Martyrologium Romanum von 2001/2004 ist sie wieder enthalten.“, allerdings ohne Messe. (Quelle)

Oratio
Indulgentiam nobis, quaesumus, Domine, beata Dorothea Virgo et Martyr imploret: quae tibi grata semper exstitit, et merito castitatis, et tuae professione virtutis.
Übersetzung
Nachsicht mit uns, bitten wir, Herr, möge die selige Jungfrau und Martyrerin Dorothea erflehen: welche dir wohlgefällig immer auftrat, sowohl durch das Verdienst der Keuschheit als auch durch das Bekenntnis deiner Macht.
Secreta
Hostias tibi, Domine, beatae Dorothea Virginis et Martyris dicatas meritis, benignus assume: et ad perpetuum nobis tribue provenire subsidium.
Übersetzung
Die Opfergaben - dir, Herr, durch der seligen Dorothea, deiner Jungfrau und Martyrerin, Verdienste geweiht - nimm gütig an, und lass sie uns zum dauerhaften Hilfsmittel werden.
Postcommunio
Divini muneris largitate satiati, quaesumus, Domine Deus noster: ut, intercedente beata Dorothea Virgine et Martyre tua, in eius semper participatione vivamus.
Übersetzung
Durch der göttlichen Gabe Freigebigkeit gesättigt bitten wir, Herr unser Gott: dass wir, während die selige Dorothea, deine Jungfrau und Martyrerin, vermittelt, aus seiner Teilnahme* immer leben.
* aus der Teilnahme am Altarssakrament (= der Freigebigkeit [der freigebigen Schenkung, könnte man sagen] der göttlichen Gabe)

Mittwoch, 5. Februar 2020

das Verdienst der Keuschheit

Am 5. Februar gedenkt die heilige Mutter Kirche der heiligen Agatha mit dem

Tagesgebet
Indulgéntiam nobis, quǽsumus, Dómine, beáta Agatha virgo et martyr implóret, quæ tibi grata semper éxstitit et virtúte martýrii et mérito castitátis.
Das Gebet ähnelt der alten Oratio aus den Gemeintexten für Jungfrauen II (s. zum Gedenktag der heiligen Dorothea morgen); allerdings wurde das „Verdienst der Keuschheit“ ans Ende geschoben und das alte „Bekenntnis deiner Macht/Tugend“ durch die „Tugend des Martyriums“ ersetzt.

Übersetzung
Nachsicht mit uns, bitten wir, Herr, möge die selige Jungfrau und Martyrerin Agatha erflehen: welche dir wohlgefällig immer auftrat, sowohl durch die Tugend des Martyriums als auch durch das Verdienst der Keuschheit.
Deutsches Messbuch
Allmächtiger Gott, du hast die heilige Agatha zur Jungfräulichkeit um Christi willen berufen und ihr die Gnade des Martyriums geschenkt. Höre auf ihre Fürsprache und hilf uns, in aller Bedrängnis auszuharren und dir in Lauterkeit und Treue zu dienen.
Vergleich
  • Nachsicht mit uns ⇒ hilf uns, in aller Bedrängnis auszuharren und dir in Lauterkeit und Treue zu dienen
    ???
    Die göttliche Vergebung wird im DM anscheinend nicht mal mehr gewünscht.
  • bitten wir, Herr ⇒ allmächtiger Gott
  • möge erflehen ⇒ höre auf ihre Fürsprache
    Der Standardfehler der Fürsprache für die Tagesheilige.
  • die selige Jungfrau und Martyrerin Agatha ⇒ die heilige Agatha
    Die Besonderheiten der Tagesheiligen fallen unter den Tisch - wo das DM doch sonst so gerne ergänzende Erläuterungen einfügt. Keuschheit und Martyrertum sind wohl nicht so nach DMlichen Geschmack.
  • welche dir wohlgefällig immer auftrat ⇒ [entfällt]
  • durch die Tugend des Martyriums ⇒ du hast ihr die Gnade des Martyriums geschenkt
    Natürlich.
    Abgesehen davon ist Tugend etwas, wofür man selbst etwas tun muss; aber Gnade wird natürlich „geschenkt“ – wie praktisch.
  • durch das Verdienst der Keuschheit ⇒ du hast zur Jungfräulichkeit um Christi willen berufen

Nach der alten Ordnung werden die Gebete aus dem Commune für Jungfrauen I genommen.

Dienstag, 4. Februar 2020

immer neue Vorbilder der Tugenden

Am 4. Februar gedenkt die Kirche [nach dem alten Kalender] des Bischofs und Bekenners Andreas Corsini (nach dem neuen Kalender am 6. Januar ohne Messe) mit der

Oratio
Deus, qui in Ecclesia tua nova semper instauras exempla virtutum: da populo tuo beati Andreae Confessoris tui atque Pontificis ita sequi vestigia; ut assequatur et praemia.
Übersetzung
Gott, der du in deiner Kirche immer neue Vorbilder der Tugenden aufstellst: gib deinem Volk, den Spuren des seligen Andreas’, deines Bekenners und Bischofs, so zu folgen, dass es auch die Belohnungen erlangt.
Secreta und Postcommunio sind aus dem Commune für bischöfliche Bekenner I wie bei Karl Borromäus.

Montag, 3. Februar 2020

die vielen zu erleuchtenden Völker

Für den 3. Februar gibt es im neuen Messbuch zwei Heilige zur Auswahl.

Zum Gedenken an Bischof Ansgar wird gebetet:

Tagesgebet
Deus, qui ad multas illuminándas gentes beátum Ansgárium epíscopum míttere voluísti, eius nobis intercessióne concéde, ut in tuæ veritátis luce iúgiter ambulémus.
Übersetzung
Gott, der du zu vielen zu erleuchtenden Völkern den seligen Bischof Ansgar schicken wolltest, auf seine Vermittlung gewähre uns, dass wir im Licht deiner Wahrheit beständig wandeln.
Deutsches Messbuch
Gott, du Heil der Menschen, du hast den heiligen Bischof Ansgar gesandt, den Völkern des Nordens das Evangelium zu verkünden. Höre auf seine Fürsprache und erhalte auch den Menschen unserer Zeit das Licht deiner Wahrheit.
Vergleich
  • Gott ⇒ Gott, du Heil der Menschen
  • der du schicken wolltest ⇒ du hast gesandt
  • zu vielen zu erleuchtenden Völkern ⇒ den Völkern des Nordens das Evangelium zu verkünden
    Die originale Metapher „Licht der Wahrheit“ bei den Gläubigen, „zu erleuchtend“ bei den Heiden fällt im DM weg, wofür prosaisch „Evangelium verkünden“ gesetzt und zu den Völkern „des Nordens“ (statt „vielen“) erläutert wird.
  • auf seine Vermittlung gewähre uns ⇒ höre auf seine Fürsprache und
    Wie immer legt das DM Fürbitte für den Heiligen ein.
  • dass wir beständig wandeln ⇒ erhalte auch den Menschen unserer Zeit
    So gerne das DM etliche „Wir“ und „Uns“ zufügt, hat es hier einmal das „gewähre uns, dass wir“ großzügig auf „auch die Menschen unserer Zeit“ abgeschoben. Aber halt, es wird ja darum gebetet, im Licht der Wahrheit „beständig zu wandeln“ – klingt mühselig. Das will man den „Menschen unserer Zeit“ dann doch nicht zumuten und lässt ein „erhalte das Licht“ daraus werden. Armselig.

Dann gibt es für den Martyrer Blasius:

Tagesgebet
Exáudi, Dómine, pópulum tuum, cum beáti Blásii mártyris patrocínio supplicántem, ut et temporális vitæ nos tríbuas pace gaudére, et ætérnæ reperíre subsídium.
Das ist die alte Oratio, die einstmals für die Commemoratio der heiligen drei Ärzte Marius usw. verwendet wurde.

Übersetzung
Erhöre, Herr, dein Volk, mit des seligen Martyrers Blasius’ Fürsprache flehend: dass du verleihest, dass wir sowohl uns am Frieden des zeitlichen Lebens erfreuen als auch Beistand für das ewige erlangen.
Deutsches Messbuch
Herr, unser Gott erhöre dein Volk, das am Tag des heiligen Bischofs und Märtyrers Blasius zu dir ruft. Bewahre uns vor Krankheit und Schaden in diesem zeitlichen Leben und hilf uns in aller Not, damit wir das ewige Heil erlangen.
Vergleich
  • Herr ⇒ Herr, unser Gott
  • mit des seligen Martyrers Blasius’ Fürsprache ⇒ am Tag des heiligen Bischofs und Märtyrers Blasius
    „patrocinium“ ist I. Vertretung, Verteidigung (bes. vor Gericht), II. Schutz, Schutzherrschaft, Kirchenlateinisch: III. Fürbitte oder IV. Schutzfest; von der Vokabel her könnte das DM mit Tag = Schutzfest richtig liegen. Allerdings ist „cum“ = „mit“, womit nur „das mit dem Tagesheiligen zusammen flehende“ Volk sinnvoll ist.
  • flehend ⇒ das zu dir ruft
    „supplicare“ kann zwar auch „anrufen“ heißen, wobei die Art und Weise des Anrufens aus dem verwandten Adjektiv „supplex“ hervorgeht, was bedeutet: „demütig bittend; flehentlich, kniefällig“, was aber im DM so nicht deutlich wird.
  • dass du uns verleihst, uns über Frieden des zeitlichen Lebens zu freuen ⇒ bewahre uns vor Krankheit und Schaden in diesem zeitlichen Leben
    „Frieden“ meint eigentlich die ungestörte Gottesverehrung (während Blasius wie die Martyrer, von deren Gedenktag das Gebet genommen wurde, während einer Christenverfolgung starben). Zwar war der heilige Blasius Arzt und wird als Schutzpatron gegen Halskrankheiten angerufen, was aber die DMliche Umdeutung des Gebets kaum rechtfertigt.
  • Beistand für das ewige erlangen ⇒ hilf uns in aller Not, damit wir das ewige Heil erlangen
    Die DMliche „Hilfe in aller Not“ scheint sich noch auf das zeitliche Leben zu beziehen, wonach als Nachklapp das „ewige Heil“ kommt, während im Original der „Friede“ des zeitlichen und der „Beistand“ für das ewige Leben sauber auseinander gehalten werden.

Traditionell betet man an St. Blasius aus dem Commune für einen Martyrer II, wovon hier Oratio und Secreta beim heiligen Polycarp und die Postcommunio bei der Mutterschaft Mariens schon vorkamen.

Sonntag, 2. Februar 2020

zu heiligen geruhen, Kurzgebete empfangend

Am zweiten Februar begeht die Kirche das Fest „Reinigung der Jungfrau Maria“, das seit der Liturgiereform 1960 als Herrenfest gefeiert wird und deshalb auch im Paulinischen Messbuch „Darstellung des Herrn“ heißt. Wegen der der Messe vorangehenden Kerzenweihe bleibt es im Volke aber „Mariä Lichtmesse“.

Man hätte also:
Zur Segnung der Kerzen
Der Priester, bekleidet mit weißem Pluviale (oder ohne Obergewand), zusammen mit den ebenso bekleideten Messdienern, tritt zu den zu segnenden Kerzen heran, die in der Mitte vor dem Altar oder an der Epistelseite liegen, und er, dort zum Altar gewendet stehend, spricht mit gefalteten Händen im feierlichen Ton:
V. 
Der Herr sei mit euch.
R. 
Und mit deinem Geiste.
Man merkt gleich, dass hier das alte Missale übersetzt wurde. Denn im neuen steht stattdessen:
1. Zu passender Stunde versammelt man sich in einer kleineren Kirche oder an anderem passenden Ort außerhalb der Kirche, zu welcher die Prozession zieht. Die Gläubigen halten nicht-angezündete Kerzen in den Händen.
2. Tritt der Priester mit den Messdienern, bekleidet mit weißen Paramenten wie zur Messe; aber statt des Messgewands kann der Priester auch ein Pluviale nehmen, das er ablegt, nachdem die Prozession beendet ist.
Es fällt auf, dass die früher gültige Unterscheidung zwischen Messe, zu welcher der Priester das Messgewand trägt (daher der Name), und sonstigen Liturgien im neuen Missale nicht mehr gemacht wird. Kein Wunder, dass gelegentlich Bilder von Priestern im Messgewand bei der Pachamamaverehrung das Internet fluten. Sie wissen es nicht besser.

Weiter im hergebrachten Ritus:
Lasset uns beten
Herr, heiliger Vater, allmächtiger ewiger Gott, der du alles aus Nichts geschaffen hast, und auf deinen Befehl durch die Werke der Bienen diese Flüssigkeit [den Wachs] zur Vollkommenheit der Wachskerze werden ließest: und der du am heutigen Tage die Bitte des gerechten Simeons erfüllt hast: dich flehen wir demütig an; dass du diese Kerzen zum Gebrauch der Menschen, sowohl zur Gesundheit der Körper als auch der Seelen, sei es zu Lande, sei es auf den Wassern, durch die Anrufung deines heiligsten Namens, und durch die Vermittlung der seligen allzeit jungfräulichen Maria, deren Fest wir heute ergeben begehen, und durch die Gebete aller deiner Heiligen zu seg+nen und zu hei+ligen geruhest: und dieses deines Volkes, welches jene [Kerzen] ehrerbietig in Händen zu tragen und dich mit Singen zu loben wünscht, Stimmen vernehmest in deinem heiligen Himmel und auf dem Thron deiner Majestät: und gnädig seist allen zu dir Rufenden, welche du erlöst hast durch das kostbare Blut deines Sohnes: Der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
R. Amen
Lasset uns beten
Allmächtiger ewiger Gott, der du am heutigen Tage deinen Einziggezeugten den Ellen [also Unterarmen] des heiligen Simeons in deinem heiligen Tempel zum [auf dem Arm] Halten überreicht hast: demütig erflehen wir deine Milde; dass du diese Kerzen, die wir, deine Diener, zum Lobpreis deines Namens halten und mit Licht entzündet zu tragen verlangen, zu seg+nen und zu hei+ligen und auch mit der Leuchte des himmlischen Segens zu entzünden geruhest, damit wir, würdig, sie dir unserem Herr Gott zu opfern, und entflammt vom heiligen Feuer deiner süßesten Liebe, im heiligen Tempel deiner Herrlichkeit dargestellt zu werden verdienen.
R. Amen
Lasset uns beten
Herr Jesus Christus, wahres Licht, als welches du jeden in diese Welt kommenden Menschen erleuchtest: gieße deinen Se+gen über diese Wachskerzen, und hei+lige sie mit dem Leuchten deiner Gnade, und gewähre gnädig; dass diese Leuchten, wie sie mit sichtbarem Feuer angezündet die nächtlichen Dunkelheiten vertreiben; so unsere Herzen, durch unsichtbares Feuer, das heißt des Heiligen Geistes Glanz, erleuchtet, von der Blindheit aller Laster fern halten: damit wir, mit gereinigtem Auge des Geistes, diejenigen [Werke] erkennen können, welche dir gefallen und unserem Heil nützen; damit wir, nach den düsteren Gefahren* dieser Zeit, zum nie verlöschendem Licht zu gelangen verdienen. Durch dich, Christus Jesus, Heiland der Welt, der du in vollkommender Dreieinigkeit lebst und regierst in alle Ewigkeit.
R. Amen
* in Bezug auf das Erkennen des gereinigten Auges vorher könnte man auch „unklare Unterscheidungen“, allgemein „Entscheidungskämpfe“ oder auch „düstere Zwischenzeit“ verstehen.
Lasset uns beten
Allmächtiger ewiger Gott, der du befohlen hast, dass durch Moses, deinen Diener, hochreine Flüssigkeit des Öls* für die beständig vor deinem Angesicht einzurichtenden Leuchter bereitet werde: deines Se+gens Gnade gieße wohlwollend über diese Wachskerzen aus; damit sie das Licht äußerlich so besorgen, dass, während du gibst, das Licht deines Geistes unseren Herzen innerlich nicht fehle. Durch Christus unseren Herrn.
R. Amen
* Ex 27, 20 f.
Lasset uns beten
Herr Jesus Christus, der du am heutigen Tage, in der Natur unseres Fleisches unter den Menschen erscheinend, von den Eltern im Tempel dargestellt wurdest: den Simeon, der ehrwürdige Greis, vom Licht deines Geistes umstrahlt, erkannte, [auf den Arm] nahm und segnete: gewähre gütig; dass wir, von der Gnade desselben Heiligen Geistes erleuchtet und gelehrt, dich wahrhaft erkennen und treu lieben: Der du lebst und herrschst in alle Ewigkeit.
R. Amen
Dann wird ausführlich beschrieben, wie die Kerzen (nachdem sie drei Mal mit Weihwasser besprengt und drei Mal mit Weihrauch beräuchert wurden) der Ordnung nach an die Kleriker und schließlich an die Laien verteilt werden, wozu der Lobgesang des Simeon mit der Antiphon „Ein Licht zur Erleuchtung der Heiden, und Herrlichkeit für dein Volk Israel“ gesungen wird.
Nachdem dies erledigt ist, spricht der Priester:
V. Der Herr sei mit euch.
R. Und mit deinem Geiste.
Lasset uns beten
Erhöre, bitten wir, Herr, dein Volk: und welche [Glaubensgeheimnisse] du äußerlich durch jährliche Hingabe zu verehren verliehen hast, gewähre innerlich durch das Licht deiner Gnade zu begreifen.
R. Amen
Dann folgt die Prozession zur Kirche, wo die Messe stattfinden soll, wozu folgende Antiphon gesungen wird:
Schmücke dein Brautgemacht, Sion, und empfange Christus, den König: umarme Maria, die ist des Himmels Pforte, sie selbst nämlich trägt* den König der Herrlichkeit** des neuen Lichts: sie blieb Jungfrau, herbeiführend auf Händen*** den Sohn, vor dem Morgenstern gezeugt*4: den Simeon, auf seine Ellen nehmend, verkündigte dem Volk, dass er Herr sei über Leben und Tod, der Heiland der Welt.
* Wortspiel: porta (Pforte) – portat (trägt)
** Pforte … König der Herrlichkeit: vgl. Ps 24, 7.9
*** vgl. Bar 5, 5f.
*4 Ps 110, 3

Die weiteren Antiphonen sind Verse aus dem Evangelium, das in der Messe verlesen wird.

Was passiert unterdessen im Novus Ordo?
3. Während die Kerzen angezündet werden, wird die Antiphon oder ein anderer passender Gesang gesungen.
4. Der Priester, nachdem der Gesang beendet ist, spricht zum Volk gewendet: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Danach begrüßt er wie gewöhnlich das Volk, und dann trägt er eine einführende Ermahnung vor, durch welche die Gläubigen zum den Brauch dieses Festes tätig und bewußt Feiern eingeladen werden, mit diesen oder ähnlichen Worten.
Leider entfällt ein Großteil der alten Feier, weil die Gläubigen ihre Kerzen ja schon haben und die nur noch angezündet zu werden brauchen. Dann kommen anstelle von fünf feierlichen Gebete, die an den Vater und den Sohn gerichtet sind – bloß „Begrüßung und „Ermahnung“ der Gläubigen.
Hier musste ich beim Lesen erstmal weinen.

Nun also die vorgeschlagenen Worte der einleitenden Ermahnung:
Geliebteste Brüder: Vor vierzig Tagen haben wir mit Freude das Fest der Geburt des Herrn gefeiert. Heute aber erscheint jener glückliche Tag, an dem Jesus von Maria und Josef im Tempel dargestellt wurde, äußerlich zwar das Gesetz erfüllend, nach der Wahrheit der Sache aber seinem gläubigen Volk erscheinend*. Vom Heiligen Geist getrieben, kamen in den Tempel die seligen Greise und erkannten den Herrn, von dem gleichen Geist erleuchtet, und bekannten ihn in Jubel. So mögen auch wir, versammelt in eins durch den Heiligen Geist, ziehen zum Haus des Herrn, Christus entgegen. Finden und erkennen wir ihn im Brechen des Brotes, bis er kommt sichtbar in Herrlichkeit.
* Komisch konstruiert, weil ja die Eltern das Gesetz erfüllen, dem Volk aber Jesus erscheint. Da wurde aus den alten Gebeten ohne Nachzudenken stückweise kopiert.

Wow, einfach wow. Nach solcher Rede werden sich die Gläubigen echt viel mehr zum tätig und bewußt Feiern eingeladen fühlen. Nur leider entfällt das eigentliche Feiern des Ritus dafür fast vollständig.

Jedenfalls segnet dann der Priester doch noch die Kerzen, mit ausgestreckten Armen sprechend:
Lasset uns beten
Gott, allen Lichtes Quelle und Ursprung, der du dem gerechten Simeon das Licht zur Erleuchtung der Heiden heute gezeigt hast, dich flehen wir demütig an, dass du diese Kerzen durch deinen + Segen zu heiligen geruhest, deines Volkes Kurzgebete* empfangend, welches zusammengekommen ist, sie zum Lob deines Namens zu tragen, damit es durch den Pfad der Tugenden zum nie verlöschenden Licht zu gelangen verdient. Durch Christus unseren Herrn.
R. Amen
* Kein Scherz (hier steht: „vota“, statt etwa „preces“, „orationes“, „precationes“, „supplicia“, „implorationes“ o.ä.), eher bittere Ironie, wenn man vergleicht, was ehedem über die Kerzen gebetet wurde.

Wer allerdings glaubt, schon den Tiefpunkt erreicht zu haben, kennt das Deutsche Messbuch schlecht. Es macht daraus:
Gott, du Quell und Ursprung allen Lichtes, du hast am heutigen Tag dem greisen Simeon Christus geoffenbart als das Licht zur Erleuchtung der Heiden. Segne + die Kerzen, die wir in unseren Händen tragen und zu deinem Lob entzünden. Führe uns auf dem Weg des Glaubens und der Liebe zu jenem Licht, das nie erlöschen wird.
Vergleich
  • dem gerechten Simeon ⇒ dem greisen Simeon
    Eine sinnvolle Hoffnung: wer im DMlichen Gefolge könnte sich als „gerecht“ bezeichnen? Aber „greis“ möchten da inzwischen viele sein.
  • heute ⇒ am heutigen Tag
    Manchmal steht tatsächlich „hodierna die“, hier aber schlicht „hodie“.
  • gezeigt ⇒ Christus geoffenbart als
  • dich flehen wir demütig an, dass du durch deinen Segen zu heiligen geruhest, deines Volkes Kurzgebete empfangend, welches zusammengekommen ist ⇒ segne
    Ja, wirklich.
  • [die Kerzen] zum Lob deines Namens zu tragen ⇒ [die Kerzen] die wir in unseren Händen tragen und zu deinem Lob entzünden
    Je bündiger um das Wirken Gottes gebeten wird, desto ausführlicher kann man beschreiben, was „Wir“ tun wollen.
  • durch den Pfad der Tugenden ⇒ auf dem Weg des Glaubens und der Liebe
    Theoretisch gibt es ja noch weitere Tugenden neben den Karndinaltugenden; aber auf diesem schmalen Pfad möchte dann doch nicht bleiben.
  • zu gelangen verdient ⇒ führe uns
„Wie?“, möchte man fragen, „Gibt es im Reformmissale nur ein einziges Gebet?!“
Aber nein, es gibt ein weiteres, zur Auswahl und als Alternative. Nämlich:
Gott, wahre Lichtquelle, des ewigen Lichtes Verbreiter und Urheber, den Herzen der Gläubigen gieße die Helligkeit des bleibenden Lichtes ein, damit, welche auch immer in deinem heiligen Tempel vom Glanz der gegenwärtigen Lichter geschmückt werden, zum Licht deiner Herrlichkeit glücklich gelangen können.
Im Gegensatz zu alten Gebeten, die durch verschiedene Ausdrücke für das Gleiche geschmückt sind, wiederholt der Reformtexter vier Mal „lumen“. Ziemlich schlecht? Vergleichen wir vor einem Urteil erstmal mit dem Deutschen Messbuch:
Gott, du bist das wahre Licht, das die Welt mit seinem Glanz hell macht. Erleuchte auch unsere Herzen, damit alle, die heute mit brennenden Kerzen in deinem heiligen Haus vor dich hintreten, einst das ewige Licht deiner Herrlichkeit schauen.
Vergleich
  • des ewigen Lichtes Verbreiter und Urheber ⇒ das die Welt mit seinem Glanz hell macht
  • den Herzen der Gläubigen gieße die Helligkeit des bleibenden Lichtes ein ⇒ erleuchte auch unsere Herzen
  • welche auch immer geschmückt werden ⇒ alle, die heute vor dich hintreten
    Ja, so.
  • in deinem heiligen Tempel ⇒ in deinem heiligen Haus
  • vom Glanz der gegenwärtigen Lichter ⇒ mit brennenden Kerzen
  • zum Licht glücklich gelangen können ⇒ einst das ewige Licht schauen
Fazit: Schlimmer geht immer.

Zur Prozession wird dann entweder die im alten Missale zur Kerzenausteilung vorgesehene Antiphon oder die erste der im alten Missale zur Prozession vorgesehenen Antiphonen oder sonst ein Lied gesungen.

Man möchte lachen, aber es gibt im Reformmissale selbst für dieses Fitzelstückelchen von Kerzensegnung noch eine alternative (Kurz)Fassung.

Zur Messe:

Nach der alten Ordnung:

Oratio
Omnipotens sempiterne Deus, maiestatem tuam supplices exoramus: ut, sicut unigenitus Filius tuus hodierna die cum nostrae carnis substantia in templo est praesentatus; ita nos facias purificatis tibi mentibus praesentari.
Übersetzung
Allmächtiger ewiger Gott, deine Majestät flehen wir demütig an: dass, wie dein einziggezeugter Sohn am heutigen Tage mit der Natur unseres Fleisches im Tempel dargestellt wurde, so lass uns mit gereinigten Herzen dir dargestellt werden.
Secreta
Exaudi, Domine, preces nostras: et, ut digna sint munera, quae oculis tuae maiestatis offerimus, subsidium nobis tuae pietatis impende.
Übersetzung
Erhöre, Herr, unsere Gebete: und, damit die Gaben dir würdig sind, die wir vor den Augen deiner Majestät darbringen, schenke uns die Hilfsmittel deiner Barmherzigkeit.
Es kommt die Präfation von Weihnachten zum Einsatz.

Postcommunio
Quaesumus, Domine Deus noster: ut sacrosancta mysteria, quae pro reparationis nostrae munimine contulisti, intercedente beata Maria semper Virgine, et praesens nobis remedium esse facias, et futurum.
Übersetzung
Wir bitten, Herr unser Gott: dass du die hochheiligen Mysterien, die du für die Sicherung unserer Wiederherstellung verliehen hast, während die selige immer jungfräuliche Maria vermittelt, uns sowohl zum gegenwärtigen Heilmittel machst als auch zum zukünftigen.

Nach der neuen Ordnung:

Tagesgebet
wie die alte Oratio

Übersetzung (für den einfacheren Vergleich)
Allmächtiger ewiger Gott, deine Majestät flehen wir demütig an: dass, wie dein einziggezeugter Sohn am heutigen Tage mit dem Wesen unseres Fleisches im Tempel dargestellt wurde, so lass uns mit gereinigten Herzen dir dargestellt werden.
Deutsches Messbuch
Allmächtiger ewiger Gott, dein eingeborener Sohn hat unsere menschliche Natur angenommen und wurde am heutigen Tag im Tempel dargestellt. Läutere unser Leben und Denken, damit wir mit reinem Herzen vor dein Antlitz treten.
Vergleich
  • deine Majestät flehen wir demütig an ⇒ läutere unser Leben und Denken
    Das ist wieder so eine Stelle, wo einfach nicht zusammenpassen will, was im DM übrig bleibt.
  • dein einziggezeugter Sohn … mit dem Wesen unseres Fleisches ⇒ dein eingeborener Sohn hat unsere menschliche Natur angenommen
  • dass, wie …, so lass uns mit gereinigten Herzen dir dargestellt werden ⇒ damit wir mit reinem Herzen vor dein Antlitz treten
    Der Vergleich „wie Jesus als Mensch wie wir dargestellt wurde, so lass uns rein wie er vor dir dargestellt werden“ entfällt. Das DM fügt stattdessen quasi unverbunden mehrere Aussagen aneinander – und muss dann eine Bitte erfinden, deren Folge die eigentliche Bitte ist, damit das ganze wenigstens einen Sinn zu ergeben scheint.
    Und das heutige Fest heißt in DMlichen Fachkreisen auch „vor-das-Antlitz-Treten des Herrn“
Gabengebet
Gratum tibi sit, Dómine, quǽsumus, exsultántis Ecclésiæ munus oblátum, qui Unigénitum Fílium tuum voluísti Agnum immaculátum tibi offérri pro sǽculi vita.
Übersetzung
Angenehm sei dir, Herr, bitten wir, die geopferte Gabe der jubelnden Kirche, der du wolltest, dass dein einziggezeugter Sohn als makelloses Lamm dir geopfert werde für das Leben der Welt.
Deutsches Messbuch
Allmächtiger Gott, nach deinem Ratschluss hat dein eigener Sohn sich als makelloses Lamm für das Leben der Welt geopfert. Nimm die Gabe an, die deine Kirche in festlicher Freude darbringt.
Vergleich
  • angenehm sei dir die geopferte Gabe ⇒ nimm die Gabe an
    Die ganze Sache ist dem DM so wichtig, dass es sie als Standardphrase ans Ende des Gebets bringt.
  • Herr, bitten wir ⇒ allmächtiger Gott
  • [Gabe] der jubelnden Kirche ⇒ [Gabe], die deine Kirche in festlicher Freude darbringt
    Irgendwie schafft es das DM immer, an genau den weniger wichtigen Stellen weitschweifig poetisch zu werden.
  • der du wolltest ⇒ nach deinem Ratschluss
  • dass dein einziggezeugter Sohn dir geopfert werde ⇒ hat dein eigener Sohn sich geopfert
    Erstens wird das Passiv zur reflexiven Konstruktion, und zweitens ist „eigener“ statt „einziggezeugter“ (während alle anderen Kinder Gottes durch die Taufe adoptiert sind) kaputt.
Eigene Präfation
De mysterio Præsentationis Domini
Vere dignum et iustum est, æquum et salutáre, nos tibi semper et ubíque grátias ágere: Dómine, sancte Pater, omnípotens ætérne Deus:
Quia coætérnus hódie in templo tuus Fílius præsentátus glória Israel et lumen géntium a Spíritu declarátur.
Unde et nos, Salutári tuo in gáudiis occurréntes, cum Angelis et Sanctis te laudámus, sine fine dicéntes:
Sanctus, Sanctus, Sanctus …
Übersetzung
Vom Mysterium der Darstellung des Herrn
Wahrhaft würdig und recht ist, angemessen und heilsam, dass wir dir immer und überall Dank abstatten: Herr, heiliger Vater, allmächtiger ewiger Gott:
Weil dein gleich-ewiger, heute im Tempel dargestellter Sohn als Herrlichkeit Israels und Licht der Heiden vom Geist verkündet wurde.
Daher loben auch wir, deinem Heiland in Freuden entgegeneilend, mit den Engeln und Heiligen dich, ohne Ende sagend:
Heilig, heilig, heilig …
Deutsches Messbuch
Christus kommt in seinen Tempel
In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, immer und überall zu danken.
Denn heute hat die jungfräuliche Mutter deinen ewigen Sohn zum Tempel getragen; Simeon, vom Geist erleuchtet, preist ihn als Ruhm deines Volkes Israel, als Licht zur Erleuchtung der Heiden.
Darum gehen auch wir dem Erlöser freudig entgegen und singen mit den Engeln und Heiligen das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig, heilig, heilig …
Schlussgebet
Per hæc sancta quæ súmpsimus, Dómine, pérfice in nobis grátiam tuam, qui exspectatiónem Simeónis implésti, ut, sicut ille mortem non vidit nisi prius Christum suscípere mererétur, ita et nos, in occúrsum Dómini procedéntes, vitam obtineámus ætérnam.
Übersetzung
Durch diese heiligen [Gaben], die wir empfangen haben, Herr, vollende in uns deine Gnade, der du die Erwartung des Simeon erfüllt hast, damit, wie jener den Tod nicht schaute wenn er nicht vorher Christus zu empfangen verdiente, so auch wir, dem Herrn entgegen ziehend, das ewige Leben erlangen.
Deutsches Messbuch
Barmherziger Gott, stärke unsere Hoffnung durch das Sakrament, das wir empfangen haben, und vollende in uns das Werk deiner Gnade. Du hast die Erwartung Simeons erfüllt und ihn Christus schauen lassen. Erfülle auch unser Verlangen: Lass uns Christus entgegengehen und in ihm das ewige Leben finden.
Vergleich
  • durch diese heiligen [Gaben] ⇒ durch das Sakrament
  • Herr ⇒ barmherziger Gott
  • deine Gnade ⇒ das Werk deiner Gnade
  • jener den Tod nicht schaute wenn er nicht vorher Christus zu empfangen verdiente ⇒ ihn Christus schauen lassen
    ???
  • [Gnade vollende] damit, wie jener …, so auch wir ⇒ lass uns
    Das DM löst sämtliche Zusammenhänge des Original auf und knallt Einzelaussagen unverbunden nebeneinander.
Anlasslose Fantasieleistungen sind markiert.

Samstag, 1. Februar 2020

Menschen mit vernünftigem Wohlwollen lieben

Große Ereignisse werfen ihren Schatten voraus, und weil morgen mein Geburtstag Darstellung des Herrn ist, hier vorab die ausfallenden Texte des Sonntags.

Nach der neuen Ordnung wäre der vierte Sonntag im Jahreskreis:

Tagesgebet
Concéde nobis, Dómine Deus noster, ut te tota mente venerémur, et omnes hómines rationábili diligámus afféctu.
Das Gebet stammt aus dem Sacramentarium Leonianum.

Übersetzung
Gewähre uns, Herr unser Gott, dass wir dich mit ganzem Gemüt verehren und alle Menschen mit vernünftigem Wohlwollen lieben.
Deutsches Messbuch
Herr, unser Gott, du hast uns erschaffen, damit wir dich preisen. Gib, dass wir dich mit ungeteiltem Herzen anbeten und die Menschen lieben, wie du sie liebst.
Vergleich
  • gewähre uns ⇒ gib
  • mit ganzem Gemüt verehren ⇒ mit ungeteiltem Herzen anbeten
  • alle Menschen mit vernünftigem Wohlwollen lieben ⇒ die Menschen lieben, wie du sie liebst
    Wo er das immer her hat – all die Ideen?
Einiges ist recht – frei übersetzt, schönfärberisch gesagt, aber das Markierte ist ganz ausgedacht.

Gabengebet
Altáribus tuis, Dómine, múnera nostræ servitútis inférimus, quæ, placátus assúmens, sacraméntum nostræ redemptiónis effícias.
Das Gebet scheint durch Streichung aus dem Sacramentarium Leonianum gewonnen zu sein, denn dort lautet es
Altaribus tuis Domine munera nostrae sevitutis inferimus quae placatus accipiens et accemptum tibi nostrum quaesumus famulatum et sacramentum nostrae redemptionis efficias.
Übersetzung
Zu deinen Altaren, Herr, bringen wir die Gaben unseres Dienstes, die du, versöhnt annehmend, [aufnehmend sowohl zu einer dir angenehmen Verehrung von uns, bitten wir, als auch] zum Sakrament unserer Erlösung machen mögest.
Das ursprüngliche Gebet hat die zwei Seiten des Opfers (die Beter dienen Gott, und wenn dieser den Dienst dazu macht, sogar ihm angenehm – Gott nimmt das Opfer an und verwandelt es zu Leib und Blut unseres Herrn, zum Sakrament der Erlösung); das Reformmissale streicht eine.

Deutsches Messbuch
Herr, unser Gott, wir legen die Gaben als Zeichen unserer Hingabe auf deinen Altar. Nimm sie entgegen und mach sie zum Sakrament unserer Erlösung.
Vergleich
  • Herr ⇒ Herr, unser Gott
  • die Gaben unseres Dienstes ⇒ die Gaben als Zeichen unserer Hingabe
  • die du, versöhnt annehmend ⇒ nimm sie entgegen
    Das „versöhnt“ ist der Punkt des Opferns, der im DM regelmäßig gestrichen wird.
Schlussgebet
Redemptiónis nostræ múnere vegetáti, quǽsumus, Dómine, ut hoc perpétuæ salútis auxílio fides semper vera profíciat.
Das Gebet ist die alte Postcommunio des Sabbato in Albis [Samstag in der Osteroktav].

Übersetzung
Durch unserer Erlösung Gabe belebt, bitten wir, Herr, dass durch diese Hilfe des ewigen Heils der wahre Glaube immer vorankomme.
Deutsches Messbuch
Barmherziger Gott, das Sakrament der Erlösung, das wir empfangen haben, nähre uns auf dem Weg zu dir und schenke dem wahren Glauben beständiges Wachstum.
Vergleich
  • durch unserer Erlösung Gabe ⇒ das Sakrament der Erlösung
  • belebt ⇒ das wir empfangen haben, nähre uns auf dem Weg zu dir
    Das Original stellt den Zustand der Beter nach dem Sakramentempfang fest; das DM faselt und erfindet eine neue Bitte, um die wichtigen Personen herum konstruiert.
  • durch diese Hilfe des ewigen Heils immer vorankomme ⇒ schenke beständiges Wachstum
    Natürlich.

Nach der alten Ordnung wäre der vierte Sonntag nach Epiphanie:

Oratio
Deus, qui nos, in tantis periculis constitutos, pro humana scis fragilitate non posse subsistere: da nobis salutem mentis et corporis; ut ea, quae pro peccatis nostris patimur, te adiuvante vincamus.
Übersetzung
Gott, der du weißt, dass wir, in so großen Gefahren befindlich, wegen der menschlichen Schwäche nicht standhalten können: gib uns Heil an Geist und Körper, damit wir das, was wir wegen unserer Sünden erleiden, durch deine Hilfe* überwinden.
* schulmäßig: während du hilfst

Secreta
Concede, quaesumus, omnipotens Deus: ut huius sacrificii munus oblatum fragilitatem nostram ab omni malo purget semper et muniat.
Übersetzung
Gewähre, bitten wir, allmächtiger Gott: dass dieses Opfers dargebrachte Gabe unsere Schwäche von jedem Übel immer reinige und schütze.
Postcommunio
Munera tua nos, Deus, a delectationibus terrenis expediant: et caelestibus semper instaurent alimentis.
Übersetzung
Deine Gaben mögen uns, Herr, von allen irdischen Lustbarkeiten frei machen, und immer durch himmlische Nahrung erneuern.

Am 1. Februar ist nach der alten Ordnung der heilige Ignatz dran, wobei die dazugehörigen Gebete schon an seinem Festtag nach der neuen Ordnung betrachtet wurden.