Freitag, 15. November 2019

die dem göttlichen Glauben zu unterwerfende menschliche Weisheit

Am 15. November gedenkt die Kirche ihres Lehrers Albert des Großen (Albertus Magnus).

Nach der neuen Ordnung betet man dazu:

Tagesgebet
Deus, qui beátum Albértum epíscopum in humána sapiéntia cum divína fide componénda magnum effecísti, da nobis, quǽsumus, ita eius magistérii inhærére doctrínis, ut per scientiárum progréssus ad profundiórem tui cognitiónem et amórem perveniámus.
Die Einleitung des Gebets ist mit einigen Änderungen aus der alten Oratio (s.u.) genommen.

Übersetzung
Gott, der du den seligen Bischof Albert in der mit dem göttlichen Glauben zu verbindenden menschlichen Weisheit groß gemacht hast, gib uns, bitte, so den Lehren dieses Meisters anzuhängen, dass wir durch den Fortschritt des Wissens zu tieferer Erkenntnis deiner und zur Liebe gelangen.
Deutsches Messbuch
Gott, du Quelle aller Weisheit du hast dem heiligen Bischof Albert die Gabe geschenkt, das Wissen seiner Zeit und den Glauben in Einklang zu bringen. Gib uns die Weite seines Geistes, damit der Fortschritt der Wissenschaft uns hilft, dich tiefer zu erkennen und dir näher zu kommen.
Vergleich
  • Gott ⇒ Gott, du Quelle aller Weisheit
    freie Fantasieleistung
  • der du groß gemacht hast ⇒ du hast die Gabe geschenkt
    Dieses dauernde „schenken … Deshalb heißt Albert der Große im deutschen Sprachraum ja auch Albert der mit Gabe Beschenkte.
  • in der menschliche Weisheit - das Wissen seiner Zeit
    Boah ey, diese Arroganz der Nachgeborenen.
  • mit dem göttlichem Glauben - und den Glauben
    Wo das „menschlich“ bei Weisheit ausfällt, braucht das Gegenüber im Glauben ja auch nicht mehr zu benannt werden.
  • zu verbindenden ⇒ in Einklang zu bringen
    Das DM vermutet Wiedersprüche zwischen Glauben und Wissen, die „in Einklang“ gebracht werden müssen; tatsächlich befruchten menschlisches Erkenntnisstreben und göttliche Offenbarung einander, wie weisere Geister ausführlich an verschiedenen Stellen dargelegt haben.
  • gib uns, bitte ⇒ gib uns
    Zurück zum Kindergarten, DM-Autor! Elementare Höflichkeit muss wiederholt werden.
  • so den Lehren dieses Meisters anzuhängen ⇒ die Weite seines Geistes
    Der arrogante Nachgeborene möchte nicht einfach den Lehren des Kirchenlehrers anhängen, sondern gerne selber so schlau sein. Dazu bräuchte es – nach dem, was ich bisher im DM gelesen habe – mehr als ein Wunder.
  • dass wir durch den Fortschritt des Wissens ⇒ damit der Fortschritt der Wissenschaft uns hilft
    Ich bin nicht sicher, ob ein Fortschritt des persönlichen Wissens (wie ich übersetze) oder der des objektiven Wissens (der Wissenschaft, wie das DM will) gemeint ist. Aber da der Fortschritt durch „den Lehren des Meisters anhängen“ erlangt wird, scheint mir das erstere der Fall zu sein – also die Kenntnis dessen, was das DM so verächtlich als „Wissen seiner Zeit“ tituliert.
  • zu tieferer Erkenntnis deiner ⇒ dich tiefer zu erkennen
    Korrekt. Ist so selten, dass man es erwähnen sollte.
  • [zur] Liebe [Gottes] gelangen ⇒ dir näher zu kommen
    Gott zu lieben wird im DM anscheinend nicht mal erstrebt.
Nach der alten Ordnung betet man:

Oratio
Deus, qui beatum Albertum, Pontificem tuum atque Doctorem, in humana sapientia divinae fidei subicienda magnum effecisti: da nobis, quaesumus; ita eius magisterii inhaerere vestigiis, ut luce perfecta fruamur in caelis.
Übersetzung
Gott, der du den seligen Albert, deinen Bischof und Kirchenlehrer, in der dem göttlichen Glauben zu unterwerfenden menschlichen Weisheit groß gemacht hast, gib uns, bitte, den Spuren dieses Meisters so anzuhängen, dass wir das vollkommene Licht genießen in den Himmeln.
Secreta
Sacrifices praesentibus, Domine, quaesumus, intende placatus: ut quod Passionis Filii tui Domini nostri mysterio gerimus, beati Alberti intercessione et exemplo, pio consequamur affectu.
Dieses Gebet wird unter Streichung der markierten Worte am 32. Sonntag im Jahreskreis weiterverwendet.

Übersetzung
Die gegenwärtigen Gaben, Herr, bitten wir, beachte versöhnt, damit wir, was wir im Mysterium des Leidens deines Sohnes, unseres Herrn, ausführen, durch Vermittlung und Beispiel des seligen Alberts, durch fromme Einstellung erreichen.
Postcommunio
Per haec sancta quae sumpsimus, ab hostium nos, Domine, impugnatione defende; et, intercedente beato Alberto Confessore tuo atque Pontifice, perpetua pace respirare concede.
Übersetzung
Durch diese heiligen [Gaben], die wir empfangen haben, verteidige, Herr, uns gegen den Angriff der Feinde, und, während der selige Albert, dein Bekenner und Bischof, vermittelt, gewähre [uns], in dauerhaftem Frieden zu atmen.

Donnerstag, 14. November 2019

Innozenz III.: Mysterien der Eucharistie erklärt (12)

Fortsetzung von hier

Halleluja
„Nach der Trauer kommt die Tröstung; denn: ‚selig sind die Leidtragenden, sie sollen getröstet werden.’* Deswegen wird nach dem Stufengebet das Halleluja gesungen, welches ausdrückt die unaussprechliche Freude der Engel und Menschen, die ewiger Seligkeit sich erfreuen, d.h. immerdar Gott loben. Denn: ‚Selig sind, die in Deinem Hause wohnen, Herr! Von Ewigkeit zu Ewigkeit werden sie Dich preisen. In der Stimme des Frohlockens und des Bekenntnisses, der Schall desjenigen, der beim Mahl sitzt.’** Was aber das Wort Halleluja bedeute, legt der 112. Psalm dar, der überschrieben ist ‚Halleluja’ und mit den Worten beginnt: ‚Lobet, ihr Knaben, den Herrn.’*** Solche unaussprechliche Freude verdient die Dürftigkeit des gegenwärtigen Lebens keineswegs, sondern, in Hoffnung sie vorauskostend dürstet und hungert es nach dem, was es gekostet hat, bis die Hoffnung in die Sache, der Glaube in das Schauen übergeht. Deswegen blieb dieses hebräische Wort unverdolmetscht, es wurde nicht übersetzt, damit die diesem Leben fremde Freude durch ein fremdes Wort mehr angedeutet als ausgedrückt würde; welches Geheimnis, gleichsam als ein Herabträufeln der Freude aus der reichen Fülle des himmlischen Jerusalem, erst in die Gemüter der Patriarchen und Propheten, hierauf in vollerem Strom auf den Mund der Apostel floss. Weil aber das Halleluja gewissermaßen die eigentümliche Bezeichnung zukünftiger Seligkeit ist, so bedient man sich desselben mit Recht häufiger zu derjenigen Zeit, in welcher Christus durch Seine Auferstehung uns die Hoffnung und die Teilnahme an jener Freude dargeboten hat.
Dass es somit zu anderer Zeit bei der Messe gesungen würde, war ehemals nicht Brauch der römischen Kirche, sondern ward erst von dem heiligen Gregor aufgestellt, vielmehr wieder hergestellt. Derselbe war älter, seit den Zeiten Papst Damasus [†384; in seine Zeit fiel ein Trend zum Lateinischen als Kultsprache] aber in Verfall gekommen. Als er sodann über dieses und über einiges andere, als folge man hierin der Gewohnheit der konstantinopolitanischen Kirche, murren hörte, nahm er keinen Anstand, darüber Rechenschaft zu geben, indem er sagte: in nichts Derartigem richten wir uns nach einer anderen Kirche. Es wird auch versichert, die Gewohnheit, das Halleluja nicht zu sprechen, habe der heilige Hieronymus zur Zeit des Papsts Damasus, seligen Andenkens, der Kirche von Jerusalem entnommen; und deswegen haben wir jener Gewohnheit um so mehr entsagt, da sie von den Griechen hierher überliefert worden. So singen wir nun das Halleluja nach dem Stufengebet, den Freudengesang nach der Bußklage, und bestreben uns vorzüglich, die Größe des Trostes, welcher den Trauernden wiederfahren ist, dadurch auszudrücken, dass wir es mehr jubeln als singen, und das eine, kurze, aber inhaltsschwere Wort durch verschiedene Absätze verlängern, damit das gespannte Gemüt mit Wohllaut erfüllt und hingerissen werde dahin, wo Leben ohne Tod, Tag ohne Nacht, ein Gewiß ohne Vielleicht, Freude ohne Schmerz, Sicherheit ohne Furcht, Ruhe ohne Mühsal, Kraft ohne Schwäche, Gerades ohne Krümmung, Schönheit ohne Entstellung, Wahrheit ohne Täuschung, Liebe ohne Arglist, Glückseligkeit ohne Elend ewiglich sein wird. Man kann aber das Halleluja auch auf das Frohlocken derjenigen beziehen, welche der Wunder Christ sich freuten, den Herrn priesen und sagten: ‚Heute haben wir Seine Wunder gesehen, der Herr hat sein Volk besucht.’**** Denn da wurde frohlockend Halleluja gesungen, da alles Volk, als es solches sah, Gott pries und alles Volk sich freute in demjenigen allen, was glorreich durch denselben verrichtet ward. Die Zweiundsiebenzig kehrten ebenfalls mit Freuden um und sagten: ‚Herr, auch die Teufel sind uns in Deinem Namen untertan.’*5
Darum wird von der Septuagesima bis Ostern das Halleluja nicht gesungen, weil zur Zeit der Trauer kein Freudengesang ertönen soll, nach jenem Prophetenwort: ‚Wie sollen wir dem Herrn ein Lied singen im fremden Lande?’*6 Denn geistlich stellt die Septuagesima [Vorfastenzeit; insbesondere der 70. Tag vor dem Ende der Osterwoche als ihr Beginn] die babylonische Gefangenschaft vor, in welcher sie, an den Strömen Babylons sitzend und weinend, ihre Harfen an die Weidenbäume hingen*7. Dann aber wird gezogen gesungen, was mit dem Rauhen der Stimme und der Dehnung der Wörter das Elend der gegenwärtigen Ansiedlung bezeichnet; wovon der Psalmist sagt: ‚Ach wie sehr ist meine Verbannung verlängert worden? Ich habe gewohnt bei den Bewohnern Kedar, sehr war meine Seele in der Verbannung.’*8“
* Mt 5, 4
** Ps 84, 5; Den letzten Satz kann ich nicht zuordnen.
*** Ps 113 (112), 1
**** Lk 7, 16
*5 Lk 10, 17
*6 Ps 137, 4
*7 Ps 137, 1f.
*8 Ps 120, 5f.

„Das aber mit eingeschobenem Gesang das Halleluja zwei Mal gesungen wird, zeigt an, dass die Heiligen in zwischenein sich mischender Freude das zweifache Gewand der Herrlichkeit empfangen sollen, des Geistes und des Fleisches, des Herzens und des Körpers. Denn infolge des Gewandes des Geistes ‚werden die Heiligen frohlocken in Herrlichkeit, und sich freuen in ihren Gemächern’;* infolge des Gewandes des Fleisches ‚werden die Gerechten leuchten wie die Flammen über den Stoppeln.’** Der Gesang darf daher nicht klagend und trauernd tönen, sondern freudig und lieblich soll er klingen. Das wird auch dadurch angedeutet, dass in einigen Kirchen nach dem Halleluja die Sequenz gesungen wird, mit frohem Schall und in lieblicher Tonweise.
Noch ist zu bemerken, dass bei der Messe drei verschiedene Sprachen vorkommen, damit jede Zunge bekenne, ‚dass Christus der Herr sei in der Herrlichkeit Gottes des Vaters.’*** Was auch an der Überschrift des Kreuzes zu ersehen war, auf welcher in hebräischer, griechischer und lateinischer Sprache stand: ‚Jesus von Nazareth, König der Juden.’****“
* Ps 149, 5
** Weish 3, 7
*** Phil 2, 11
**** Joh 19, 19

Mittwoch, 13. November 2019

das Opfer unserer Niedrigkeit

Am 13. November gedenkt die Kirche nach dem alten Kalender des heiligen Bekenners Didacus (spanisch: San Diégo).

Oratio
Omnipotens sempiterne Deus, qui dispositione mirabili infirma mundi eligis, ut fortia quaeque confundas: concede propitius humilitati nostrae; ut, piis beati Didaci Confessoris tui precibus, ad perennem in caelis gloriam sublimari mereamur.
Übersetzung
Allmächtiger ewiger Gott, der du nach wunderbarer Vorsehung das Schwache der Welt erwählst, damit du jedes Starke beschämst*: gewähre gnädig unserer Niedrigkeit**, dass wir, durch die frommen Gebete des seligen Didacus, deines Bekenners, zur ewigen Herrlichkeit in den Himmeln emporgehoben zu werden verdienen.
* 1 Kor 1, 27; San Diégo stammt aus armer Familie und war „bloß“ Laienbruder
** also uns; gegenüber Gott in seiner Hoheit sind wir halt seine Knechte oder „unsere Niedrigkeit“.

Die übrigen Gebete sind aus dem Commune für nicht bischöfliche Bekenner II:

Secreta
Praesta nobis, quaesumus, omnipotens Deus: ut nostrae humilitatis oblatio, et pro tuorum tibi grata sit honore Sanctorum, et nos corpore pariter et mente purificet.
Übersetzung
Gewähre uns, bitten wir, allmächtiger Gott: dass das Opfer unserer Niedrigkeit sowohl dir zur Ehre deiner Heiligen angenehm sei, als auch uns an Körper und Geist zugleich reinige.
Postcommunio
Quaesumus, omnipotens Deus: ut, qui caelestia alimenta percepimus, intercedente beato Didaco Confessore tuo, per haec contra omnia adversa muniamur.
Übersetzung
Wir bitten, allmächtiger Gott: dass wir, die wir die himmlischen Nahrungsmittel empfangen haben, während der selige Didacus, dein Bekenner, vermittelt, durch diese gegen alle Widrigkeiten geschützt werden.

Dienstag, 12. November 2019

unsere Seele für die Brüder abzulegen nicht fürchten

Des heiligen Josephats wird im neuen Kalender am 12. November gedacht. Im alten war er erst am 14. November dran.

Der Basilianer-Mönch Josaphat war Bischof der mit „der römisch-katholischen Kirche unierten Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche. … Er förderte mit Nachdruck die Einheit seiner Kirche mit dem Papst in Rom. … Während einer Visitationsreise wurde er von Gegner der Union mit Rom mit einer Axt erschlagen.“

Tagesgebet
Excita, quǽsumus, Dómine, in Ecclésia tua Spíritum, quo replétus beátus Iósaphat ánimam suam pro óvibus pósuit, ut, eo intercedénte, nos quoque eódem Spíritu roboráti, ánimam nostram pro frátribus pónere non vereámur.
Das Tagesgebet wurde aus der alten Oratio (s.u.) durch Streichungen erhalten.

Übersetzung
Erwecke, bitten wir, Herr, in deiner Kirche den Geist, mit dem erfüllt der selige Josaphat seine Seele für die Schafe ablegte, damit, während er vermittelt, auch wir von dem gleichen Geist gestärkt, unsere Seele für die Brüder abzulegen nicht fürchten.
Deutsches Messbuch
Gott, du Vater aller Gläubigen, von deinem Geist erfüllt, hat der Märtyrerbischof Josaphat für das ihm anvertraute Volk sein Leben dahingegeben. Auf seine Fürsprache gib auch uns den Geist der Liebe, damit wir bereit sind, unser Leben ganz für unsere Brüder einzusetzen.
Vergleich
  • bitten wir, Herr ⇒ Gott
  • erwecke in deiner Kirche den Geist ⇒ du Vater aller Gläubigen
    Da passt zwar nichts zusammen, aber alle anderen Wörter ergeben Paare, also muss das wohl die DMliche „Übersetzung“ sein.
  • mit dem erfüllt ⇒ von deinem Geist erfüllt
    Der im Original durch einen Nebensatz näher spezifizierte Geist der Leidensbereitschaft wird im DM durch „deinen“ Geist ersetzt, der dann im folgenden in zwei Geister aufgeteilt wird.
  • der selige Josaphat ⇒ der Märtyrerbischof Josaphat
    Der Martyrerbischof stand zwar in der alten Oratio, wurde aber – vom DM unbemerkt – rausgestrichen.
  • seine Seele ablegte ⇒ sein Leben dahingegeben
  • für die Schafe ⇒ für das ihm anvertraute Volk
    Die biblische Sprechweise ist dem DM wohl nicht gut genug.
  • auch wir von dem gleichen Geist gestärkt ⇒ gib auch uns den Geist der Liebe
    Wohl bedacht erbittet das DM nicht den Geist der Zeugnisbereitschaft, der den Tagesheiligen erfüllte, sondern einen „Geist der Liebe“.
  • unsere Seele abzulegen nicht fürchten - unser Leben ganz einzusetzen
    Was auch immer das DM mit „ganz einsetzen“ meint: es drängt sich der Eindruck auf, dass hier nicht die Bereitschaft zum entschiedenen Glaubensbekenntnis einschließlich Blutzeugnis erbeten wird, da es die ganz gleichen Worte in Bezug auf den Heiligen mit „dahingeben“, in Bezug auf die Beter mit „ganz einsetzen“ wiedergibt.
Gabengebet
Clementíssime Deus, múnera hæc tua benedictióne perfúnde, et nos in tua fide confírma, quam sanctus Iósaphat effúso sánguine asséruit.
Das Gabengebet entspricht ebenfalls weitgehend der alten Sekreta (s.u.).

Übersetzung
Mildester Gott, begieße diese Gaben mit deinem Segen, und bestärke uns in deinem Glauben, den der heilige Josaphat durch das vergossene Blut verteidigt hat.
Deutsches Messbuch
Gütiger Gott, erfülle diese Gaben mit deinem Segen und mache uns treu im Glauben, den der heilige Josaphat mit seinem Blut bezeugt hat.
Schlussgebet
Spíritum, Dómine, fortitúdinis et pacis hæc nobis tríbuat mensa cæléstis, ut, sancti Iósaphat exémplo, vitam nostram ad honórem et unitátem Ecclésiæ libénter impendámus.
Der Einleitungssatz wurde aus der alten Postcommunio genommen und wie markiert ergänzt. Wie der Geist der Stärke zum Martyrer passt, ist klar; was der Friedensgeist mit dem heiligen Josaphat zu tun hat, weniger.

Übersetzung
Den Geist, Herr, der Stärke und des Friedens verleihe uns dieser himmlische Tisch, damit wir nach dem Beispiel des heiligen Josaphat unser Leben für Ehre und Einheit der Kirche gerne hingeben.
Deutsches Messbuch
Barmherziger Gott, dein heiliges Mahl schenke uns den Geist der Stärke und des Friedens, damit wir nach dem Vorbild des heiligen Josaphat unser Leben einsetzen für die Ehre und die Einheit der Kirche.
Vergleich
  • Herr ⇒ barmherziger Gott
  • verleihe uns ⇒ schenke uns
  • dieser himmlische Tisch ⇒ dein heiliges Mahl
    Drei von drei Wörtern ausgetauscht; Respekt.
  • gerne hingeben ⇒ einsetzen
    Das DM sollte dann auch konsequent um den Geist der Inklusion und der Teilhabe bitten, wenn es nur ums Engagieren geht.
Nach dem alten Messbuch betete man:

Oratio
Excita, quaesumus, Domine, in Ecclesia tua Spiritum, quo repletus beatus Iosaphat Martyr et Pontifex tuus animam suam pro ovibus posuit: ut, eo intercedente, nos quoque eodem Spiritu moti ac roborati, animam nostram pro fratribus ponere non vereamur.
Die markierten Stellen wurden für das neue Missale gestrichen.

Übersetzung
Erwecke, bitten wir, Herr, in deiner Kirche den Geist, mit dem erfüllt der selige Josaphat, dein Martyrer und Bischof, seine Seele für die Schafe ablegte, damit, während er vermittelt, auch wir von dem gleichen Geist bewegt und gestärkt, unsere Seele für die Brüder abzulegen nicht fürchten.
Secreta
Clementissime Deus, munera haec tua benedictione perfunde, et nos in fide confirma: quam sanctus Iosaphat Martyr et Pontifex tuus, effuso sanguine, asseruit.
Die markierten Stellen wurden für das neue Missale gestrichen.

Übersetzung
Mildester Gott, begieße diese Gaben mit deinem Segen, und bestärke uns in deinem Glauben, den der heilige Josaphat, dein Martyrer und Bischof, durch das vergossene Blut verteidigt hat.
Postcommunio
Spiritum, Domine, fortitudinis haec nobis tribuat mensa caelestis: quae sancti Iosaphat Martyris tui atque Pontificis vitam pro Ecclesise honore iugiter aluit ad victoriam.
Die markierten Wörter wurden ins neue Schlussgebet übernommen.

Übersetzung
Den Geist, Herr, der Stärke verleihe uns dieser himmlische Tisch, welcher das Leben des heiligen Josaphat, deines Martyrers und Bischofs, zur Ehre der Kirche beständig genährt hat zum Sieg.

Montag, 11. November 2019

erneuere die Wundertaten deiner Gnade in unseren Herzen

Am 11. November ist das Fest des heiligen Martin von Tours.

Es wird gebetet:

Tagesgebet
Deus, qui in beáto Martíno epíscopo sive per vitam sive per mortem magnificátus es, ínnova grátiæ tuæ mirabília in córdibus nostris, ut neque mors neque vita separáre nos possit a caritáte tua.
Das Gebet kommt in alten französischen Missales am Martinsfest vor.

Übersetzung
Gott, der du im seligen Bischof Martin sei es durch das Leben, sei es durch den Tod verherrlicht* wurdest, erneuere die Wundertaten deiner Gnade in unseren Herzen, damit weder Tod noch Leben uns trennen können von deiner Liebe**.
* Phil 1, 20
** Röm 8, 38

Deutsches Messbuch
Allmächtiger Gott, der heilige Bischof Martin hat dich in seinem Leben und in seinem Sterben verherrlicht. Lass auch in uns die Macht deiner Gnade wirksam sein, damit weder Tod noch Leben uns von deiner Liebe trennen.
Vergleich
  • Gott ⇒ allmächtiger Gott
  • der du verherrlicht wurdest ⇒ hat dich verherrlicht
    Im Original ist Gott das Subjekt, im DM der Bischof Martin.
  • sei es durch das Leben, sei es durch den Tod ⇒ in seinem Leben und in seinem Sterben
    Das DM schwächt den Bezug zur Schriftstelle.
  • erneuere die Wundertaten deiner Gnade in unseren Herzen ⇒ lass auch in uns die Macht deiner Gnade wirksam sein
    Das DM ist knochentrocken wie der verstockteste Protestant …
  • trennen können ⇒ trennen
    Das DM bittet, dass das Trennen nicht eintritt, das Original wie Paulus, dass es nicht einmal möglich ist.
Gabengebet
Sanctífica, quǽsumus, Dómine Deus, hæc múnera, quæ in honórem sancti Martíni lætánter offérimus, ut per ea vita nostra inter advérsa et próspera semper dirigátur.
Das Gebet ähnelt der alten Sekreta (s.u.)

Übersetzung
Heilige, bitten wir, Herr Gott, diese Gaben, die wir zur Ehre des heiligen Martins froh darbringen, damit durch sie unser Leben unter unglücklichen und glücklichen Umständen immer gelenkt werde.
Deutsches Messbuch
Allmächtiger Gott, heilige die Gaben, die wir am Fest des heiligen Martin voll Freude vor dein Angesicht bringen. Gib, dass dieses Opfer in guten und bösen Tagen unserem Leben die Richtung gebe.
Vergleich
  • bitten wir, Herr Gott ⇒ allmächtiger Gott
  • zur Ehre des heiligen Martins ⇒ am Fest des heiligen Martin
    Wie so oft hat das Original den Zweck, das DM das Datum.
  • froh darbringen ⇒ voll Freude vor dein Angesicht bringen
    Wenn von „Unserem“ Handeln die Rede ist, wird das DM plötzlich ausführlich.
  • damit durch sie ⇒ gib, dass dieses Opfer
    Im Original eine Folge des Heiligens, im DM eine unabhängige Bitte.
  • unser Leben immer gelenkt werde ⇒ unserem Leben die Richtung gebe
    Das Lenken im Original (wie durch ein Steuer) ist ein andauernder Vorgang (quasi Mikromanagement), das „Richtung geben“ im DM (wie ein Wegweiser) ein punktueller, wonach man auf sich gestellt ist.
Schlussgebet
Da nobis, Dómine, unitátis sacraménto reféctis, perféctam in ómnibus cum tua voluntáte concórdiam, ut, sicut beátus Martínus totum se tibi subiécit, ita et nos esse tui veráciter gloriémur.
Übersetzung
Gib uns, Herr, mit dem Sakrament der Einheit gestärkt, vollkommende Eintracht in allem mit deinem Willen, damit, wie der selige Martin sich ganz dir unterworfen hat, so auch wir wahrhaft dein zu sein uns rühmen.
Deutsches Messbuch
Herr, unser Gott in diesem Mahl hast du uns das heilige Brot gereicht als Zeichen der Einheit und als Erweis deiner Vatergüte. Hilf uns, nach dem Vorbild des heiligen Martin deinen Willen zu tun, damit wir gleich ihm dir wahrhaft angehören.
Anmerkung
Die DM-Fassung lässt mich sprachlos. Die fett markierten Worte kommen im Original und im DM vor, ansonsten ist das DM wirr.
Vergleich
  • gib uns vollkommende Eintracht in allem mit deinem Willen ⇒ hilf uns, deinen Willen zu tun
    Das Ziel des DM ist so viel weniger ehrgeizig als das des Originals, dass es schon traurig ist.
  • Herr ⇒ Herr, unser Gott
  • mit dem Sakrament der Einheit gestärkt ⇒ in diesem Mahl hast du uns das heilige Brot gereicht als Zeichen der Einheit und als Erweis deiner Vatergüte
    „Wo er das nur immer her hat? All diese Einfälle, diese Ideen!“ (Die Croods)
  • wie der selige Martin sich ganz dir unterworfen hat ⇒ nach dem Vorbild des heiligen Martin
    Wo keine vollkommene Eintracht mit Gottes Willen gewollt wird, da ist auch keine Unterwerfung nötig.
  • so auch wir wahrhaft dein zu sein uns rühmen ⇒ wir gleich ihm dir wahrhaft angehören
    „angehören“ ist wie „einander eng verbunden sein“, also gegenseitig. „Dein sein“ ist mit sich selbst aufgeben verbunden (→ Kenosis) wie in Mt 16, 25 oder Mk 10, 29f. Das ist nix für das DM …
Nach der alten Ordnung betet man:

Oratio
Deus, qui conspicis, quia ex nulla nostra virtute subsistimus: concede propitius; ut, intercessione beati Martini Confessoris tui atque Pontificis, contra omnia adversa muniamur.
Übersetzung
Gott, der du weißt, dass wir nichts durch eigene Kraft bestehen können: gewähre gnädig, dass wir durch die Vermittlung deines seligen Bekenners und Bischofs Martins gegen alle Missglücke geschützt werden.
Secreta
Sanctifica, quaesumus, Domine Deus, haec munera, quae in solemnitate sancti Antistitis tui Martini offerimus: ut per ea vita nostra inter adversa et prospera ubique dirigatur.
Übersetzung
Heilige, bitten wir, Herr Gott, diese Gaben, die wir zum Hochfest deines heiligen Vorstehers Martin darbringen, damit durch sie unser Leben unter unglücklichen und glücklichen Umständen überall gelenkt werde.
Postcommunio
Praesta, quaesumus, Domine Deus noster: ut, quorum festivitate votiva sunt sacramenta, eorum intercessione salutaria nobis reddantur.
Übersetzung
Gewähre, bitten wir, Herr unser Gott: dass zu weren* Fest die Sakramente geweiht wurden, durch deren Vermittlung sie uns Heilmittel werden.
* soll Plural von wessen sein