Dienstag, 21. Januar 2020

der du das Schwache der Welt erwählst

Am 21. Januar gedenkt die Kirche der heiligen Agnes mit dem

Tagesgebet
Omnípotens sempitérne Deus, qui infírma mundi éligis, ut fórtia quæque confúndas, concéde propítius, ut, qui beátæ Agnétis mártyris tuæ natalícia celebrámus, eius in fide constántiam subsequámur.
Der Anfang gleicht der alten Oratio zum Fest (s.u.)

Übersetzung
Allmächtiger ewiger Gott, das Schwache der Welt erwählst, damit du jedes Starke beschämst, gewähre gütig, dass wir, die den Geburtstag der seligen Agnes, deiner Martyrerin, begehen, ihre Standhaftigkeit im Glauben nachahmen.
Deutsches Messbuch
Ewiger Gott, du berufst, was schwach ist in dieser Welt, um das, was stark ist, zu beschämen. Höre auf die Fürsprache der heiligen Agnes. Komm uns zu Hilfe, damit auch wir unbeirrt den Glauben bekennen.
Vergleich
  • allmächtiger ewiger Gott ⇒ ewiger Gott
  • der du erwählst ⇒ du berufst
  • das Schwache der Welt ⇒ was schwach ist in dieser Welt
  • damit du beschämst ⇒ um zu beschämen
  • jedes Starke ⇒ das, was stark ist
  • gewähre gütig ⇒ komm uns zu Hilfe
  • wir, die den Geburtstag der seligen Agnes, deiner Martyrerin, begehen ⇒ höre auf die Fürsprache der heiligen Agnes
    ???
  • dass wir ihre Standhaftigkeit im Glauben nachahmen ⇒ damit auch wir unbeirrt den Glauben bekennen

Nach der alten Ordnung hat die Agnes am 21. Januar ein Fest*, zu dem gebetet wird

Oratio
Omnipotens sempiterne Deus, qui infirma mundi eligis, ut fortia quaeque confundas: concede propitius; ut, qui beatae Agnetis Virginis et Martyris tuae solemnia colimus, eius apud te patrocinia sentiamus.
Übersetzung
Allmächtiger ewiger Gott, der du das Schwache der Welt erwählst, damit du jedes Starke beschämst, gewähre gütig, dass wir, die das Fest der seligen Agnes, deiner Jungfrau und Martyrerin, begehen, ihre Fürsprache bei dir erfahren.
Secreta
Hostias, Domine, quas tibi offerimus, propitius suscipe: et, intercedente beata Agnete Virgine et Martyre tua, vincula peccatorum nostrorum absolve.
Übersetzung
Die Opfer, Herr, welche wir dir opfern, nimm gütig an, und, während die selige Agnes, deine Jungfrau und Martyerin, vermittelt, löse die Fesseln unserer Sünden.
Die Postcommunio ist eine gern genommene und die gleiche wie z.B. an Johannes Ap. & Ev. 

* Und am Oktavtag, dem 28. Januar, noch einen Gedenktag („Agnes zum zweiten“), denn: Emerentiana, die Milchschwester der Agnes hielt die Totenwacht an Agnes’ Grab. „In der achten Nacht sah sie einen Reigen schöner Jungfrauen, in ihrer Mitte Agnes in goldenem Kleid, den Ring ihres Verlöbnisses mit Christus am Finger, ein weißes Lamm zu ihrer Rechten, das Lamm, auf das Johannes der Täufer und die Apokalypse hinwiesen.“ (Quelle)

Montag, 20. Januar 2020

Gott, Herrlichkeit deiner Priester

Am 20. Januar feiert die Kirche das Fest von Papst Fabian und Sebastian, Martyter.

Nach der alten Ordnung gab es ein Messformular für beide zusammen, nach der neuen muss man sich entscheiden, und es gibt besonders nur das jeweilige Tagesgebet.

Man hätte da für Papst Fabian:

Tagesgebet
Deus, tuórum glória sacerdótum, præsta, quǽsumus, ut, beáti Fabiáni mártyris tui interveniénte suffrágio, eiúsdem proficiámus fídei consórtio dignóque servítio.
Übersetzung
Gott, Herrlichkeit deiner Priester, gewähre, bitten wir, dass wir, während die Fürbitte des seligen Fabians, deines Martyrers, vermittelt, in desselben Gemeinschaft des Glaubens und durch würdigen Dienst vorankommen.
Deutsches Messbuch
Gott, du bist der Ruhm deiner Kirche und die Kraft ihrer Hirten. Du stärkst die Märtyrer zum Zeugnis und belohnst sie mit ewiger Herrlichkeit. Höre auf die Fürsprache des heiligen Papstes Fabian, mit dem uns der Glaube an Christus verbindet, und hilf auch uns, dir bis in den Tod die Treue zu bewahren.
Vergleich
  • Herrlichkeit deiner Priester ⇒ der Ruhm ... ihrer Hirten
  • während die Fürbitte des seligen Fabians vermittelt ⇒ höre auf die Fürsprache des heiligen Fabian
    Wie immer legt das DM Fürbitte für den Tagesheiligen ein.
  • in desselben Gemeinschaft des Glaubens ⇒ mit dem uns der Glaube an Christus verbindet
    Im Original ist der Tagesheilige betont, im DM „Uns“. Dafür erinnert das DM aber daran, an wen noch gleich geglaubt wird – für die Vergesslichen.
Die markierten Passagen haben keine Entsprechungen.

Für den heiligen Sebastian aber wäre es:

Tagesgebet
Præsta nobis, quǽsumus, Dómine, spíritum fortitúdinis, ut, glorióso exémplo beáti Sebastiáni mártyris tui edócti, tibi magis quam homínibus oboedíre discámus.
Übersetzung
Gewähre uns, bitten wir, Herr, den Geist der Stärke, damit wir, durch das ruhmreiche Beispiel des seligen Sebastians, deines Martyrers, gelehrt, dir mehr als den Menschen zu gehorchen lernen.
Deutsches Messbuch
Herr, unser Gott, wir schauen heute auf das Beispiel der Standhaftigkeit, das der heilige Märtyrer Sebastian durch sein mutiges Bekenntnis gegeben hat. Schenke auch uns den Geist der Stärke, damit wir dir mehr gehorchen als den Menschen.
Vergleich
  • gewähre uns den Geist der Stärke ⇒ schenke auch uns den Geist der Stärke
    Natürlich
  • bitten wir, Herr ⇒ Herr, unser Gott
  • durch das ruhmreiche Beispiel gelehrt ⇒ wir schauen heute auf das Beispiel
    Im Original geht es um den Ruhm des Martyrers; die Beter kommen nur vor, insofern sie „gelehrt“ werden. Im DM geht es nur um das „Wir“, das aber lediglich unbeteiligt „schaut“.
  • des seligen Sebastians, deines Martyrers ⇒ der Standhaftigkeit, das der heilige Märtyrer Sebastian durch sein mutiges Bekenntnis gegeben hat
    Die widerwillenerregende Geschwätzigkeit des DM meint erläutern zu müssen, was das „ruhmreich“ des Originals dem wenigstens minimal Katechisierten bereits mitteilt.
  • damit wir lernen ⇒ damit wir
    Wer bloß unbeteiligt schaut, muss auch nichts lernen, denn im DM wird alles „geschenkt“.

Nach der alten Ordnung betet man anläßlich des gemeinsamen Festes der beiden Heiligen die gleichen Gebete (bis auf die Namensnennung, natürlich) wie beim heiligen Ignatz.

Sonntag, 19. Januar 2020

in einer Frömmigkeit einträchtig

Zum 2. Sonntag im Jahreskreis betet die heilige Mutter Kirche:

Tagesgebet
Omnípotens sempitérne Deus, qui cæléstia simul et terréna moderáris, supplicatiónes pópuli tui cleménter exáudi, et pacem tuam nostris concéde tempóribus.
Dies ist die alte Oratio vom 2. Sonntag nach Epiphanie (s.u.).

Übersetzung
Allmächtiger ewiger Gott, der du die himmlischen [Angelegenheiten] wie auch die irdischen lenkst, erhöre milde die Bittgesuche deines Volkes, und gewähre deinen Frieden unseren Zeiten.
Deutsches Messbuch
Allmächtiger Gott, du gebietest über Himmel und Erde, du hast Macht über die Herzen der Menschen. Darum kommen wir voll Vertrauen zu dir; stärke alle die sich um die Gerechtigkeit mühen, und schenke unserer Zeit deinen Frieden.
Die markierten Passagen haben keine Entsprechungen im jeweils anderen Gebet, die anderen sind teilweise wild umschrieben.

Gabengebet
Concéde nobis, quǽsumus, Dómine, hæc digne frequentáre mystéria, quia, quóties huius hóstiæ commemorátio celebrátur, opus nostræ redemptiónis exercétur.
Das ist die alte Secreta vom neunten Sonntag nach Pfingsten.

Übersetzung
Gewähre uns, bitten wir, Herr, diese Mysterien würdig zu besuchen, weil, sooft das Andenken dieses Opfers gefeiert wird, das Werk unserer Erlösung vollzogen wird.
Deutsches Messbuch
Herr, gib, dass wir das Geheimnis des Altares ehrfürchtig feiern; denn sooft wir die Gedächtnisfeier dieses Opfers begehen, vollzieht sich an uns das Werk der Erlösung.
Vergleich
  • gewähre uns, bitten wir ⇒ gib
  • diese Mysterien ⇒ das Geheimnis des Altares
  • würdig zu besuchen ⇒ dass wir ehrfürchtig feiern
    Abgesehen davon, dass die Vokabeln anscheinend nicht nachgeschlagen wurden, hat sich ein kleines extra-„Wir“ eingeschlichen.
  • das Andenken gefeiert wird ⇒ wir die Gedächtnisfeier begehen
    Im Original eine Aussage über die Messe, im DM eine über die Taten des wichtigen „Wir“.
  • vollzogen wird ⇒ vollzieht sich an uns
    Man kann diskutieren, ob es korrekt ist, das Passiv (das Werk wird vollzogen) reflexiv (das Werk vollzieht sich irgendwie selbst) wiederzugeben, aber dass im Original kein „an uns“ steht (sondern das Werk unserer Erlösung vollzogen wird), ist sicher.
Schlussgebet
Spíritum nobis, Dómine, tuæ caritátis infúnde, ut, quos uno cælésti pane satiásti, una fácias pietáte concórdes.
Das ist die alte Postcommunio vom Freitag nach Aschermittwoch. [Mit „sacramentis paschalibus“ statt „uno caelesti pane“ wird die Postcommunio auch an Ostermontag verwendet.]

Übersetzung
Den Geist deiner Liebe, Herr, gieße uns ein, damit du welche du mit dem einen himmlischen Brot gesättigt hast, in einer Frömmigkeit einträchtig machst.
Deutsches Messbuch
Barmherziger Gott, du hast uns alle mit dem einen Brot des Himmels gestärkt. Erfülle uns mit dem Geist deiner Liebe, damit wir ein Herz und eine Seele werden.
Vergleich
  • Herr ⇒ barmherziger Gott
  • gieße uns ein ⇒ erfülle uns mit
  • damit du machst ⇒ damit wir werden
    Das wäre ja noch schöner, wenn es in einem DMlichen Gebet um Gott ginge und nicht um das wichtige „Wir“.
  • welche du mit dem einen himmlischen Brot gesättigt hast ⇒ du hast uns alle mit dem einen Brot des Himmels gestärkt
    Wenn man das „Brot des Himmels“ statt „himmlischen Brot“ durchgehen lassen will, bleibt noch der Vokabelfehler „gestärkt“ und das dazufantasierte „alle“ (das die Betonung von ein „einen“ abzieht).
  • in einer Frömmigkeit ⇒ [entfällt]
    Welcher 1970er-Jahre-Hippie braucht so ein mittelalterliches Konzept?
  • einträchtig ⇒ ein Herz und eine Seele
    Och ja, süß.

Nach der alten Ordnung ist der 2. Sonntag nach Epiphanie, wozu gebetet wird:

Oratio
s. Tagesgebet oben

Secreta
Oblata, Domine, munera sanctifica: nosque a peccatorum nostrorum maculis emunda.
Übersetzung
Die geopferten, Herr, Gaben heilige: und reinige uns von den Makeln unserer Sünden.
Postcommunio
Augeatur in nobis, quaesumus, Domine, tuae virtutis operatio: ut divinis vegetati sacramentis, ad eorum promissa capienda, tuo munere praeparemur.
Übersetzung
Vergrößert werde in uns, bitten wir, Herr, das Wirken deiner Kraft: damit wir, von den göttlichen Sakramenten belebt, für deren in Besitz zu nehmenden Verheißungen* durch deine Gabe vorbereitet werden.
* also: für [das Reich], das in Besitz zu nehmen verheißen ist (Mt 25, 34)


Für den 19. Januar stehen ausserdem zwei Gedenken zur Verfügung:

Erstens das der Martyrer „Marius, dessen Gemahlin Martha, und deren Söhne Abachum (auch Habakuk) und Audifax. Sie waren persische Ärzte und starben zusammen 268/270 in Rom.“ (Quelle).

Dazu wird gebetet:

Oratio
Exaudi, Domine, populum tuum cum Sanctorum tuorum patrocinio supplicantem: ut et temporalis vitae nos tribuas pace gaudere; et aeternae reperire subsidium.
Übersetzung
Erhöre, Herr, dein Volk, mit der Fürsprache deiner Heiligen flehend: dass du verleihest, dass wir sowohl uns am Frieden des zeitlichen Lebens erfreuen als auch Beistand für das ewige erlangen.
Secreta
Preces, Domine, tuorum respice oblationesque fidelium: ut et tibi gratae sint pro tuorum festivitate Sanctorum, et nobis conferant tuae propitiationis auxilium.
Übersetzung
Die Gebete, Herr, und Opfer deiner Gläubigen beachte, damit sie sowohl dir zum Fest deiner Heiligen angenehm sind, als auch uns die Hilfe deiner Huld erlangen.
Postcommunio
Sanctorum tuorum, Domine, intercessione placatus: praesta, quaesumus; ut, quae temporali celebramus actione, perpetua salvatione capiamus.
Übersetzung
Durch deiner Heiligen, Herr, Vermittlung besänftigt: gewähre, bitten wir, dass wir welche [Sakramente] wir durch zeitliches Tun feiern, zur ewigen Erlösung erlangen.

Zweitens das des Martyrers König Knut IV. von Dänemark. Dazu wird gebetet:

Oratio
Deus, qui ad illustrandam Ecclesiam tuam beatum Canutum regem martyrii palma et gloriosis miraculis decorare dignatus es: concede propitius; ut, sicut ipse Dominicae passionis imitator fuit, ita nos per eius vestigia gradientes, ad gaudia sempiterna pervenire mereamur.
Übersetzung
Gott, der du um deine Kirche zu erleuchten den seligen König Knut mit der Martyrerpalme und ruhmreichen Wundern zu schmücken geruht hast: gewähre gütig, dass wir so durch seine Spuren gehend, wie er Nachahmer des herrlichen Leidens* war, zur ewigen Freude zu gelangen verdienen.
* des Leidens des Herrn

Dann weiter aus dem Commune für einen Martyrer außerhalb der Osterzeit IV (Für nicht-bischöfliche Martyrer, zweite Messe):

Secreta
Accepta sit in conspectu tuo, Domine, nostra devotio: et eius nobis fiat supplicatione salutaris, pro cuius solemnitate defertur.
Übersetzung
Angenehm sei vor deinem Angesicht, Herr, unser Gottesdienst, und werde uns durch dessen Flehen heilsam, für wessen Festlichkeit er verrichtet wird.
Postcommunio
Refecti participatione muneris sacri, quaesumus, Domine Deus noster: ut, cuius exsequimur cultum, intercedente beato Canuto Martyre tuo, sentiamus effectum.
Übersetzung
Erneuert durch die Teilnahme am geweihten Amt, bitten wir, Herr unser Gott: dass wir [dessen] Wirkung verspüren, wessen Verehrung wir durchgeführt haben, während dein seliger Martyrer Knut vermittelt.

Samstag, 18. Januar 2020

die Fesseln unserer Verkommenheit lösen

Zum Gedenken der Jungfrau und Martyrerin Prisca am 18. Januar sind nach der alten Ordnung als Gebete vorgesehen:

Oratio
Da, quaesumus, omnipotens Deus: ut, qui beatae Priscae Virginis et Martyris tuae natalicia colimus; et annua solemnitate laetemur, et tantae fidei proficiamus exemplo.
Übersetzung
Gib, bitten wir, allmächtiger Gott: dass wir, die der seligen Prisca, deiner Jungfrau und Martyrerin, Geburtstag begehen, sowohl durch die jährliche Festlichkeit erfreut werden als auch durch das Beispiel eines so großen Glaubens vorankommen.
Secreta
Haec hostia, quaesumus, Domine, quam Sanctorum tuorum natalicia recensentes offerimus, et vincula nostrae pravitatis absolvat, et tuae nobis misericordiae dona conciliet.
Übersetzung
Dieses Opfer, bitten wir, Herr, das wir, deiner Heiligen Geburtstag gedenkend, darbringen, möge sowohl die Fesseln unserer Verkommenheit lösen als auch uns die Gaben deiner Barmherzigkeit gewinnen.
Postcommunio
Quaesumus, Domine, salutaribus repleti mysteriis: ut, cuius solemnia celebramus, eius orationibus adiuvemur.
Übersetzung
Wir bitten, Herr, von den heilbringenden Mysterien gesättigt: dass wir, weren* Festlichkeit wir begehen, durch deren Gebete unterstützt werden.
* soll eine weibliche Form von „wessen“ sein. Wenn man bereit wäre, sich etwas von der Wortstellung des Originals zu lösen, könnte man schreiben: dass wir durch jener Gebete unterstützt werden, deren Festlichkeit wir begehen.

Freitag, 17. Januar 2020

mit bewunderswertem Lebenswandel dienen

Am 17. Januar wird des Abtes Antonius gedacht.

Nach der neuen Ordnung sind als Gebete vorgesehen:

Tagesgebet
Deus, qui beáto António abbáti tribuísti mira tibi in desérto conversatióne servíre, eius nobis interventióne concéde, ut, abnegántes nosmetípsos, te iúgiter super ómnia diligámus.
Übersetzung
Gott, der du dem seligen Abt Antonius verliehen hast, dir in der Wüste mit bewunderswertem Lebenswandel zu dienen, gewähre auf seine Vermittlung, dass wir, uns selbst verleugnend, dich immer über alles lieben.
Deutsches Messbuch
Herr unser Gott, du hast den heiligen Mönchsvater Antonius aus der Welt herausgerufen und ihm die Kraft gegeben, in der Einsamkeit der Wüste vor dir zu leben. Hilf uns auf seine Fürbitte, uns selbst zu überwinden und dich über alles zu lieben.
Vergleich
  • Gott ⇒ Herr unser Gott
  • seligen Abt Antonius ⇒ heiligen Mönchsvater Antonius
  • du hast verliehen ⇒ du hast aus der Welt herausgerufen und ihm die Kraft gegeben
    Es ist schon erstaunlich, was alles aus dem einen Wort „tribuisti“ herauszulesen ist.
  • in der Wüste ⇒ in der Einsamkeit der Wüste
  • dir mit bewunderswertem Lebenswandel zu dienen ⇒ vor dir zu leben
    Nachdem mit soviel Fantasie die Nebenumstände ausgemalt wurden, bleiben dem DM keine Wörter mehr übrig, den eigentlichen Punkt der Einleitung wiederzugeben.
  • gewähre, dass wir, uns selbst verleugnend ⇒ hilf uns, uns selbst zu überwinden
    Im Original tragen die Beter die Selbstverleugnung bei, Gott die Gnade, ihn über alles zu lieben. Das DM macht schon selbst, braucht aber etwas Assistenz vom Herrn für beides, nämlich sich zu überwinden und Gott zu lieben.
    „abnegare“ ist (gewöhnlich von anderen gesagt) „verleugnen“ wie in Mt 10, 33 und Mt 26, 34 oder „sich von jemanden lossagen“; Kirchenlateinisch meint „sich selbst verleugnen“ auch „sich abtöten“ wie in „sich selbst etwas versagen“. „Sich überwinden“ ist nicht nur ein weit geringer Anspruch, sondern, wenn man „sich überwinden“ muss, um Gott zu lieben, auch ziemlich seltsam.
Gabengebet
Accépta tibi sint, Dómine, quǽsumus, múnera nostræ servitútis, pro beáti Antónii commemoratióne altári tuo propósita, et concéde, ut, a terrénis impediméntis absolúti, te solo dívites efficiámur.
Übersetzung
Angenehm seien dir, Herr, bitten wir, die Gaben unseres Dienstes, zum Gedenken des seligen Antonius auf deinen Altar gelegt, und gewähre, dass wir, von irdischen Hindernissen losgelöst, durch dich allein reich gemacht werden.
Deutsches Messbuch
Herr, im Gedenken an die Hingabe des heiligen Antonius bringen wir mit diesen Gaben uns selber dar. Nimm uns alles, was uns von dir trennt, damit du allein unser Reichtum bist.
Vergleich
  • angenehm seien dir, bitten wir ⇒ [entfällt]
    Der Kern jedes Gabengebets ist dem DM in der Hektik der Fantasieproduktion durch die Finger geglitten.
  • die Gaben unseres Dienstes ⇒ mit diesen Gaben uns selber
    Wenn man hinnehmen möchte, dass „unser Dienst“ sich zu (beispielsweise) „deiner Majestät“ verhält wie „wir“ zu „dir“, dann hätte man immer noch „unsere Gaben“. Das DM hat allerdings öfters dieses „mit diesen Gaben uns selber“ (z.B. hier)
  • zum Gedenken des seligen Antonius ⇒ im Gedenken an die Hingabe des heiligen Antonius
    Eigentlich wir des Heiligen gedacht, nicht (wie das DM will), der „Hingabe“ des Heiligen.
  • auf deinen Altar gelegt ⇒ bringen wir dar
    Der Wortschatz des DM umfasst für die Gabenbereitung leider exakt eine Vokabel.
  • von irdischen Hindernissen losgelöst ⇒ nimm uns alles, was uns von dir trennt
    Im Original eine Beschreibung der Betenden, im DM der Kern der Bitte.
  • gewähre, dass wir durch dich allein reich gemacht werden ⇒ damit du allein unser Reichtum bist
    Die Bitte des Originals wird im DM eine Folge des dort erbetenen Wegnehmens.
Schlussgebet
Sacraméntis tuis, Dómine, salúbriter enutrítos, cunctas fac nos semper insídias inimíci superáre, qui beáto António dedísti contra potestátes tenebrárum claras reférre victórias.
Übersetzung
Durch deine Sakramente, Herr, heilbringend ernährt, lass uns die Nachstellungen des Feindes immer überwinden*, der du dem seligen Antonius gegegeben hast, gegen die Mächte der Dunkelheit glänzende Siege zurückzubringen.
* Zitat des Heiligen Antonius: „Ich sah alle Schlingen des bösen Feindes über die Erde ausgebreitet. Da seufzte ich und sagte: Wer kann ihnen entgehen? Da hörte ich eine Stimme, die zu mir sagte: Die Demut.“ (Schott Messbuch)

Deutsches Messbuch
Allmächtiger Gott, mit deiner Hilfe hat der heilige Antonius die Mächte der Finsternis besiegt. Stärke uns durch die heilbringende Speise, die wir empfangen haben, damit auch wir die Angriffe des Bösen überwinden.
Vergleich
  • durch deine Sakramente heilbringend ernährt ⇒ stärke uns durch die heilbringende Speise, die wir empfangen haben
    Aus der Beschreibung der Betenden im Original wird im DM eine Bitte, plus das wichtige „Wir“ wird gebührend gewürdig.
  • Herr ⇒ allmächtiger Gott
  • lass uns die Nachstellungen des Feindes immer überwinden ⇒ damit auch wir die Angriffe des Bösen überwinden
    „insidiae“ sind „Fallen, Hinterhalte, List und Tücke“ (halt die Mittel, mit welchen der Teufel arbeitet), nicht „Angriffe“.
  • der du dem seligen Antonius gegegeben hast ⇒ mit deiner Hilfe hat der heilige Antonius
  • gegen [die Mächte] glänzende Siege zurückzubringen ⇒ [die Mächte] besiegt
    Prosaisch und kaum dem Glanz der Siege angemessen.

Nach der alten Ordnung sind die Gebete aus dem Commune für Äbte vorgesehen.