Montag, 16. September 2019

mit der Stärke deines Geistes gefestigt

Am 16. September begeht die Kirche das Gedächtnis der Martyrer Kornelius, Papst, und Cyprian, Bischof, mit folgenden Gebeten:

Tagesgebet
Deus, qui pópulo tuo beátos Cornélium et Cypriánum sédulos pastóres et invíctos mártyres præstitísti, concéde ut, eórum intercessióne, fide et constántia roborémur, et pro Ecclésiæ unitáte óperam tribuámus impénse.
Übersetzung
Gott, der du deinem Volk die seligen Kornelius und Cyprian als emsige Hirten und unbesiegte Martyrer vorgesetzt hast, gewähre dass wir durch ihre Vermittlung in Glaube und Standhaftigkeit bestärkt werden und für die Einheit der Kirche eifrig Mühe aufwenden.
Über die hier einschlägige Sorge um die Einheit der Kirche informiert das Schott-Messbuch: „Damals gab die Frage, ob man die in der Verfolgung abgefallenen Christen wieder zur kirchlichen Gemeinschaft zulassen dürfe, Anlass zu einer Spaltung.“

Deutsches Messbuch
Ewiger Gott, du hast deiner Kirche in den heiligen Bischöfen Kornelius und Cyprian eifrige Hirten geschenkt und ihnen die Kraft gegeben, treu bis in den Tod ihren Glauben zu bekennen. Höre auf ihre Fürsprache und festige unseren Glauben, damit wir bereit sind, für die Einheit der Kirche zu beten und zu arbeiten.
Vergleich
  • Gott ⇒ ewiger Gott
  • deinem Volk ⇒ deiner Kirche
  • unbesiegte Martyrer ⇒ ihnen die Kraft gegeben, treu bis in den Tod ihren Glauben zu bekennen
    Der theologische Fachbegriff „Martyrer“ legt anscheinend der anvisierten Zielgruppe Verständnisschwierigkeiten in der Weg und muss umschrieben werden.
  • in Glaube und Standhaftigkeit bestärkt ⇒ festige unseren Glauben
    Was ist mit der Standhaftigkeit passiert?
  • gewähre dass wir … aufwenden ⇒ damit wir bereit sind
    Im Original entsprechen den Eigenschaften der Tagesheiligen (eifrig, unbesiegt) zwei Bitten (um Bestärkung von Glaube und Standhaftigkeit, um eifrigen Dienst an der Einheit der Kirche). Im DM reduziert sich die Bitte auf den Glauben, dessen Folge dann der Dienst ist.
  • eifrig Mühe aufwenden ⇒ zu beten und zu arbeiten
Gabengebet
Súscipe, quǽsumus, Dómine, múnera pópuli tui pro mártyrum tuórum passiónibus dicáta sanctórum, et quæ beátis Cornélio et Cypriáno in persecutióne fortitúdinem ministrárunt, nobis quoque prǽbeant inter advérsa constántiam.
Übersetzung
Nimm an, bitten wir, Herr, die Gaben deines Volkes, für die Leiden deiner heiligen Martyrer geweiht, und welche [Gaben] den seligen Kornelius und Cyprian in der Verfolgung Stärke verschafften, mögen auch uns unter widrigen Umständen Standhaftigkeit geben.
Deutsches Messbuch
Allmächtiger Gott, um das Martyrium deiner Heiligen zu feiern, bringen wir die Gaben zu deinem Altar. Aus der Feier der Eucharistie schöpften Kornelius und Cyprian Kraft in der Zeit ihrer Prüfung. Das heilige Sakrament schenke auch uns Standhaftigkeit in der Bedrängnis.
Vergleich
  • nimm an, bitten wir, die Gaben ⇒ wir bringen die Gaben
    Aus einer Bitte wird eine Information.
  • Herr ⇒ allmächtiger Gott
  • deines Volkes ⇒ zu deinem Altar
  • für die Leiden deiner heiligen Martyrer geweiht ⇒ um das Martyrium deiner Heiligen zu feiern
    Im Original geht es um die Gaben, die geweiht/geheiligt/geopfert werden; im DM um den Zweck unseres Bringens.
  • welche [Gaben] den seligen Kornelius und Cyprian in der Verfolgung Stärke verschafften ⇒ Aus der Feier der Eucharistie schöpften Kornelius und Cyprian Kraft in der Zeit ihrer Prüfung.
    „Prüfung“ scheint mir ein bißchen lasch, angesichts der Verfolgung, von der das Schott-Messbuch informiert: „In einer neuen Verfolgung wurde Kornelius nach Civitavecchia verbannt und starb dort“ oder Cyprian „regierte er seine Diözese von einem Versteck aus“ und „starb in der Verfolgung des Valerian den Märtyrertod“.
  • [die Gaben] mögen auch uns unter widrigen Umständen Standhaftigkeit geben ⇒ Das heilige Sakrament schenke auch uns Standhaftigkeit in der Bedrängnis.
    Das Originalgebet hat einmal die Gaben, an der sich alle Bitten aufhängen. Das DM zerlegt in viele Sätze und muss immer neue Wörter erfinden, um die Gaben zu bezeichnen.
Schlussgebet
Per hæc mystéria quæ súmpsimus, Dómine, súpplices exorámus, ut, beatórum mártyrum Cornélii et Cypriáni exémplo, spíritus tui fortitúdine confirmáti, evangélicæ veritáti possímus testimónium perhibére.
Übersetzung
Durch diese Mysterien, die wir empfangen haben, Herr, flehen wir demütig, dass wir, durch das Beispiel der seligen Martyrer Kornelius und Cyprian mit der Stärke deines Geistes gefestigt [gefirmt], das Zeugnis der Wahrheit des Evangeliums [eigentlich: evangelische Wahrheit] ablegen können.
Deutsches Messbuch
Herr, unser Gott, gib uns durch die heiligen Geheimnisse, die wir empfangen haben, den Geist der Stärke, damit wir wie deine Märtyrer Kornelius und Cyprian unerschrocken für die Wahrheit des Evangeliums eintreten.
Vergleich
  • Herr ⇒ Herr, unser Gott
  • flehen wir demütig, dass wir … gefestigt [werden] ⇒ gib
  • durch das Beispiel der seligen Martyrer ⇒ wie deine Märtyrer
  • mit der Stärke deines Geistes ⇒ den Geist der Stärke
  • das Zeugnis ablegen können ⇒ unerschrocken eintreten

Das Wesen der Erlösung und des Lebens

Eine weitere Protion schöner Gebete aus dem Sacramentarium Leonianum
1) Nimm an, Herr, das Opfer des Wohlgefallens und des Lobes*, das uns, während die Heiligen vermitteln, sowohl zur Vergebung führe als auch einsetze zur ewigen Danksagung**.
* oder: das wohlgefällige, lobende Opfer
** luja, sog i.

2) Gesättigt mit der Speise* der Wiederherstellung und des Lebens, bitten wir, Herr unser Gott, dass du durch diese, welche du uns als himmlische Gaben darzureichen geruht hast, durch eben dieselben uns die Himmlischen [Güter] zu erben gewährest.
* substantia, was wohl „Speise“, aber auch „Wesen“ heißt; was da also gegessen wurde, ist das Wesen, die Natur der Wiederherstellung (Erlösung) und des Lebens selbst.

3) Beschützer der auf die Hoffenden, Gott, heile dein Volk, hüte, ordne; dass es von Sünden frei, vorm Feinde sicher, in deiner Gnade immer bleibe.
Nett zusammengestellt: heilen – von Sünden frei, hüten – vorm Feinde sicher, ordnen (disponieren) – in der Gnade beharren.

4) Deines Lobes*, Herr, Opfergaben bereiten** wir, durch welche aus gegenwärtigen und zukünftigen Übeln herausgerissen zu werden wir vertrauen.
* die Opfergaben zu deinem Lob
** immolare heißt zuerst: das Opfertier vor dem Schlachten mit dem von den Vestalinnen bereiteten gesalzenen Mehl (mola salta) bestreuen, was zu jeder Art Opfer dazugehörte, so dass immolare (wie so vieles) „opfern“ heißt. Um da eine Unterscheidung zu erlauben, und weil das Bestreuen dem eigentlichen Opfervorgang vorausgeht, hab ich hier „bereiten“ geschrieben.

5) Wahrhaft würdig … Deine Größerheit* demütig anflehend, dass du nicht zulässt, dass vergehen, welchen du so große Heilmittel vorgesehen hast; und die gesammelten Schutzmittel** mögen nicht den Angeklagten zum Zuwachs der Verdamnis*** ausschlagen, sondern vielmehr zur Wirkung der Erlösung hinzutreten.
* Majestät
** collata praesidia; „vereinigte“ oder „verliehene“ Hilfen, oder „zusammengezogene Schutztruppen“. Bleibt mir schwer verständlich, ist aber keine unübliche Verbindung. Beispiel:
Weil auch dies zu den größten Gaben des Heiligen Geistes zu zählen ist, dass wir gegen die Lockungen des Fleisches und Listen des Teufels die gesammelten Schutzmittel der Fasten haben, mit denen wir, wenn Gott hilft, alle Versuchungen besiegen.
Hier ist – weil ja von Gaben des Geistes die Rede ist – „verliehene Hilfestellung durch das Fasten“ sinnvoll. Oder aus den Propria Sanctorum der Diözese Böhmen :
Allmächtiger ewiger Gott, der du dieses Tages angenehme und heilige Freude zum Hochfest deines heiligen Dieners Oswald geheiligt hast: gib unseren Herzen Zuwachs deiner Liebe und Wertschätzung [Nächstenliebe], damit wir, wessen Vergießung des heiligen Blutes auf Erden wir feiern, dessen gesammelten Schutzmittel im Himmel mit aufrichtigem Geist spüren mögen.
Es gibt einen Bezug zur Feier der Eucharistie; ist also gemeint, dass wir durch Teilnahme an den Sakramenten Pluspunkte sammeln, und die uns vor dem Richter schützen? Die Gegenüberstellung von Verdamnis und Erlösung im vorliegenden Gebet scheint in diese Richtung zu gehen, ähnlich dem alten Gebet vor dem Kommunizieren:
Der Empfang deines Leibes, Herr Jesus Christus, den ich Unwürdiger zu unternehmen mir anmaße, gereiche mir nicht zu Gericht und Verdammnis, sondern durch deine Gnade nütze mir als Schutzmittel des Geistes und Körpers und als Heilmittel, das aufgenommen werden muss.

*** gesteigerte Höllen-Pein; der cumulus damnationis scheint eine stehende Wendung gewesen zu sein (so oft wie Google das findet …). Beispielsweise schreibt Augustinus: „Sed tunc illa confessio, non ad remedium malorum, sed ad cumulum damnationis valebit.“ – „Aber dann [beim jüngsten Gericht] gereicht dieses [Sünden]Bekenntnis nicht [mehr] zum Heilmittel für die Schlechten, sondern zur Strafverschärfung [oder halt: Zuwachs der Verdamnis]“

Sonntag, 15. September 2019

gütig uns zur liebevollsten Mutter vorgesehen

 
Das für den 15. September vorgesehene Fest der seligen Jungfrau Maria, sehr leidend [deutsch: Gedächtnis der Schmerzen Mariens] ist durch den Sonntag verdrängt. Es bietet aber reichlich Material, das hier in a) Basisinformation, b) Novus Ordo und Deutsches Messbuch, c) traditionelle Eigengebete und d) Bonusinformation gegliedert ist

a) Basisinformation Das Fest hat als Besonderheit eine Sequenz (Gesang vor dem Evangelium), worüber Wikipedia lehrt:
Sequenzen wurden im späten Mittelalter sehr beliebt. … Das Konzil von Trient (1545 bis 1563) ließ im römischen Ritus nur noch vier Sequenzen zu:
  • Victimae paschali laudes (Ostersequenz)
  • Veni Sancte Spiritus (Pfingstsequenz)
  • Lauda Sion Salvatorem (Fronleichnamssequenz, Gesang ad libitum)
  • Dies irae (Totensequenz im Requiem, Gesang ad libitum)
Das Stabat mater (am Gedächtnis der Schmerzen Mariens, ad libitum) kam 1727 als fünfte Sequenz hinzu.
Der Text der Sequenz mit Übersetzungen steht ebenfalls in der Wikipedia.

b) Novus Ordo und Deutsches Messbuch Was die Eigengebete der Messe nach dem Novus Ordo angeht, sind die Fassungen im Deutschen Messbuch soweit vom Original weg, dass ich auf Anmerkungen verzichte und den Text lediglich für den Grauenschauer angebe.

Tagesgebet
Deus, qui Fílio tuo in cruce exaltáto compatiéntem Matrem astáre voluísti, da Ecclésiæ tuæ, ut, Christi passiónis cum ipsa consors effécta, eiúsdem resurrectiónis párticeps esse mereátur.
Übersetzung
Gott, der du deinem am Kreuz erhöhten Sohn die mitleidende Mutter zur Seite stellen wolltest, gib deiner Kirche, dass sie, mit ihr* zusammen zur Schicksalsgenossin der Leiden Christi gemacht, seiner Auferstehung Teilhaberin zu sein verdiene.
* der Mutter Maria

Deutsches Messbuch
Allmächtiger Gott, du hast der Mutter Jesu die Kraft verliehen, unter dem Kreuz zu stehen und das Leiden ihres Sohnes zu teilen. Hilf uns, täglich unser Kreuz anzunehmen, damit wir auch an der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus teilhaben.
Gabengebet
Súscipe, miséricors Deus, ad tui nóminis laudem preces hostiásque in veneratióne beátæ Maríæ Vírginis exhíbitas, quam, stantem iuxta crucem Iesu, cleménter nobis Matrem piíssimam providísti.
Übersetzung
Nimm an, barmherziger Gott, die zum Lobe deines Namens in Verehrung der seligen Jungfrau Maria vorgelegten Gebete und Opfergaben, welche [Maria], neben dem Kreuze Jesus stehend, du gütig uns zur liebevollsten Mutter vorgesehen hast.
Deutsches Messbuch
Barmherziger Gott, dein Sohn hat uns am Kreuz die selige Jungfrau Maria zur Mutter gegeben. In Gemeinschaft mit ihr feiern wir das Opfer des Lobes. Schau gnädig auf uns und nimm unsere Gebete und Gaben an.
Schlussgebet
Sumptis, Dómine, sacraméntis redemptiónis ætérnæ, súpplices deprecámur, ut, compassiónem beátæ Maríæ Vírginis recoléntes, ea in nobis pro Ecclésia adimpleámus, quæ desunt Christi passiónum.
Übersetzung
Nachdem die Sakramente, Herr, der ewigen Erlösung empfangen wurden, flehen wir demütig, dass wir, des Mitleidens der seligen Jungfrau Maria gedenkend, dasjenige in uns für die Kirche erfüllen, was dem Leiden Christi fehlt.
Die Bitte ist von Kol 1, 24 inspiriert.

Deutsches Messbuch
Herr unser Gott, in dieser heiligen Feier haben wir die Gnade ewiger Erlösung empfangen. Gib, dass wir im Gedenken an die Schmerzen der seligen Jungfrau Maria bereit sind, die Bedrängnisse unseres Lebens zu ertragen und so zu ergänzen, was noch fehlt an den Leiden Christi für seinen Leib, der die Kirche ist.
c) Die traditionellen Gebete
In den Fest-Gebeten des alten Missale ist jeweils das göttliche Wort angesprochen. Das ist besonders, und ein Ziel der Liturgiereform war, in den Gebeten möglichst durchgängig den Vater zu adressieren.

Oratio (1962)
Deus, in cuius passione, secundum Simeonis prophetiam, dulcissimam animam gloriosae Virginis et Matris Mariae doloris gladius pertransivit: concede propitius; ut, qui dolores eius venerando recolimus, passionis tuae effectum felicem consequamur.
Übersetzung
Gott, in dessen Leiden, nach der Prophezeiung Simeons, die lieblichste Seele der ruhmreichen Jungfrau und Mutter Maria das Schwert der Schmerzen durchdrang: gewähre gütig, dass wir, die wir ihre Schmerzen in Verehrung betrachten*, die gesegnete Wirkung deines Leiden erlangen.
* also meditieren, sozusagen

Secreta (1962)
Offerimus tibi preces et hostias, Domine Iesu Christe, humiliter supplicantes: ut, qui Transfixionem dulcissimi spiritus beatae Mariae Matris tuae precibus recensemus; suo suorumque sub Cruce Sanctorum consortium multiplicato piissimo interventu, meritis mortis tuae, meritum cum beatis habeamus.
Übersetzung
Wir bringen dir Gebete und Opfergaben dar, Herr Jesus Christus, demütig flehend, dass wir, die wir die Durchbohrung des lieblichsten Geistes deiner seligen Mutter Maria in Gebeten erwägen*, den Lohn für die Verdienste deines Todes, durch ihre und ihrer Gefährten unter dem Kreuz liebevollste Vermittlung vervielfacht, mit den Seligen haben dürfen.
* auch wieder meditieren

Postcommunio (1962)
Sacrificia, quae sumpsimus, Domine O Iesu Christe, Transfixionem Matris tuae et Virginis devote celebrantes: nobis impetrent apud clementiam tuam omnis boni salutaris effectum.
Übersetzung
Die Opfer, die wir vollzogen haben, o Herr Jesus Christus, die Durchbohrung deiner Mutter und Jungfrau andächtig feiernd, mögen uns vor deiner Güte [dargebracht] die Wirkung des ganzen heilbringenden Gutes erlangen
d) Bonusinformation Die Schrifttexte im Novus Ordo sind sehr kurz. So kurz, dass eine der zur Auswahl angebotenen Evangelienperikopen (Joh 19, 25-27) im Vetus Ordo schon als Eingangsvers gelesen wird. (Der Alternativtext des NO, Lk 2, 33-35, ist im Tagesgebet des VO verarbeitet.)
Die Lesung ist im NO über die Schmerzen und den Gehorsam Jesu (Hebr 5, 7-9). Im VO war als Lesung ein Abschnitt aus dem 13. Kapitel des Buchs Judith vorgesehen, dass einige auffällig bekannte Gedanken enthält:

Nach der Einheitsübersetzung:
Gepriesen seist du, unser Gott, der du am heutigen Tag die Feinde deines Volkes zuschanden gemacht hast! Gesegnet bist du, Tochter, mehr als alle Frauen auf der Erde, von Gott, dem Höchsten, und gepriesen sei Gott der Herr, der Himmel und Erde gemacht hat. Denn die Hoffnung, die dich geleitet hat, soll nicht aus den Herzen der Menschen weichen. Gott gebe, dass dies zu deinem ewigen Ruhm werde und belohne dich mit Gutem, weil du dein Leben nicht geschont hast in der Erniedrigung unseres Volkes, sondern unserem Untergang entgegengetreten bist!
Der Text im Missale versteht sich ein bißchen anders:
Gesegnet hat dich der Herr in seiner Macht, weil er durch dich zu Nichts herabsetzt unsere Feinde. Gesegnet bist du, Tochter, vom Herrn dem höchsten Gott, vor allen Frauen auf der Erde. Gepriesen der Herr, der Himmel und Erde erschuf: denn heute hat er deinen Namen erhoben (magnificavit), dass nicht weicht dein Lob vom Mund der Menschen, die gedenken werden der Macht des Herrn in Ewigkeit, für welche du nicht geschont hast deine Seele wegen der Bedrängnis und Verfolgung deines Stammes, sondern zur Hilfe kamst dem Untergang vor dem Angesicht unseres Gottes.
Die Anklänge daran im Magnificat sind aber in beiden Varianten hinreichend deutlich.

Danach gab es ein schönes Graduale:
Dolorosa et lacrimabilis es, Virgo Maria, stans iuxta Crucem Domini Iesu, Filii tui, Redemptoris. V. Virgo Dei Genetrix, quem totus non capit orbis, hoc crucis fert supplicium, auctor vitae factus homo.
Alleluia, alleluia. V. Stabat sancta Maria, caeli Regina et mundi Domina, iuxta Crucem Domini nostri Iesu Christi dolorosa.
Übersetzung
Schmerzensreich und tränenvoll bist du, Jungfrau Maria, neben dem Kreuz des Herrn Jesu, deines Sohnes, des Erlösers, stehend. V. Jungfrau Gebährerin Gottes, den die ganze Welt nicht fassen kann, er trägt diese Todesqual des Kreuzes, der Urheber des Lebens, Mensch geworden.
Halleluja, halleluja. V. Stand die heilige Maria, des Himmels Königin und der Welt Herrin, neben dem Kreuz unseres Herrn Jesu Christi schmerzensreich.

24. Sonntag im Jahreskreis

Am heutigen Sonntag bedient sich die Kirche alter und noch älterer Gebete:

Tagesgebet
Réspice nos, rerum ómnium Deus creátor et rector, et, ut tuæ propitiatiónis sentiámus efféctum, toto nos tríbue tibi corde servíre.
Das Gebet stammt aus dem Sacramentarium Leonianum. Fun fact: vom selben Tag stammt das Gabengebet vom letzten (23.) Sonntag.

Übersetzung
Beachte uns, aller Dinge Gott, Schöpfer und Lenker, und, damit wir die Wirkung deiner Gnade spüren, verleihe uns, dir mit ganzem Herzen zu dienen.
Deutsches Messbuch
Gott du Schöpfer und Lenker aller Dinge, sieh gnädig auf uns. Gib, dass wir dir mit ganzem Herzen dienen und die Macht deiner Liebe an uns erfahren.
Anmerkungen
  1. Man kann argumentieren, dass „Deus“ als Apposition eingeschoben ist (obwohl das Original keine Kommata setzt) und wie das DM übersetzen; ich bin aber mit dem „Gott aller Dinge“ genauso zufrieden.
  2. Im DM wird nicht deutlich, dass die Erfahrung der Gnade eine Folge des mit ganzen Herzen Dienens ist – es scheint etwas unabhängig davon parallel Erbetenes zu sein.
  3. Der Effekt kann im Handeln liegen (dann heißt effectus: Ausführung, Vollendung) oder im Ergebnis (dann ist es Wirksamkeit, Wirkung, Erfolg); „Macht“ ist sehr seltsam, aber wohl das, worum es in der Deutschkirche geht.
  4. propitiatio ist Huld/Gnade oder Versöhnung – das DMliche „Liebe“ ist hier zu allgemein. Eigentlich passt (im Hinblick auf die Lesung mit dem Goldenen Kalb) das „Versöhnen“ zu dem „mit ganzem Herzen dienen“, weil Moses nach dem Abfall des Volkes genau um die Gelegenheit zur Umkehr und um Versöhnung bitten muss. („Da versuchte Mose, den Herrn, seinen Gott, zu besänftigen.“)
  5. Gnade scheint mir in Hinblick auf das Gabengebet geeignet, das das dazu passende Verb am Anfang hat (es ist Passiv von „versöhnen“ oder „Huld/Gnade erwerben“, also laut Wörterbuch als „verzeihe uns“ oder „sei gnädig“ zu übersetzen)
Gabengebet
Propitiáre, Dómine, supplicatiónibus nostris, et has oblatiónes famulórum tuórum benígnus assúme, ut, quod sínguli ad honórem tui nóminis obtulérunt, cunctis profíciat ad salútem.
Das Gabengebet wurde früher am 5. Sonntag nach Pfingsten genommen, hatte aber statt „famulórum tuórum“ (deiner Knechte) „famulorum famularumque tuarum“ (deiner Knechte und Knechtinnen) – die paulinische Reform hat die Frauen unter die Menschen subsummiert, scheint’s.

Übersetzung
Sei gnädig, Herr, unseren Bitten, und die Opfergaben deiner Knechte nimm wohlwollend an, damit, was die Einzelnen zur Ehre deines Namens opfern, allen zum Heil diene.
Deutsches Messbuch
Herr, nimm die Gebete und Gaben deiner Kirche an; und was jeder Einzelne zur Ehre deines Namens darbringt, das werde allen zum Heil.
Anmerkungen
  1. Das Original hat zwei Anliegen: den Bitten gnädig sein, und die Opfer wohlwollend annehmen. Das DM fasst gründlich zusammen und verliert dabei einige Details. („Nimm dies!“, ruft der Schurke oder das DM. Der Musik machende Ton ist im Original deutlich – gebetsmäßiger.)
  2. Fast möchte man sagen: „entsprechend“ werden aus den Knechten die Kirche. Bloß nicht zu unterwürfig rüberkommen, scheint die DM-Devise.
  3. Die Einzelnen sind im Original Plural; die Wiedergabe als „jeder Einzelne“ wäre nur im Singular korrekt. Über die inhaltlichen Schwierigkeiten wurde, als diese Bitte fast gleichlautend im Gabengebet vom 16. Sonntag vorkam, schon nachgedacht.
Schlussgebet
Mentes nostras et córpora possídeat, quǽsumus, Dómine, doni cæléstis operátio, ut non noster sensus in nobis, sed eius prævéniat semper efféctus.
Die Postcommunio wurde früher am 15. Sonntag nach Pfingsten genommen und hatte ein „iugiter“ (beständig) vor dem eius statt ein „semper“ (immer) hinter dem praeveniat, was ohne inhaltliche Konsequenz ist.

Übersetzung
Unseren Geist und Körper halte besetzt, bitten wir, Herr, der himmlischen Gabe Wirkung, damit nicht unsere Meinung in uns, sondern seine Wirkung immer Vorrang habe.
Das erste „Wirkung“ ist auch „Tätigkeit“ (oder kirchenlateinisch: Mildtätigkeit, gutes Werk), weshalb ich den ersten Teil als: „lass uns mit Geist und Körper (andächtig) bei der Messe dabei sein“ verstehe. [Das Mariawalder Messbuch übersetzt: „das Walten Deiner himmlischen Gabe nehme unsern Geist und unsern Leib in Besitz“.] Das zweite „Wirkung“ ist das Hervorgebrachte, der Erfolg [des Messopfers], dass nämlich wir Gottes Blick auf die Welt übernehmen (wir heiliger werden, gewissermaßen).

Deutsches Messbuch
Herr, unser Gott, wir danken dir, dass du uns Anteil am Leib und Blut Christi gegeben hast. Lass nicht unser eigenes Streben Macht über uns gewinnen, sondern gib, dass die Wirkung dieses Sakramentes unser Leben bestimmt.
Anmerkung
Was auch immer das Original mit (ganz wörtlich übersetzt) „Die Tätigkeit der himmlischen Gabe möge unsere Geiste und Körper besitzen“ konkret meint, scheint es mir wenig Zusammenhang zu dem im DM stehenden Dank zu tun zu haben.

Samstag, 14. September 2019

am Holz des lebenspendenden Kreuzes erlöst


An Kreuzerhöhung verehrt die Kirche das Kreuz, u.a. mit folgenden Gebeten:

Tagesgebet
Deus, qui Unigénitum tuum crucem subíre voluísti, ut salvum fáceret genus humánum, præsta, quǽsumus, ut, cuius mystérium in terra cognóvimus, eius redemptiónis prǽmia in cælo cónsequi mereámur.
Übersetzung
Gott, der du wolltest, dass dein Einziggezeugter das Kreuz ertrage, damit das Menschengeschlecht heil gemacht werde, gewähre, bitten wir, dass wessen Mysterium wir auf der Erde erkannt haben, dessen Erlösung Belohnungen im Himmel zu erhalten mögen wir verdienen.
Deutsches Messbuch
Allmächtiger Gott, deinem Willen gehorsam, hat dein geliebter Sohn den Tod am Kreuz auf sich genommen, um alle Menschen zu erlösen. Gib, dass wir in der Torheit des Kreuzes deine Macht und Weisheit erkennen und in Ewigkeit teilhaben an der Frucht der Erlösung.
Vergleich
  • Gott ⇒ allmächtiger Gott
  • du wolltest ⇒ deinem Willen gehorsam
    Das Original ist eine Aussage über Gott Vater und seinen ewigen Ratschluss, das DM hat eine über Christus.
  • dein Einziggezeugter ⇒ dein geliebter Sohn
    Einer sperrigen Vokabel wird ausgewichen.
  • das Kreuz ertrage ⇒ den Tod am Kreuz auf sich genommen
  • damit das Menschengeschlecht heil gemacht werde ⇒ um alle Menschen zu erlösen
    So viele Ausdrücke enden im DM in den immer gleichen paar Wörtern. Kann man einfallsloser als „alle Menschen“ reden?
  • gewähre, bitten wir ⇒ gib
  • wir haben das Mysterium auf der Erde erkannt ⇒ dass wir in der Torheit des Kreuzes deine Macht und Weisheit erkennen
    Im Original ist das Geheimnis von Leiden, Tod und Auferstehung unseres Herrn Jesu Christi schon erkannt, im DM wird darum gebeten, ein deutlich schärfer eingegrenztes Objekt zu erkennen, das nicht Christ Geheimnis (wie im Original), sondern die Macht und Weisheit des Allmächtigen ist.
    Der Ort der Erkenntnis (auf der Erde) geht im DM verloren.
  • im Himmel ⇒ in Ewigkeit
  • Belohnungen von dessen Erlösung ⇒ Frucht der Erlösung
    Der im Missale so häufig konstruierte Zusammenhang zwischen „wessen X, dessen Y“ geht im DM verloren – und damit auch der zwischen „Mysterium auf der Erde erkennen“ und „Belohnungen im Himmel erhalten“.
  • [dass wir] verdienen mögen zu erhalten ⇒ [dass wir] teilhaben
Die Bitte der Oratio im alten Missale war dieselbe, die Einleitung eine andere:
Deus, qui nos hodierna die Exaltationis sanctae Crucis annua solemnitate laetificas: praesta, quaesumus …
Übersetzung
Gott, der du uns am heutigen Tage durch das jährliche Hochfest der Erhöhung des heiligen Kreuzes erfreust, gewähre, bitten wir …

Gabengebet
Hæc oblátio, Dómine, quǽsumus, ab ómnibus nos purget offénsis, quæ in ara crucis totíus mundi tulit offénsam.
Übersetzung
Dieses Opfer, Herr, bitten wir, reinige uns von allen Vergehen, welches [Opfer] auf dem Altar des Kreuzes ertrug der ganzen Welt Schmähung.
[Man beachte die ähnlichen Halbsatzenden: Vergehen = offensis, Schmähung = offensam]

Deutsches Messbuch
Herr, unser Gott, dieses heilige Opfer hat auf dem Altar des Kreuzes die Sünde der ganzen Welt hinweggenommen. Es mache auch uns rein von aller Schuld.
Vergleich
  • dieses Opfer reinige uns von allen Vergehen ⇒ es mache auch uns rein von aller Schuld
  • Herr, bitten wir ⇒ Herr, unser Gott
  • welches [Opfer] auf dem Altar des Kreuzes ⇒ dieses heilige Opfer auf dem Altar des Kreuzes
  • ertrug der ganzen Welt Schmähung ⇒ hat die Sünde der ganzen Welt hinweggenommen
    Ich frage mich, ob das DM recht haben kann. ferre heißt tragen, ertragen, wegtragen – ok.
    Wenn offensa hier aber genauso „Sünde“ heißen soll wie oben offensis „Schuld“, wäre das Original ziemlich unelegant (denn gewöhnlich wählt das Missale unterschiedliche Ausdrücke für die gleiche Sache – oder spielt eben mit dem Bedeutungsreichtum einer Vokabel). Daher scheint es mir so: offensa kann neben der Beleidigung auch den Grund oder Anstoß dafür heißen, und weil Jesus den Juden ein Stein des Anstoßes war, kreuzigten sie ihn (vgl. Jes 8, 13f.; Röm 9, 32f.) und Jesus ertrug ihre Schmähungen (Jes 50, 6; Lk 23, 35-39).
    Aber kann ich denn überhaupt richtig liegen? Jedenfalls schreibt Seneca an einer Stelle: „propitium esse inimicis, offensam ferre & despicere“, also: „den Feinden gnädig sein, Schmähung ertragen und verachten“. In einem alten Predigtbuche steht: „qui superborum hominum offensam tam moderate tulit“ = „der stolzer Menschen Schmähung so besonnen ertrug“. In der Vicipaedia (lateinische Wikipedia): „Hanc offensam non tulit Alcibiades“ = „Diese Schmähung ertrug Alcibiades nicht“. Bei keinem der Beispiele für die Benutzung dieser Wendung kann man annehmen, jemand nehme Sünde weg.
    Es gibt aber genügend Übersetzungen, die das Gebet wie das DM übersetzen – ob da ein Einfluss von „qui tollis peccata mundi“ vorliegt? Allerdings ist tulit hier von ferre, tollis im Agnus Dei von tollere, also verschiedene Vokabeln.
Secreta (1962)
Iesu Christi Domini nostri Corpore et Sanguine saginandi, per quem Crucis est sanctificatum vexillum: quaesumus, Domine Deus noster; ut, sicut illud adorare meruimus, ita perenniter eius gloriae salutaris potiamur effectu.
Übersetzung
Durch Jesu Christi unseres Herren Leib und Blut gemästet*, durch den das Banner des Kreuzes geheiligt wurde, bitten wir, Herr unser Gott, dass wir uns so - wie wir es anzubeten Dienst tun - beständig der Wirkung seiner heilbringenden Herrlichkeit bemächtigen mögen.
* Ist so, aber vielleicht umschreibt man besser: im Überfluß gesättigt o.ä.
[Einige Wörter sind scheint's in schillernder Mehrdeutigkeit gebraucht. meriri heißt „verdienen, erwerben“ indem man (Soldaten)Dienst tut – und hier ist beides gedacht: wir tun Dienst, indem wir das Kreuz anbeten, und erwerben uns damit einen „Anspruch“ auf Sold. potiri heißt „erreichen / besitzen“, aber mit Ablativ (wie es hier steht) „sich bemächtigen“ – wir mögen also die Wirkung der Herrlichkeit innehaben, aber mitgedacht: wir müssen auch etwas dafür tun.]
Das  „Banner“ ist wahrscheinlich als Anspielung auf den Hymnus in den Laudes (Vexilla regis) gedacht.

Schlussgebet
Refectióne tua sancta enutríti, Dómine Iesu Christe, súpplices deprecámur, ut, quos per lignum crucis vivíficæ redemísti, ad resurrectiónis glóriam perdúcas.
Übersetzung
Von deiner heiligen Labung aufernährt*, Herr Jesus Christus, flehen wir demütig, dass du welche du durch das Holz des lebenspendenden Kreuzes erlöst hast, zur Herrlichkeit der Auferstehung führest.
* nährend aufgezogen

Deutsches Messbuch
Herr Jesus Christus, du hast am Holz des Kreuzes der Welt das ewige Leben erworben. Führe uns durch diese Feier, in der wir deinen geopferten Leib empfangen haben, zur Herrlichkeit der Auferstehung.
Anmerkung
Abgesehen von einer generellen Umordnung scheint auch nicht alles zu wörtlich gefasst worden zu sein:
  • welche du durch das Holz des lebenspendenden Kreuzes erlöst hast ⇒ du hast am Holz des Kreuzes der Welt das ewige Leben erworben
  • von deiner heiligen Labung aufernährt ⇒ wir haben deinen geopferten Leib empfangen
  • flehen wir demütig, dass du führest ⇒ führe uns durch diese Feier
Postcommunio (1962)
Adesto nobis, Domine Deus noster: et, quos sanctae Crucis laetari facis honore, eius quoque perpetuis defende subsidiis.
Übersetzung
Steh uns bei, Herr unser Gott, und die du zur Ehre des heiligen Kreuzes sich freuen lässt, verteidige auch mit seinem [des Kreuzes] immerwährenden Schutz.
Es gibt, wie für so viele Feste, neuerdings auch eine eigene Präfation:

Präfation vom ruhmvollen Kreuze
Vere dignum et iustum est, æquum et salutáre, nos tibi semper et ubíque grátias ágere: Dómine, sancte Pater, omnípotens, ætérne Deus: Qui salútem humáni géneris in ligno crucis constituísti, ut unde mors oriebátur, inde vita resúrgeret; et, qui in ligno vincébat, in ligno quoque vincerétur: per Christum Dóminum nostrum. Per quem maiestátem tuam laudant Angeli, adórant Dominatiónes, tremunt Potestátes. Cæli cælorúmque Virtútes, ac beáta Séraphim, sócia exsultatióne concélebrant. Cum quibus et nostras voces ut admítti iúbeas, deprecámur, súpplici confessióne dicéntes: Sanctus, Sanctus, Sanctus …
Übersetzung
Wahrhaft würdig und recht ist, schicklich und heilsam, dass wir dir immer und überall Dank abstatten, Herr, heiliger Vater, allmächtiger ewiger Gott: Der du das Heil des Menschengeschlechts am Holz des Kreuzes begründet hast, damit von wo der Tod herrührt, von da das Leben auferstehe; und, der am Holz siegte, am Holz auch besiegt werde: durch Christus unseren Herrn. Durch den dein Größersein loben die Engel, anbeten die Herrschaften, zittern die Machthaber. Die Himmel und der Himmel Mächte, dazu die seligen Seraphim, feiern in gemeinsamem Jubel. Dass mit diesen auch unsere Stimmen zugelassen werden, mögest du befehlen, flehen wir, demütig mit Lobpreis sagend: Heilig, heilig, heilig …
Deutsches Messbuch
In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, immer und überall zu danken. Denn du hast das Heil der Welt auf das Holz des Kreuzes gegründet. Vom Baum des Paradieses kam der Tod, vom Baum des Kreuzes erstand das Leben. Der Feind, der am Holz gesiegt hat, wurde auch am Holze besiegt durch unseren Herrn Jesus Christus. Durch ihn loben die Engel deine Herrlichkeit, beten dich an die Mächte, erbeben die Gewalten. Die Himmel und die himmlischen Kräfte und die seligen Serafim feiern dich jubelnd im Chore. Mit ihrem Lobgesang lass auch unsere Stimmen sich vereinen und voll Ehrfurcht rufen: Heilig, heilig, heilig ...
Bis auf die Auslassung von „schicklich und heilsam“ und die Ersetzung von „dass zugelassen werden, mögest du befehlen, flehen wir, demütig“ durch „lass“ eigentlich erstaunlich (für das DM) nahe am Original.